CeBIT 2012 24.02.2012, 12:00 Uhr

De-Mail: Die sichere E-Mail im Blick

Zur CeBIT (4. bis 10. März) gehen verschiedene De-Mail-Angebote an den Start. Die Deutsche Telekom, Mentana-Claimsoft sowie 1&1 Mail und Media mit ihren Mail-Angeboten GMX und Web.de stehen in der vordersten Reihe. Die Deutsche Post stellt ein eigenes Angebot mit dem E-Postbrief vor – und isoliert sich damit zusehends.

Der E-Postbrief soll zunächst nicht vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert werden, wird also nicht über die staatlich geprüfte Sicherheit der De-Mail verfügen. Gleichwohl fürchtet die Deutsche Post, die mit ihrem Angebot schon vor eineinhalb Jahren an den Start gegangen ist, die neue Konkurrenz. Sie hat nämlich von allen Anbietern der sicheren elektronischen E-Mail am meisten zu verlieren: Seit Jahren gehen die Einnahmen im klassischen Briefgeschäft zurück. Der E-Postbrief soll die Einbußen kompensieren.

Doch obwohl die Post das Projekt bereits gestartet hat und obwohl sie dafür einen Kostenrahmen von 500 Mio. € vorgesehen hat, kommt der E-Postbrief nur sehr langsam im Bewusstsein der Kunden an. Laut einem Bericht der Financial Times Deutschland sind die Sendungsmengen noch immer sehr gering. Zwar haben sich rund 1 Mio. Privatkunden, mehr als 100 Großkunden und rund 4000 Mittelständler bereits registriert, doch tatsächlich werden nur wenige E-Postbriefe versandt. Seit 2010 sollen es laut Briefvorstand Jürgen Gerdes nur „einige Millionen“ sein, die per E-Mail oder per Postzustellung zugestellt wurden – verglichen mit dem herkömmlichen Postsendungsgeschäft ist das sehr wenig: An einem durchschnittlichen Werktag befördert die Post nämlich 66 Mio. Sendungen.

De-Mail-Angebot der Post: Der E-Postbrief für 55 Cent

Der E-Postbrief kostet 55 Cent Porto, egal ob er elektronisch oder auf Papier ausgeliefert wird. Weil die Post mit ihrem Angebot bislang auf eine Zertifizierung durch das BSI verzichtet, ist es auch nur eingeschränkt rechtsverbindlich. Hier setzt die Konkurrenz, die auf jeden Fall zur CeBIT günstigere Konditionen vorstellen will, mit De-Mail-Angeboten an. Deren Kundenbasis kann sich sehen lassen: GMX und Web.de verzeichnen gemeinsam bereits über 850 000 Anmeldungen. Die Deutsche Telekom hat bereits rund 400 000 Voranmeldungen für Geschäfts- und Privatkunden.

Die Deutsche Post stellte der Konkurrenz im Endspurt allerdings noch ein Bein: Weil die De-Mail die Identifizierung des Kommunikationspartners verlangt und die Deutsche Post als Einzige mit dem Post-Ident-Verfahren über ein flächendeckendes Identifizierungsverfahren verfügt, setzte sie hier an: Sie erreichte Ende November vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, dass sie ihren Konkurrenten das Verfahren nicht anbieten muss (Aktenzeichen 88 O (Kart.) 49/10). Das Gericht folgte dem Argument der Post und sagte, es gäbe schließlich auch andere Identifizierungsdienstleister. Anbieter wie ID8 und Cybits sind jedoch erheblich kleiner und können nicht wie die Deutsche Post auf ein ehemals staatlich subventioniertes flächendeckendes Filialnetz zurückgreifen. Gerade im Osten Deutschlands deckt die Post noch viel ab, hier muss die Konkurrenz kräftig investieren.

Gleichwohl werden jetzt schon jeden Monat rund 1 Mio. der neuen Personalausweise ausgegeben, die über ihre elektronische Zusatzfunktion eine Authentifizierung über das Internet ermöglichen. Das entspannt die Lage wieder etwas – und so kann man seitens der Deutschen Telekom inzwischen hören, dass es durchaus Vorteile habe, wenn man das Post-Ident-Verfahren nicht nutze: Denn wenn man die Kunden dieses Verfahren nutzen lasse, erlaube man der Post, damit eine Datensammlung über die eigenen Kunden aufzubauen.

Deutsche Telekom, 1&1, GMX und Web.de mit eigenen De-Mail-Angeboten

Auf der CeBIT jedenfalls wird die Mentana-Claimsoft vom BSI die erste Akkreditierungsurkunde erhalten und damit gleich starten können. Auch die Deutsche Telekom sowie 1&1 Mail und Media mit GMX und Web.de werden ihre De-Mail-Angebote vorstellen. 1&1 will erst in der zweiten Jahreshälfte an den Start gehen, die Deutsche Telekom im Laufe des Jahres. Sie wird die De-Mail Privatkunden nur webbasiert mit eigenen Zugangsdaten anbieten. Über T-Systems werden Geschäftskunden die Möglichkeit erhalten, die De-Mail mit den üblichen Mail-Programmen abzuwickeln.

Die Höhe des digitalen Portos wird u. a. davon abhängen, welche Entgelte sich die Anbieter gegenseitig für die Weiterleitung von De-Mails in Rechnung stellen werden. Sowohl die Telekom als auch 1&1 haben sich darauf geeinigt, die Mail-Adressen mit der Endung de-mail.de zu erweitern. Telekom-Privatkunden erhalten dann die Endung t-online.de-mail.de, während Geschäftskunden die Endung firmenname.de-mail.de nutzen können. Empfänger können so an der Endung sofort erkennen, dass sie es mit einer rechtsverbindlichen De-Mail zu tun haben. Die Deutsche Post will von dieser Namenskonvention bewusst abweichen.

 

Ein Beitrag von:

  • Christiane Schulzki-Haddouti

    Freie Journalistin und Buchautorin in Bonn. Scherpunktthemen: Bürgerrechte, Informationsfreiheit, Datenschutz und Medienethik.

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