Mobilfunk 14.07.2000, 17:26 Uhr

Das Internet ist jetzt per Handy immer mit dabei

Der Engpass bei den WAP-Handys für den mobilen Internet-Zugang ist wohl vorbei. Bislang gibt es von drei Herstellern je ein WAP-Handy und von zweien je drei Geräte. Im Laufe des Sommers kommen weitere Hersteller hinzu. Die Oberklasse bei den WAP-Handys kostet derzeit ohne Vertrag zwischen 750 DM und 1000 DM.

Allein T-Mobil hatte im D1-Netz im Juni etwa eine Viertelmillion Kunden mit WAP-Handy – etwa 70 % davon haben schon mal „geWAPt“. Der mobile Surf-Ausflug ist zwar aufgrund kleiner Displays und geringer Datenrate alles andere als flott, reicht aber gut für den Abruf wichtiger Kurzinfos.
Die fünf getesteten WAP-Handys der Oberklasse von Ericsson, Motorola, Nokia, Siemens und Sony sind in vielerlei Hinsicht recht komfortabel. Alle fünf haben einen Vibrationsalarm, eine Uhr, eine Anruf-/Rückrufliste mit Anrufzeit-Speicherung, einen Antennenanschluss und sind zumindest Dual-Band-Geräte für den Einsatz in allen GSM-Netzen auf 900 MHz und 1800 MHz. Das Motorola ist als Tri-Band-Handy sogar in den amerikanischen GSM-Netzen auf 1900 MHz nutzbar.
Für den Internet-Surf-Ausflug sind sie alle mindestens gut oder befriedigend geeignet. Selbst im kleinen Motorola-Display werden noch vier Zeilen mit Internetinhalten angezeigt. Wer jedoch nicht nur über das WAP-Portal seines Netzbetreibers surfen will sondern etwa auch über ein Firmenportal, dürfte derzeit mit dem Motorola leider wenig Freude haben. Als einziges Testgerät kann es nur einen Zugangs-Parametersatz speichern und ist beim Ablegen von Bookmarks unkomfortabel.
Alle anderen Handys speichern je fünf Parametersätze, wobei das Nokia noch mit Hilfe einer SMS-Nachricht automatisch konfigurierbar ist. Bei der Speicherung von Bookmarks für den späteren Seitenabruf ist das Sony vorbildlich ausgestattet. Wer auch mal direkt über das „echte“ Internet Infos abrufen möchte oder E-Mails abholen und beantworten muss, ist ebenfalls mit dem Sony bestens bedient, denn es hat sogar einen HTML-Internet-Browser und ein E-Mail-Programm. Allerdings ist die grafische Darstellungsmöglichkeit doch sehr eingeschränkt und der Seitenaufbau kann wegen der großen Datenmengen sehr langsam werden.
Der direkte Internet-Einstieg ist auch mit den anderen Handys möglich, allerdings nur via Notebook-PC. Alle Geräte haben eine serielle Schnittstelle, bis auf das Sony verfügen alle über eine Infrarot-Schnittstelle.
Die Verständlichkeit beim Gesprächspartner ist bei allen Handys sehr gut, während die Empfangsempfindlichkeit beim Sony und Ericsson ein klein wenig schwächer ist. Bei der Hörer-Lautstärke zeigt das Sony Schwächen und auch das Siemens könnte noch ein klein wenig zulegen.
Im Vergleich zu früheren Handys sind die Testmodelle recht kompakt – sogar das 140 g schwere Nokia liegt angenehm in der Hand. Besonders flach ist das Ericsson, allerdings ragt der Akku unschön aus der Handyrückseite heraus. Mit großem Abstand am leichtesten und kleinsten ist das Sony. Mit 613 mm2 aktiver Fläche belegt dessen Graustufen-Display einen guten dritten Platz. Alle anderen Displays haben keine Graustufendarstellung. Ganz vorne liegt bei der Displaygröße das Nokia, allerdings auf Kosten des Designs. Den besten Display-Kontrast bietet das Ericsson.
Bei der Bedienung gibt es starke Unterschiede. Während das Ericsson keine Softkeys hat, aber dennoch bequem über vier Navigationstasten steuerbar ist, hat das Nokia zwei Softkeys, das Motorola je nach Situation drei und das Siemens sogar vier. Das Nokia bietet zusätzlich den „Navi-Roller“, ein Drehrad mit integrierter Tastfunktion.
Das Sony wird fast vollständig per Daumen-Drehrädchen mit drei zusätzlichen Tastfunktionen bedient. Beim Motorola gibt es ein individuell programmierbares Schnellmenü mit neun Funktionen.
Bei den Tonrufen sind das Sony mit 30, das Nokia mit 40 und das Siemens mit 43 Melodien ganz vorn. Beim Siemens sind VIP-Telefonbucheinträge herausfilterbar und beim Nokia gibt es fünf Gruppenfilter.
Eine Sprach-Erkennung fürs Telefonbuch haben das Motorola, das Ericsson und das Siemens – beim Ericsson ist sogar per Stimme die Rufannahme möglich und beim Motorola können 25 Telefonbucheinträge sowie neun Softkey-Tasten per Stimme aktiviert werden.
Ein Sprachmemo gibt es bei allen mit Ausnahme des Nokia. Am komfortabelsten ist dies beim Sony mit 10 Speicherplätzen zu je 20 s – diese Notizspeicher werden gemeinsam mit dem integrierten Kurzzeit-Anrufbeantworter verwaltet.
In der Stromversorgung offenbaren sich große Unterschiede. Der Akku des Ericsson hält laut Restenergieanzeige „vollgetankt“ 94 h. Für das Motorola und für das Sony sind 150 h angegeben. Nokia und Siemens werben mit mehr als 200 h. In der Praxis dürften sich diese Werte aber doch stark relativieren, denn WAP-Ausflüge mit stromfressender Displaybeleuchtung zehren kräftig an den Reserven. PETER PERNSTEINER
Internetausflug am Caféhaustisch: Mit Handy oder Organizer ins World Wide Web – WAP macht es möglich. Komfortable WAP-Handys sind mittlerweile in reicher Auswahl zu haben.

Ein Beitrag von:

  • Peter Pernsteiner

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