Messen 15.03.2002, 17:33 Uhr

CeBIT-News und Jazzmusik aus dem Web

Nicht nur die weltgrößte Computermesse CeBIT präsentiert sich täglich mit aktuellen Sendungen im Internet. Wer einen DSL-Anschluss und am besten auch eine Flatrate hat, kann am PC auf Tausende von Radio- und Fernsehprogrammen aus aller Welt zugreifen.

Kilometerlange Wege, überfüllte Hallen, trödelnde Tütenträger – für professionelle Besucher ist die CeBIT oft eine Horrorveranstaltung, die man eher mit Widerwillen besucht. Wer sich den Weg nach Hannover ganz sparen will, schaltet am besten den PC und die Internet-Verbindung ein und kann dabei sogar schon vor Messebeginn den Journalisten bei der Arbeit über die Schulter schauen. Denn viele Pressekonferenzen werden übertragen. Aber auch ein Messeradio, das in Wirklichkeit ein Messefernsehen ist, sendet abends zwischen 20 und 22 Uhr die heißesten News aus Hannover ins Internet.

Glücklich kann sich schätzen, wer für diesen Spaß einen schnellen DSL-Zugang nutzen kann und nur eine Monatspauschale bezahlt. So kommt immerhin ein bewegtes Bild in halber Postkartengröße zum Nulltarif ins Haus. Die verschiedenen Kanäle („channels“) unter Cebit bieten eine Menge Informationen, größtenteils live, aber auch auf Abruf aus dem Speicher.

Doch nicht nur aktuelle Informationen, auch das reine Vergnügen wartet im Internet darauf, akustisch und optisch wahrgenommen zu werden. Mit einem kostenlos heruntergeladenen Realplayer oder dem Microsoft-Mediaplayer liefert der PC rund um die Uhr tausende Radio- und Fernsehprogramme aus der ganzen Welt auf Bildschirm und Boxen. Zwischen 5000 und 10 000 sollen es inzwischen sein, die Angaben über aktive Programme schwanken enorm. Wer über den im Realplayer integrierten Tuner oder die anderen Verzeichnisse im Internet auf Wellensuche geht, stößt immer wieder auf tote Links und die Ansage, dass es den Sender nicht mehr gibt.

Copyright-Probleme, Lizenzierungsfragen und fehlende Regelungen für die Vergütung der Abspielrechte bremsen vor allem in den USA, in der rund 3000 Programme als Digitaldaten ins Internet strömen, den Gründungsboom für neue Internet-Kanäle. „Viele Sender haben deshalb ihren Betrieb vorübergehend eingestellt“, hat Tsia Harris von der kalifornischen Webstreaming-Firma BRS Media beobachtet.

Was davon übrig ist, kann sich sehen und vor allem hören lassen. Mit 56 kbit/s und teilweise MP3-Codierung kommt der Stereoklang aus der Leitung einer CD schon nahe. Bis zu 96 kbit/s reichen die Datenraten für das Webradio. Oftmals kommen viele Sender allerdings mit 28 kbit/s aus und bieten dann nur die Klangqualität eines verzerrten Mittelwellenradios.

Bei Fernsehprogrammen stellt sich die Abspielsoftware häufig auf die höheren Datenraten ein, die DSL-Anschlüsse liefern. Wer dann bei N24 oder n-tv ins Live-Programm schaut, wundert sich über die gute Bildqualität und die lippensynchrone Wiedergabe des Stereotons. Ein Vollbild wie im Fernsehen ist allerdings nicht drin, gerade mal das Format einer größeren Streichholzschachtel wird in ausreichender Schärfe übertragen. Das reicht allemal, um das aktuelle Nachrichtenprogramm zu verfolgen. Vielmehr Spaß macht es da schon – trotz bescheidener Bildqualität– mal bei den Sendern von Angola, Jamaika, Uruguay, amerikanischen Lokalsendern oder bei der Nasa hereinzuschauen.

Kosmopoliten und Musikliebhaber können dank Webradio dem Einerlei der Hitparaden der letzten 20 Jahren entgehen, denen sich die quotensüchtigen privaten und öffentlich-rechtlichen Radiosender hier zu Lande ausnahmslos verschrieben haben. Denn nirgendwo sonst gibt es so viele gute Programme wie im Netz. Oft kommen sie von reinen Abspielstationen ohne Werbung und Ansagen, die die Playlist für kaufwillige Musikfans allerdings geschickt mit Amazon „verlinken“. Oldies, Blues, Jazz, alternativer Rock, Country, südamerikanische Tanzmusik, Hip Hop, Hintergrundmusik und Klassik verschönern ganz nach Lust und Laune den Tag oder die Nacht am PC. Bei einem DSL-Anschluss bleibt dann auch genügend Kapazität übrig, um mit nettem Musikteppich im Hintergrund im Internet zu surfen.

Während viele deutschen Privatsender ihre Programme auch ins WWW einspeisen, haben die Öffentlich-Rechtlichen diesen Kanal noch kaum entdeckt. Nur SWR3 ist mit seinem Live-Programm und neun Offline-Programmen zu Popmusik-Themen gut vertreten. Der NDR speist seinen jungen N-Joy-Kanal ein, der Bayerische Rundfunk informiert mit B5.

Obwohl die öffentlich-rechtlichen Sender gern die so zum Radio und Fernseher gewordenen PC mit Rundfunkgebühren belegt hätte, ist das Webradio zumindest bis 2004 davon befreit. Danach könnte die diskutierte haushaltsbezogene GEZ-Pauschale den Mediengenuss etwas trüben.

Ein Beitrag von:

  • Friedhelm Weidelich

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