IFA 2011 02.09.2011, 12:07 Uhr

Das Digitalradio ist der heimliche Audiostar der IFA

Nach dem Superjahr 2010 ist es für die Unterhaltungselektronikbranche schwer, die Vorjahreszahlen zu erreichen. Die wirklich großen Innovationen im Audiobereich sucht der Verbraucher auf der IFA vergeblich. Die Branche setzt auf DAB.

Für die Unterhaltungselektronik lag die Messlatte hoch – nach dem Boom im vergangenen Jahr war es schwer, diese Zahlen 2011 zu schaffen. Und so verzeichnet der Gesamtmarkt für Unterhaltungselektronik im ersten Halbjahr dieses Jahres ein Minus von 6,7 %.

Kein Wunder, sagt der Bundesverband Technik des Einzelhandels e. V. (BVT). „Der Umsatzrückgang bei der Unterhaltungselektronik ist dem extrem guten Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2010 geschuldet, der durch die Einführung des HDTV-Regelbetriebs sowie den Sportereignissen Olympische Spiele und Fußball-WM begünstigt war.“

Komponenten für das Digitalradio sind sehr gefragt

Impulse erwartet der BVT eher von anderen Bereichen. Mit der am 1. August gestarteten bundesweiten Digital-Radio-Ausstrahlung (DAB) würden die Marktteilnehmer Chancen erwarten, so der BVT. Das schlägt sich auch in den Verkaufszahlen nieder: Mit einem Plus von 6,3 % sind einzelne Komponenten – wie Empfangsgeräte für das Digitalradio – sehr gefragt. Der Konsument rüstet offenbar seine Hi-Fi-Anlage Stück für Stück auf das digitale Zeitalter um.

Diesem Trend kommt auch die IFA entgegen. Viele Radiosender und Hersteller wollen dort dem Publikum die Vorzüge von DAB nahebringen. Das Deutschlandradio – das mit seinen drei Programmen DRadio Wissen, Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk im Digitalradio zu hören ist – zeigt auf der Messe eine breite Palette der im Handel erhältlichen Digitalradiogeräte und informiert umfassend über den bundesweiten und den landesweiten Ausbau von DAB. Es wird auf der IFA einen ganzen DAB-Thementag geben: Der Montag (5. September) wird zum Digitalradio-Tag erklärt.

Neue Geräte sollen Digitalradio in Schwung bringen

Die Hersteller versuchen mit neuen Geräten dem noch dümpelnden DAB neuen Schwung zu geben. Zur Funkausstellung präsentiert Terratec ein Stand-alone-DAB+-Radio mit dem Namen Noxon dRadio 100. Bis die analoge Ultrakurzwelle in ein paar Jahren abgeschaltet wird, kann der Anwender UKW ebenfalls über das Noxon dRadio 100 empfangen. Zudem zeigt das nordrhein-westfälische Unternehmen den „Noxon DAB Stick“, einen USB-Stick für den Rechner zum Preis von 20 €. Terratec verspricht einfachste Installation, die Software sei speziell für den DAB-Empfang in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) entwickelt worden.

Viel verspricht sich auch Philips von DAB: Das Unternehmen ist gleich mit zwei Hi-Fi-Systemen, einem flachen Micro-System, drei portablen Radios und einem Radiowecker für das Digitalradio in Berlin am Start. Die beiden Hi-Fi-Anlagen, Harmony Hi-Fi-System DCB8000 für 630 € und Harmony Hi-Fi-System DCB7005 für 440 €, überlassen dem Zuhörer die Wahl zwischen DAB+ und dem traditionellen UKW-Radio. Zusätzlich bieten sie eine Dockingstelle für die Wiedergabe von Musik, die auf iPod, iPhone oder iPad gespeichert ist. Auch beim neuen Micro-Modell (Micro Music System DCB2070, 250 €) gibt es die freie Wahl bei der Wiedergabe von DAB+ oder UKW, iPod, iPhone, iPad, MP3-Player oder CD. Ob die Verbraucher allerdings beim digitalen Radiowecker AJB3552 zugreifen werden, bleibt angesichts des Preises von 99,99 € noch abzuwarten.

Loewe setzt bei Home-Entertainment auf Vernetzung

Ansonsten sind echte Audio-Innovation auf der IFA eher spärlich gesät. Vielmehr versuchen die Hersteller die potenziellen Käufer ihrer Anlagen mit einem hohen Vernetzungsgrad und einem hohen Komfortangebot zu überzeugen. Gutes Beispiel dafür ist der Hersteller Loewe: Dessen neues Audiosystem SoundVision lässt sich durch LAN, WLAN oder Powerline sowohl mit dem Loewe-Home-Entertainment-System als auch mit dem eigenen Heimnetzwerk verknüpfen. So können Nutzer auch auf die in ihrem Netzwerk gespeicherten Musikdateien zugreifen.

Durch das Internetradio „Aupeo“ ist es möglich, Empfehlungen für neue Songs zu erhalten. Der integrierte Musikerkennungsdienst Gracenote beantwortet Fragen nach dem Titel oder dem Künstler eines Musikstücks. Außerdem besteht die Möglichkeit, Musik via Bluetooth direkt vom Mobiltelefon an die Anlage zu senden. Gleichfalls können Musikstücke von der Loewe SoundVision an geeignete Bluetooth-Kopfhörer verschickt werden.

 

Ein Beitrag von:

  • Sven Hansel

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