CeBIT 2012 02.03.2012, 12:00 Uhr

Breitband auf neuen Wegen

Auf der CeBIT trifft sich wieder einmal die deutsche Breitbandbranche, um Wege und Mittel zu erörtern, wie Deutschland den Anschluss an die Spitze der weltweiten Megavernetzung finden kann. Sowohl in Festnetzen als auch im Mobilfunk ist viel zu tun.

Video und andere multimediale Inhalte werden aufs Handy geschickt, hochaufgelöstes Fernsehen (HDTV) auf Hybriden aus Fernseher und PC betrachtet. NSN (Nokia Semens Networks) prognostiziert den Mobilnetzen bis 2020 je Endanwender 100-mal so viel Datenverkehr wie heute, was natürlich auch die meist mit Glasfaser verkabelten Backbones belastet. Dazu kommen Millionen unterschiedliche Endgeräte. Von ihnen haben viele eigentlich nichts mehr mit IT zu tun, etwa intelligente Stromzähler, die schon bald flächendeckend in jedem Haushalt stehen und Daten übers Netz schicken sollen.

Der Branchenverband Bitkom verkündete jüngst in einer Pressemeldung, Deutschland stehe europaweit an der Spitze der Breitbandbewegung. Allerdings spricht man dort von Anschlüssen mit 1 Mbit/s Verbindungsgeschwindigkeit im Download. Das jedoch verhält sich zum Breitbandbegriff anderer Weltregionen wie ein Feldweg zur Autobahn.

Breitband im Festnetz: 100-Mbit/s-Glasfaseranschluss das Maß der Dinge

Das Maß der Dinge im Festnetz ist heute der 100-Mbit/s-Glasfaseranschluss. Hier rangiert Deutschland europa- und erst recht weltweit unter ferner liefen – noch nicht einmal 1 % der Haushalte kann auf die Technologie zugreifen. Immerhin wird sich die Branche auf dem traditionellen Breitband-Kongress während der CeBIT in Halle 13 einmal mehr mit dem Thema „Breitband in Deutschland“ befassen.

Ohnehin werkelt die IT- und Telekommunikationsbranche ständig an Innovationen, um den knappen Raum im Netz besser zu nutzen. Denn sonst, so mutmaßen Skeptiker immer wieder, werde das Internet eines Tages wegen Überfüllung zusammenbrechen.

Einer wenigstens ist sich vollkommen sicher, dass dies nicht geschehen wird: Paul Sagan, Präsident und CEO des Internetoptimierers Akamai. „Man muss, wie wir es tun, die Datenströme nur aus dem überfüllten Netzkern heraushalten, dann ist das Internet nahezu unbegrenzt skalierbar“, beteuert er. In mehr als 900 der 10 000 Netzwerke, die gemeinsam das Internet bilden, stecken Akamai-Systeme, die genau das bewirken sollen.

Kapazität wird in den Backbone-Netzen vor allem mit optischen Technologien erweitert. Passive Technik mit keinen oder möglichst wenig aktiven Komponenten direkt im Datenweg ist Trumpf.

Derzeit stehen zwei Möglichkeiten zur Wahl: das vor allem in Europa und Nordamerika verbreitete GPon (Gigabit
Passive Optical Networks) und die asiatische Variante EPon (Ethernet Pon). In Europa kommen dazu breitbandige Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.

LTE-Breitband macht in mobilen Netzen 70 Mbit/s bis 100 Mbit/s möglich

In den mobilen Netzen, wo mit LTE Bandbreiten von 70 Mbit/s bis 100 Mbit/s real werden, geht es vor allem darum, mehr Kapazität für Belastungsspitzen zur Verfügung zu stellen. „Während eines Stadtfestes oder bei Großereignissen wie Fußballmatches registriert man plötzlich auf engem Raum einen Verkehrsanstieg auf das Doppelte oder Dreifache“, sagt Bernd Hildebrandt, strategischer Produktmanager für Netzsysteme bei Nokia Siemens Networks. Der Anbieter möchte die Kapazität der Mobilnetze durch sein Konzept „Liquid Net“ optimieren. Bei Alcatel-Lucent heißt das entsprechende Konzept „Lightradio“.

Verbesserungen sind beim intelligenten Management der Funkfrequenzen zu erwarten. So bietet NSN Antennen an, die ihre Ausstrahlung je nach Bedarf in bestimmte Richtungen lenken und konzentrieren können (Beamforming). Sie eignen sich für die Abdeckung begrenzter Areale mit besonders hoher Nutzerdichte, etwa der Fußballstadien.

Die Kombination sehr unterschiedlicher Zellgrößen soll verhindern, dass in dichten Bereichen der Verkehr zusammenbricht oder bestimmte Bereiche gar nicht erreicht werden. Femtozellen beispielsweise verbinden nur wenige, vielleicht auch nur ein kabelloses Gerät mit einem verkabelten Backbone in der Nähe.

Unterschiedliche Zellgrößen sollen mobile Breitband-Netze stabiler machen

Alcatel-Lucent hat für den Aufbau dieser Zellen mit der 9360 Small Cell Solu-
tion ein würfelförmiges Gerät mit einer Kantenlänge von etwa 1 dm entwickelt, das komplette Funktionen für Mobilfunk der dritten Generation enthält, an jede Wand passt und mehr als ein Dutzend Endgeräte versorgen kann. 16 Stück dieser Würfel lassen sich zusammenschalten und gemeinsam administrieren.

Im Herz des Netzwerks, dem Core, dagegen geht es vor allem um flexibles, bedarfsangepasstes Management der Infrastrukturressourcen. „Die Informationsverarbeitung in Basisstationen wird zukünftig alternativ aus einer Cloud erbracht. In dieser virtualisierten Infrastruktur kann man die Rechenleistung dann nach Bedarf dahin schieben, wo und wann sie benötigt wird“, erklärt Heinz Zallmann, Customer Marketing Manager bei Alcatel-Lucent.

 

Ein Beitrag von:

  • Ariane Rüdiger

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