Software 21.10.2005, 18:40 Uhr

Datenerfassung bringt Transparenz in den Betrieb  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 21. 10. 05 – Fertigung auf Kundenwunsch gehört zum Kerngeschäft der Unternehmensgruppe Bauerfeind, die medizinische Hilfsmittel wie Prothesen und Bandagen her stellt. Um aktuelle Daten bereitstellen zu können, führte das Management ein Betriebsdatenerfassungssystem ein, das in ein vorhandenes SAP-System integriert wurde. So sollen auch die Kosten transparent werden.

Mit ihren medizinischen Hilfsmitteln wie Prothesen, Bandagen und orthopädischen Einlagen will die Bauerfeind-Gruppe den Menschen ein beschwerdefreies, aktives Leben ermöglichen. In 70 Jahren wuchs das Unternehmen auf 1800 Mitarbeiter und ca. 200 Mio. € Umsatz (2004). Dass die Entwicklung so positiv verlief, führt das Unternehmen in Zeulenroda auf zwei Dinge zurück: Qualität und Innovation. „Qualität ist und bleibt der Schlüssel des Erfolgs“, betont Hans B. Bauerfeind, Vorsitzender der Bauerfeind AG. „Es ist Bestandteil unserer Firmenphilosophie, die Produkte permanent zu verbessern und Prozesse zu optimieren.“

Kerngeschäft ist die Fertigung auf Kundenwunsch. „Hier müssen wir sehr schnell sein“, betont Betriebsleiter Gerhard Jahn. „Unser Ziel ist es, Aufträge, die heute reinkommen, morgen auszuliefern.“ 1500 bis 2000 Maßaufträge pro Tag sind zu bewältigen. Daneben werden nach einem Absatzplan Standardstrümpfe z. B. für Krankenhäuser in Serienproduktion gefertigt. Aber auch in diesem Bereich gibt es 5000 verschiedene Varianten.

Zur Verbesserung der Datenerfassung und Steigerung der Kostentransparenz ist die Nutzung eines hoch stehenden BDE/MDE-Systems (Betriebsdatenerfassung/Maschinendatenerfassung) zur Bereitstellung von aktuellen und genauen Ist-Daten erforderlich. Nachdem das Management 2002 beschlossen hatte, SAP als ERP-System konzernweit einzusetzen, wurde ein neues BDE-System gesucht, das die alten Geräte ersetzen sollte. „Wir schaffen derzeit eine hochmoderne integrative SAP-basierte Anwendungslandschaft. Dazu haben wir ein SAP-zertifiziertes BDE-System benötigt, das unsere vielfältigen Anforderungen abdeckt, das aber zu keiner zweiten Anwendungsschicht unter SAP führt,“ erklärt Eberhard Hahn, IT-Leiter der Bauerfeind AG.

Gesucht wurde ein Anbieter, der bereits Erfahrungen mit SAP hatte und dessen Lösung eine höchstmögliche Integration in SAP bot. Im Mehrmaschinenbereich sollten auch mobile Datenerfassungsgeräte zum Einsatz kommen. Nach einem Systemvergleich, begleitet vom SAP-Beratungshaus Axentiv, entschied man sich bei Bauerfeind für die Lösung von Kaba Benzing. „Damit haben wir ein geschlossenes System aus einer Hand, das den Datenaustausch über die Standardschnittstelle der SAP abwickelt. Außerdem hatte Kaba Benzing mit seinen 950 SAP-Installationen viele Referenzen aufzuweisen“, betont Holger Wohlrabe vom Projektteam SAP Anwendungsbetreuung und -entwicklung PP/QM.

Der Produktivsetzung des gesamten Systems am 1. Januar dieses Jahres ging eine längere Projektierungs- und Testphase voraus. Denn Bauerfeind hatte vielfältige Anforderungen an die BDE, z. B. Leistungslohnermittlung, Tätigkeitsartenwechsel, Mehrmaschinenbedienung, Chargenverfolgung, individuelle Dialoge an den Terminals. Dafür wurde von Kaba Benzing eine Bauerfeind-spezifische Lösung für die Datenerfassung entwickelt. Dann wurde Ende 2004 die komplette Hardware für die Bereiche Zutrittskontrolle, Zeit- und Betriebsdatenerfassung installiert: vier Zutrittsmanager und 22 Subterminals, fünf Zeiterfassungsterminals, knapp 50 BDE-Geräte mit 10,4-Zoll- bzw. 15-Zoll-Grafikdisplay sowie 18 mobile Terminals. Sie sind über Ethernet mit einem Server und dem SAP-System verbunden.

Mit einem Big-Bang wurde das komplette System am 1. Januar gestartet. „Es hat von Anfang an alles reibungslos geklappt“, betont Holger Wohlrabe. Mit einem Ausweis buchen die ca. 700 Bauerfeind-Mitarbeiter ihre Arbeitszeiten – Gleitzeit und feste Zwei- oder Drei-Schichten – berührungslos an den neuen Terminals. Die Mitarbeiter in der Fertigung „stempeln“ dabei gleich an den BDE-Geräten.

Im BDE-Bereich waren die Veränderungen und auch die Auswirkungen am größten. Das Onlinesystem deckt viele Funktionen ab: Gruppenarbeit, Mehrmaschinenbedienung, Nacharbeit, Gut- und Ausschussmeldung, Zeitereignis- und lohnscheinbezogene Erfassung, Leistungslohn und Tätigkeitsartenwechsel. Bei der Belegrückmeldung können Aufträge fertiggemeldet oder nur teilfertiggemeldet werden, dann z. B. mit Grund der Unterbrechung, Ausschuss und Grund etc. Dabei wurden für einzelne Bereiche individuelle Dialoge an den Terminals entwickelt. Dass bei Bauerfeind sehr viele BDE-Daten erfasst werden, sieht man an folgender Zahl: Von Januar bis Ende Mai wurden ca. 1 330 000 BDE-Rückmeldungen durchgeführt.

Die Erwartungen, die Bauerfeind an das neue System gestellt hatte, wurden erfüllt. „Wir haben eine integrierte Lösung mit neuem, verbesserten Informationsgehalt“, erklärt Holger Wohlrabe. „Wir sehen heute jederzeit, wo sich ein Auftrag befindet“, ergänzt Gerhard Jahn. „Auch jede Produktionsstörung wird erfasst, wir können hier schnell reagieren und Störungen auf Dauer minimieren.“ Bauerfeind zieht eine positive Bilanz. „Wir konnten Prozesse optimieren, die Datenqualität und den Automatisierungsgrad erhöhen und insgesamt mehr Transparenz erreichen. Unser Partner hat sich als gut erwiesen, sowohl technologisch als auch hinsichtlich der Mitarbeit an der Gestaltung der Lösung“, sagt IT-Leiter Eberhard Hahn. PETRA EISENBEIS-TRINKLE/mg

Ein Beitrag von:

  • Manfred Grotelüschen

    Ressortleiter Elektronik/Energie bei VDI nachrichten. Seine Fachgebiete: Energiepolitik, Erneuerbare Energien, Energiewirtschaft.

  • Petra Eisenbeis-Trinkle

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