17.12.1999, 17:23 Uhr

Datenverluste kosten Milliarden

Das tägliche Backup – seit Jahren gepredigt – ist in Unternehmen noch längst nicht selbstverständlich. Eine US-Studie beziffert die durch Datengaus entstehenden Kosten und nennt die Ursachen.

David Smith hat nachgeforscht: Bei etwa 6 % aller PCs kommt es im Laufe eines Jahres zu einem Datenverlust. Jeder dieser Zwischenfälle kostet durchschnittlich 2557 Dollar. Die US-Unternehmen mussten für die Wiederherstellung von Daten auf den betroffenen PC 1998 eine Gesamtsumme von 11,8 Mrd. Dollar aufbringen. Der Professor für Economics und Arbeitsökonomie an der amerikanischen Pepperdine University in Malibu rechnete dabei die Kosten für das Wiederfinden und -herstellen der verlorenen Daten, den Produktivitätsverlust, die technischen Dienstleistungen und den durchschnittlichen Wert der digitalen Informationen mit ein.
Die Auftraggeber der Studie, Legato Systems und Stac Software, dürften ihre Produkte – Speichermanagement- und Back-up-Software – bestätigt sehen. „Nach einem Verlust von Daten gibt es zwei Möglichkeiten“, warnt Smith. „Entweder kann man sie mit Hilfe entsprechender Fachleute wiederherstellen. Oder sie sind endgültig verloren und müssen dann neu eingegeben werden. Beide Szenarien erfordern ein beträchtliches Maß an Zeit und erhebliche finanzielle Mittel.“
Die Hauptursachen für die Datenverluste sind der Studie zufolge Hardwareausfälle, menschliche Fehler, Softwarekorruption sowie Viren. Diebstahl, der vor allem bei Notebooks vorkommt, war für 5 % der verlorenen Informationen verantwortlich. Die verbleibenden 3 % sind der völligen Zerstörung der Hardware durch Überflutung, Blitzschlag und andere Vorfälle höherer Gewalt zum Opfer gefallen.
In verteilten EDV-Systemen dürfte nach Meinung von Smith der Aufwand für die Wiederherstellung der Daten noch steigen. „Ein Anstieg der Kosten ist zu erwarten, wenn mehr als ein PC eines Netzwerkes betroffen ist“, erklärt der Professor. „Ohne Schutzmaßnahmen wie Virensoftware und Backup-Systeme sind umfangreiche, das gesamte Netzwerk betreffende Datenverluste durchaus in der Lage, einem Unternehmen ernsthaften Schaden zuzufügen.“
Die Kosten, die den betroffenen Unternehmen entstehen, leiten sich zu über drei Viertel aus dem Wert der verlorenen Daten her. Etwa 15 % müssen die Firmen für den notwendigen technischen Service aufbringen, 7 % gehen auf verloren gegangene Produktivität zurück.
Einige Faktoren wie potentielle Einnahmeverluste, verpasste Chancen, Beeinträchtigung der Reputation des Unternehmens oder ein kompletter Verlust der Wissensbasis lassen sich darüber hinaus nur schwer oder überhaupt nicht beziffern, so David Smith.

