Telekomunikation 07.03.2003, 18:24 Uhr

Brückenschlag zwischen Schnelligkeit und Sicherheit

VPN-Lösungen setzen sich zunehmend durch, denn die Unternehmensstrukturen sind im Wandel. Doch ohne die richtige Planung bleibt der Nutzwert aus.

Manche VPN-Implementierungen sind so offen wie Scheunentore“, skizziert Günter Busch, Marketing Manager Central & Eastern Europe bei Nokia Internet Communications, eines der wichtigsten Probleme von Virtual Private Networks (VPNs). Oft müssen alle Partner, mit denen ein Unternehmen kommuniziert, auf das firmeneigene Netzwerk zugreifen können. Die dazu notwendige Sicherheit versprechen zwar die VPN-Anbieter, doch noch immer bestehen in der Praxis vor allem bei der Sicherheit große Unterschiede.
Die virtuellen Netze sollen nicht nur sicher arbeiten, sondern auch einfach einzurichten und besonders wirtschaftlich sein. Den Herstellern muss also der Brückenschlag zwischen Schnelligkeit und Sicherheit gelingen.
Ein Trendthema ist das VPN auf Basis der MPLS-Technologie (Multi Protocol Label Switching), wie es unter anderem von T-Systems gezeigt wird. MPLS soll zum einen die notwendige Sicherheit der per VPN übertragenen Daten und zum anderen deren schnelle und vollständige Übermittlung garantieren.
Dazu wird jeder Anwendung eine eigene Verkehrsklasse mit maximalen Werten für Verzögerung (Delay), Laufzeitschwankungen (Jitter) und Paketverlust (Packet Loss) zugewiesen. Auf diese Weise soll die Netzwerkperformance durch den Einsatz von VPN-Technologie nicht beeinträchtigt werden.
Bei der Ausstattung geht der Trend zu VPNs, die mit hardwarebasierten Appliances betrieben werden. Sie bieten Vorteile in der Wartung und auch in der Wirtschaftlichkeit, versprechen die Anbieter.
„Viele der auf dedizierten Workstations implementierten VPNs kranken bereits an den Grundlagen: Die meisten PC-Betriebssysteme wurden ursprünglich nicht mit Blick auf die hohen Sicherheitsanforderungen einer offenen Netzwerkumgebung entwickelt. Sie enthalten eine breite Vielfalt an Befehlen, die es Unbefugten ermöglichen sich etwa via FTP- oder HTTP-Verbindung Zugang zu einem Rechner zu verschaffen“, erklärt Günter Busch.
Auch Mitbewerber Cisco setzt auf Hardware: „Der Trend bei VPNs geht in die Richtung Geschwindigkeit und Leistung. So wird in vielen Routern die VPN-Verschlüsselung in der Hardware statt in der Software realisiert, um keine Einbußen bei der verschlüsselten Übertragung zu erhalten“, skizziert Carsten Queisser, Produkt Marketing Manager, Enterprise, Cisco Systems, den Ansatz seines Unternehmens.
„Schnelligkeit ist nicht alles“, warnt Bernd Bilek, Systems Engineer bei Symantec. Die Stabilität und Wirtschaftlichkeit von VPNs wird seiner Ansicht nach bereits vor der Implementierung festgelegt. Nur mit einer genauen Planung sowie einer logisch und systematisch durchgeführten Implementierung lassen sich seiner Ansicht nach Fehlschläge ausschließen. Dazu sollte ein Unternehmen zunächst feststellen, welchen Verwendungszweck das VPN erfüllen und von welchen Standorten es genutzt werden soll.
Bei der Einrichtung eines VPNs müssen Unternehmen vermehrt die Einbindung von so genannten Mobile Clients wie Notebooks und PDAs berücksichtigen. „Ein Trend dieses Jahres ist der zunehmende Einsatz von VPN-Technologie auch im Mobilfunk“, beobachtet Nokia-Manager Busch. Sein Unternehmen zeigt auf der CeBIT zum Beispiel einen VPN-Client für den Nokia Communicator.
Andere Hersteller folgen: Toshiba zeigt einen Client, mit dessen Hilfe ein Notebook per VPN Verbindung zum Firmennetz aufnimmt. Check Point bietet mit dem „VPN-1 SecureClient“ einen VPN-Software-Client für den HP iPAQ Pocket PC h5450. Auf der CeBIT will man die Kundschaft an das Thema VPN weiter heranführen. So sind viele Anwendungsszenarien zu sehen, mit denen Aussteller wie etwa Alcatel den Besuchern ihre VPN-Produkte live nahe bringen wollen. ELKE REKOWSKI

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  • Elke Rekowski

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