Telematik 30.03.2001, 17:29 Uhr

Das Auto der Zukunft fährt als Daten-Knoten im Internet

In Car Computing und Telematik waren auf der CeBIT publikumsträchtige Themen. Die IT-Größen IBM und Microsoft schmückten sich mit dem vernetzten Automobil.

Das zukünftige Automobil ist nicht nur ein bewegtes Objekt“, sagt Peter Häussermann, Direktor Telematics bei DaimlerChrysler, „sondern ein Knoten im globalen Netz.“ Als vernetztes Internet-Mobil adressiere die Telematik-Karosse alle Sinne des Fahrers und auch der Mitfahrer. Häussermann: „Man kann im Auto arbeiten oder sich weiterbilden. Die Technologie ist Telematics, diese Systeme lassen sich akustisch steuern sowie Informationen auch per Sprache ausgeben. Die Systeme müssen kompatibel zur PC-Welt sein, jedoch stabiler laufen und kurze Hochlaufzeiten aufweisen.“
Am Beispiel eines Porsche Boxster zeigte IBM auf der CeBIT 2001, was heute bereits machbar ist. Eine Schlüsseltechnologie in diesem Zusammenhang ist die Spracheingabe und -erkennung, denn der Fahrer eines Automobils sollte seine Augen nicht vom Verkehrsgeschehen abwenden. So kann der Fahrer mit dem Internet über eine Freisprecheinrichtung kommunizieren neue Dienste beantworten Anfragen zum Wetter, dem Straßenzustand oder dem Programm im örtlichen Kino. Sie übernehmen sogar die Reservierung eines Hotelzimmers oder des Tisches im Restaurant. Selbst Buchungen von Fähre oder Bahn sind kein Problem, weil die Bord-Navigationseinrichtung den ungefähren Ankunftszeitpunkt ermitteln kann und so entsprechende Reservierungen ermöglicht.
Und die nächtliche Suche auf einer Landstraße nach einer Tankstelle soll mit den neuen Diensten kein Problem mehr sein. Der Fahrer wird rechtzeitig darauf hingewiesen, wie weit die Tankfüllung noch ausreicht und sogar zur nächsten Tankstelle navigiert.
Die heutigen Telematik-Anwendungen sind allerdings mangels fehlender Standards häufig Insellösungen, die eine Integration unterschiedlicher Übertragungswege sowie Hard- und Softwarelösungen nahezu unmöglich machen. IBM setzt hier auf eine Client/Server-Struktur, die durch den Einsatz einer Integrationssoftware (WebSphere Everyplace) und den darauf aufbauenden mobilen Services des Partners CAA eine mobile Kommunikationsplattform darstellt.
Gemeinsam mit der Automobilindustrie arbeitet das IT-Unternehmen daher an neuer Systemarchitektur und entwickelt Infrastruktur-Komponenten für die Erweiterung von Telematik-Funktionalitäten. „Mit unseren Lösungen tragen wir dazu bei, dass Telematik bald für alle Autofahrer erschwinglich wird und nicht auf das Luxus-Segment beschränkt bleiben“, verspricht Friedrich Christeiner, General Manager Automotive Industry. „Von einem Durchbruch bei der Wirtschaftlichkeit werden alle profitieren, nicht nur jeder einzelne Autofahrer. Auch die Hersteller und alle Anbieter von Diensten haben dann eine breite und solide Basis, als Voraussetzung für weitere Innovationen und verbesserte Services. Deshalb arbeiten wir gemeinsam mit der Industrie an Standards, die wirtschaftlicher sind als exotische Insellösungen“.
Anfang letzten Jahres hat Microsoft unter dem Namen NGWS (Next Generation Windows Services) eine sehr weit reichende Strategie für die nächsten Jahre vorgestellt. Diese inzwischen in „Microsoft .NET“ umgetaufte Plattform steht für eine Reihe von technologischen Facetten, welche die Entwicklung insbesondere von Web-Anwendungen vereinfachen sollen. Und mit Car.NET sowie dem Betriebssystem Windows CE 3.0 geht Microsoft nun den interessanten Automobilmarkt an. „In den USA entwickelte Clarion den ersten Computer mit Windows CE für das Automobil bereits 1998, die dritte Generation ist seit Oktober letzten Jahres im Handel. Mit Car.NET und Windows CE 3.0 wollen wir einen Software-Standard für unterschiedliche Telematik-Dienste und Edutainment setzen, und hier arbeiten wir mit Partnern wie Bosch oder dem Standardisierungsgremium Oasis zusammen“, sagt Bob McKenzie, President Automotive bei Microsoft.
Der Softwaregigant und Volkswagen kooperieren seit einigen Wochen auch beim Aufbau eines europaweiten Mobilitätsportals. Das Portal unter www.volkswagen.de umfasst zahlreiche Angebote für den mobilen Anwender, so liefert MSN neben deutschlandweiten Wetterinformationen die Dienste Routenplanung, detaillierte Stadtpläne sowie einen kostenlosen SMS-Service für das Portal. Auf die Inhalte kann auch über WAP zugegriffen werden, ein Ausbau für die Nutzung im Auto ist geplant. Mit Wetterinformationen von über 2000 Wetterstationen deutschlandweit ist eine Vorhersage bis auf lokales Niveau möglich. Die Routenplanung bietet Zugriff auf Straßenkarten von 14 Ländern Europas, rund 24 000 Orts- und Gemeindepläne mit Straßenverzeichnissen stehen zur Verfügung. Im Stadtplandienst befindet sich Kartenmaterial von rund 3300 Städten und Orten in ganz Deutschland. Das Angebot soll in den nächsten Monaten vor allem um Services für die mobile Nutzung erweitert werden. ACHIM SCHARF

Von Achim Scharf
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