Gerade kleinere Betriebe vernachlässigen Backups

„PCs waren bisher in die Strategien zur Datensicherung und Datenwiederherstellung bei vielen Unternehmen nicht eingebunden“, erklärt John Ticer, President und CEO von Stac die Ergebnisse von Smiths Forschung. Roland Muth, Product Manager bei Hewlett-Packard, benennt das aus seiner Sicht beste Verfahren: „Die schnellste und wirtschaftlichste Datensicherungslösung sind Bandlaufwerke.“ Unter ihnen seien sogenannte Autoloader – um Fehler zu vermeiden – ein probates Mittel, so Rainer Hilsenbeck, Marketing- und Service-Leiter des Wiesbadener Storage-Distributors TIM. „Einmal eingerichtet, versieht das Gerät automatisch und selbständig seinen Dienst“, erklärt er.
„In der Praxis wird gerade in kleineren Betrieben ohne eigener EDV-Abteilung das Backup oft vernachlässigt oder vergessen“, so Hilsenbeck. Autoloader eigneten sich auch für den Einsatz in Außenstellen. Der Administrator kann über eine so genannte Remote-Management-Software das Gerät und den Sicherungsvorgang überwachen.
Im Markt eingeführte Produkte sind zum Beispiel Arcserve It von Computer Associates, Legatos Networker, der Replica Network Data Manager von Stac sowie Backup Exec von Veritas. In der Praxis sollte der Systemverantwortliche die Backup-Lösungen individuell auf sein Unternehmen und die konkreten Aufgaben zuschneiden können, erläutert Thomas Madsen, Regional Manager Central Europe bei Legato.
Der Grundgedanke, der dahinter steht, ist immer der selbe, verdeutlich Ralph Kreter, Geschäftsführer von Veritas. „Egal, ob Daten einer kleinen Workgroup oder eines Rechenzentrums gesichert werden sollen – für die optimale Back-up-Strategie ist es nötig, sich bereits im Vorfeld einige wichtige grundlegende Gedanken zu machen, sein System genau zu kennen und alle nötigen Konsequenzen mit einzuplanen“, konstatiert Kreter.
Marc Rada, Sales Manager beim Münchener Systemhaus Speed Systems, kennt die Fallstricke der Praxis. So sollte der Anteil der ungesicherten Daten im System bekannt sein, wenn der Datengau eintritt „Kann Ihr Unternehmen dann noch weiter arbeiten? Haben Sie dann noch Zugriff auf Kundendaten, können Sie noch Ware ausliefern?“, spielt Rada das Szenario durch. Selbst simple Sachverhalte sollten bedacht werden. Es nütze nichts, wenn der Datensicherungsspezialist bestens ausgebildet und auf alle Eventualitäten vorbereitet ist, er aber gerade krank sei oder sich in Urlaub oder auf Dienstreise befinde. „Nur Konsequenz bringt Sicherheit“, resümiert Rada. KARL FRÖHLICH
Individuell zugeschnitten: Backup-Lösungen müssen zur Firma und den Aufgaben passen, so Legato-Manager Thomas Madsen.

Stellenangebote im Bereich Softwareentwicklung

in-tech GmbH-Firmenlogo
in-tech GmbH Informatiker als Softwareentwickler C++/Qt für industrielle Systeme (m/w/d) Garching bei München, München
Pixida-Firmenlogo
Pixida Functional Owner – Digital Services und Connected Devices (m/w/d) München
Porsche AG-Firmenlogo
Porsche AG Softwareingenieur (m/w/d) ASPICE für Entwicklungsprozesse Weissach
Jungheinrich Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Jungheinrich Aktiengesellschaft Embedded Softwareentwickler (m/w/d) Norderstedt
Porsche AG-Firmenlogo
Porsche AG IT Security Expert (m/w/d) Digital Workplace Weilimdorf
XTRONIC GmbH-Firmenlogo
XTRONIC GmbH Embedded Software Developer (w/m/d) Böblingen
SimonsVoss Technologies GmbH-Firmenlogo
SimonsVoss Technologies GmbH Senior Middleware Stack Architect (m/w/d) Unterföhring bei München
DIgSILENT GmbH-Firmenlogo
DIgSILENT GmbH Ingenieur Elektrotechnik (w/m/d) Anwendungsentwickler C++ Gomaringen
Porsche AG-Firmenlogo
Porsche AG Service-Experte (w/m/d) Data-Streaming Weilimdorf
XTRONIC GmbH-Firmenlogo
XTRONIC GmbH Requirements Engineer Bereich Kombiinstrumente (m/w/d) Böblingen

Alle Softwareentwicklung Jobs

Top 5 IT & T…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.