CeBIT 2014 10.03.2014, 13:15 Uhr

Datensicherheit ist das große Thema – nur nicht für Merkel und Cameron

Ausgerechnet Großbritannien ist Partnerland der CeBIT 2014. Ausgerechnet dieser CeBIT, die sich unter dem Motto „Datability“ dem Thema Big Data und Datensicherheit verschrieben hat. Doch die Sicherheit sensibler Unternehmensdaten und der Privatsphäre war kein Thema, als am Sonntagabend Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premier David Cameron die CeBIT eröffneten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premierminister David Cameron am Stand der deutschen Software AG: Das Unternehmen bietet Software zur Verarbeitung und Sicherung von Big Data an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premierminister David Cameron am Stand der deutschen Software AG: Das Unternehmen bietet Software zur Verarbeitung und Sicherung von Big Data an.

Foto: dpa

Cameron, dessen Geheimdienst GCHQ angeblich noch viel schlimmer und ungenierten sensible Daten abfängt und auswertet, sagte bei der Eröffnung kein Wort zum Datenschutz und der Rolle seines Landes in der aktuellen Abhöraffäre. Stattdessen warb Cameron, dessen Land mit 130 Ausstellern vertreten ist, für engere Zusammenarbeit Deutschlands und Großbritanniens bei Forschung und Produktion. Sein Land wolle das innovativste Land der G8-Staaten werden. Kein Wort zur eigenen Rolle in der NSA-Affäre. Auch Merkel nahm ihren Ehrengast nicht in die Pflicht und blieb beim Thema Datenschutz unverbindlich und vage.

Winterkorn fordert Allianz der Autohersteller für Datensicherheit

Es blieb VW-Chef Martin Winterkorn als Eröffnungsredner vorbehalten, das Thema aufzugreifen. Er stellte die Mobilität der Zukunft mit untereinander vernetzten Autos in den Vordergrund und warnte: „Mit dem rasanten Fortschritt bei Bandbreiten und Datenverarbeitung öffnen sich für die Mobilität jetzt natürlich noch ganz andere Türen.“ Für den Komfort und die Sicherheit der Autofahrer fielen auch viele persönliche Daten an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premierminister David Cameron (l.) hatten gut lachen, als ihnen der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges (r.), bei der Eröffnung der Messe am Sonntagabend Glasfaserkabel entgegenhält. Der Datenschutz und die Rolle des britischen Geheimdienstes in der NSA-Affäre waren bei der Eröffnung der weltgrößten IT-Messe kein Thema, obwohl das diesjährige Motto Datability lautet – verantwortungsvoller Umgang mit Daten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premierminister David Cameron (l.) hatten gut lachen, als ihnen der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges (r.), bei der Eröffnung der Messe am Sonntagabend Glasfaserkabel entgegenhält. Der Datenschutz und die Rolle des britischen Geheimdienstes in der NSA-Affäre waren bei der Eröffnung der weltgrößten IT-Messe kein Thema, obwohl das diesjährige Motto Datability lautet – verantwortungsvoller Umgang mit Daten.

Foto: dpa/Peter Steffen

Er forderte eine Allianz der Autobauer für den Datenschutz. „Das Auto darf nicht zur Datenkrake werden“, so Winterkorn. Die Hersteller müssten alles tun, um „unsere Kunden auch vor dem Missbrauch ihrer Daten schützen“, sagte der VW-Chef. „Wir brauchen eine Art Selbstverpflichtung der Automobilindustrie.“

Datenschutz ist das große Thema der CeBIT 2014

Datability ist das Jahresmotto der CeBIT, ein Kunstwort aus Big Data, Responsibility und Sustainability. Gemeint ist damit der verantwortungsvolle Umgang mit großen Datenmengen. Viele Unternehmen bieten Techniken an, mit denen man große Datenmengen verarbeiten und analysieren, aber auch vor Zugriffen schützen kann. Voraussetzung dafür, dass sich die vernetzte Industrie 4.0 durchsetzen kann. Denn es wäre für jede Produktion ein Albtraum, wenn die Kommunikation zwischen Maschinen gehackt, manipuliert oder unterbrochen werden kann und damit eine Produktion zusammenbricht.

VW-Chef Martin Winterkorn (rechts) betonte in seiner Eröffnungsrede zur CeBIT 2014 die besonders Rolle des Datenschutzes und forderte eine Allianz der Autobauer, um die sensiblen Daten von Autofahrern zu schützen. Mit im Bild (v.l.n.r.): der Präsident des Branchenverbandes Bitkom Dieter Kempf, der britische Premierminister David Cameron und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

VW-Chef Martin Winterkorn (rechts) betonte in seiner Eröffnungsrede zur CeBIT 2014 die besonders Rolle des Datenschutzes und forderte eine Allianz der Autobauer, um die sensiblen Daten von Autofahrern zu schützen. Mit im Bild (v.l.n.r.): der Präsident des Branchenverbandes Bitkom Dieter Kempf, der britische Premierminister David Cameron und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Foto: dpa/Jochen Lübke

Ausrichtung auf Business-Themen soll Besucherschwund stoppen

Zum ersten Mal ist die CeBIT eine reine Fachmesse und deshalb nur für Fachbesucher geöffnet. Messechef Oliver Frese will mit einer stärkeren Konzentration auf Business-Themen das Aussteller- und Besucherminus stoppen. In diesem Jahr ist es der CeBIT immerhin gelungen, die Ausstellerzahl zu stabilisieren. Erstmals seit 2008 kommt mit 55 Prozent wieder mehr als die Hälfte der 3400 Aussteller aus dem Ausland. Das größte Ausstellerkontingent stellt Deutschland vor China. Allein aus China kommen mehr als 500 Aussteller, deutlich mehr als aus dem Partnerland Großbritannien.

Bis Freitag erwartet die CeBIT rund 230 000 Fachbesucher. Den größten Messestand hat die Deutsche Telekom gebucht – 4000 Quadratmeter groß.

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