Sicherheitslücke bei Microsoft 28.04.2014, 16:49 Uhr

Computer-Hacker greifen über den Internet-Explorer an

Wer mit einem Internet Explorer surft, steht zurzeit auf wackligem Terrain. Denn Microsoft warnt vor einer Sicherheitslücke: Betroffen sind ausnahmslos alle Explorer ab der sechsten Version. Der Software-Konzern will so schnell wie möglich ein außerplanmäßiges Update liefern

Der Internet Explorer hat nicht nur unter dem alten Betriebssystem Windows XP erhebliche Sicherheitsprobleme. Auch neueste Versionen bieten Einfallstore für Hacker und Schadsoftware.

Der Internet Explorer hat nicht nur unter dem alten Betriebssystem Windows XP erhebliche Sicherheitsprobleme. Auch neueste Versionen bieten Einfallstore für Hacker und Schadsoftware.

Foto: Screenshot Ingenieur.de

Das Leck in dem weit verbreiteten Browser sei bereits für „begrenzte, zielgerichtete Angriffe“ genutzt worden, teilte das Unternehmen mit. Gefährlich ist die Lücke, weil Hacker aus der Ferne Daten auf privaten PCs löschen oder abgreifen können. Jeder weiß, wenn sensible Daten in falsche Hände geraten, kann der Schaden unter Umständen nie wieder gutgemacht werden.

Vorsicht beim Surfen: Schadcode schnell auf dem Rechner

Um Kontrolle über Rechner zu bekommen, präparieren Hacker Webseiten so, dass sie mit den gleichen Rechten ausgestattet werden wie ein legitimer User. In der Regel werfen sie ihre Köder mit E-Mails oder Chat-Nachrichten aus. Darin sind Links zu Webseiten mit entsprechender Schadsoftware enthalten. Wenn ein Nutzer solch eine manipulierte Seite ansurft, hat er den Schadcode flugs auf dem eigenen Rechner. Deshalb ist jetzt Vorsicht beim Surfen angesagt.

Microsoft will bald außerplanmäßiges Update liefern

Von der Sicherheitslücke sind alle Explorer der Versionen 6 bis 11 betroffen. Auch der alte Standardbrowser von Windows XP ist nicht sicher. Verstärkt in der Schusslinie scheinen jedoch die moderneren Versionen 9, 10 und 11 zu sein. Sie verfügen über komplexere Komponenten, die die Sicherheitslücke offenbar braucht.

Microsoft will mit einem außerplanmäßigen Update rasch für Sicherheit sorgen. Allerdings nannte der US-Konzern dafür bisher keinen Termin. Ganz schlechte Karten haben alle, die noch mit Windows XP arbeiten. Denn seit dem 8. April bietet Microsoft keine Updates für dieses alte Betriebssystem mehr an. Damit sind die Tore für Angriffe weit offen. Man kann zwar versuchen, es den Angreifern schwerer zu machen, indem man den „Enhaced Mitigation Experience Toolkit“ (EMET) installiert, aber besser wäre wohl ein Upgrade.

Sicherste Alternative: Auf andere Webbrowser umsteigen

Um auch in allen anderen Versionen die Sicherheitslücke wenigstens notdürftig zu schließen, sollten laut Microsoft alle Nutzer ihre Sicherheitssoftware auf den neusten Stand bringen. Also Anti-Viren-Programm und Firewall aktuell halten. Wer über den Internet Explorer 11 verfügt, soll den „Enhaced Protect Mode“ aktivieren. Ganz auf Nummer sicher geht man aber, wenn man auf eine anderen kostenlosen Webbrowser ausweicht wie Google Chrome, Mozilla Firefox, Safari und Opera.

Mehr Details zu dem aktuellen Sicherheitsfehler liefert Microsoft auf seiner Webseite.

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