Mobilfunk 16.03.2007, 19:27 Uhr

Billiger per Handy telefonieren  

VDI nachrichten, Hannover, 16. 3. 07, rb – Flatrates für das Handy und immer günstigere Minutenpreise in alle Netze schießen im CeBIT-Umfeld wie Krokusse aus dem Boden. Parallel zu den Offerten der klassischen Mobilfunkbetreiber drängen neue Anbieter aggressiv auf das Handy. Auch sie haben Tarife im Visier und bieten günstigere Handytelefonate mit kleinen Softwareprogrammen oder Gespräche über das Internet.

Sie heißen Sparruf, Cellity, Smart2Talk, Rebtel oder Jajah und haben alle eines im Blick: billiger als bei etablierten Mobilfunkern samt ihrer Zweitmarken über das Handy telefonieren. Vor allem bei Auslandsgesprächen oder ins deutsche Festnetz lässt sich damit erheblich sparen, versprechen die neuen Anbieter.

Seit einem Jahr bietet Sparruf.de seinen Rückrufdienst an. Das Heidelberger Unternehmen verspricht über die zwischengeschaltete Festnetznummer 0355/4949, die vor jedem Handyanruf vorgewählt werden muss, z. B. Verbindungen von deutschen Handys zu Mobilfunknutzern in den USA für nur 9 Cent.

Dabei registrieren sich Nutzer unter der oben genannten Nummer und richten per Kreditkarte oder Bankeinzug ihr Konto ein. Grundgebühr und Mindestumsatz entfallen. Lediglich die Verbindung zum Festnetz fällt an, die hierzulande je nach Mobilfunkanbieter zwischen 5 Cent und 30 Cent pro Minute zu Buche schlägt. „Vor allem Nutzer von Flatrates und solche, die durch den Rückrufdienst hohe Kosten ins deutsche Festnetz vermeiden wollen, profitieren“, sagt Sparruf-Chef Nikolaus Starzacher.

Das Hamburger Unternehmen Cellity konzentriert sich momentan auf den deutschen Markt. Nutzer melden sich auf der Cellity-Internetseite an und laden einmalig die 72 kByte schlanke Software auf das Smartphone oder Java-Handy herunter: Dies reicht aus, um ohne SIM-Karten-Wechsel günstiger zu telefonieren. Denn die Software soll nun automatisch ausrechnen und anzeigen, wie viel Einsparpotenzial beim Telefonat z. B. zwischen Vodafone D2 und E-Plus steckt. „Das kann bis zu 90 % ausmachen“, so Sarik Weber, Gründer von Cellity.

Dabei entscheidet die Software selbstständig, ob das Gespräch günstiger über den Cellity-Server über eine 0800-Nummer, eine Festnetzeinwahl für 15 Cent bis 19 Cent pro Minute oder je nach Tarif besser herkömmlich geführt wird. Auch hier profitieren Handyflatrate-Nutzer, die für 3 Cent z. B. ins Festnetz telefonieren können.

Momentan funktioniert die Cellity-Software, die inzwischen eine siebenstellige Entwicklungssumme verschlungen hat, auf 200 Handymodellen von fünf Herstellern. Zur CeBIT wollen die 15 Cellity-Entwickler eine Blackberry-Variante vorstellen. „Ab Mitte 2007 wollen wir unseren Dienst auch in Europa und den USA anbieten“, sagt Weber. Dann soll auch ein Roaming zwischen den Netzen möglich sein.

Anders gestartet hingegen ist das kalifornisch-österreichische Unternehmen Jajah. Das Start-up wurde mit Telefonie, die über den Rechner und das Internet aufgebaut wird, groß. Derzeit gibt es 1,8 Mio. Jajah-Anhänger, wovon 600 000 die mobile Variante nutzen. Seit Februar kann man den Dienst auch auf Smartphones per Webbrowser über mobile.jajah.com nutzen. Dabei gibt man die eigene Nummer an und die des Teilnehmers, den man sprechen möchte. Schon wird das Telefonat initiiert – gerade für Auslandsgespräche in über 50 Länder zu günstigen Konditionen.

Nutzer, die kein Smartphone besitzen, können sich eine kleine Software herunterladen. Sie funktioniert derzeit auf 70 Handymodellen. „Ab April wird unser mobiler Dienst, aber auch die PC-basierte Telefonie noch einfacher“, verspricht Jajah-Sprecher Tilo Bonow.

1,3 Mrd. Menschen aus 36 Ländern nutzen inzwischen den Dienst des schwedischen Start-ups Rebtel, der auf jedem Handy läuft. Nutzer registrieren sich mit ihrer Handynummer auf der Webseite. Danach bekommen sie eine SMS mit einer lokalen Einwahlnummer zugeschickt, ein Kunde in Berlin eine 030-Nummer, jemand in San Francisco eine lokale Nummer von dort.

Ohne teure Roaming-Gebühren für Auslands-Handygespräche können beide von ihrem Mobiltelefon aus miteinander sprechen. „Wir schalten zwei nationale Gespräche ins Festnetz über das Internet zusammen in Kooperation mit Partnern wie Level 3 in den USA“, erklärt Rebtel-Gründer Hjalmar Winbladh. Die Partner in jedem Land sind einerseits für die Nummernvergabe zuständig. Andererseits liegen in deren Rechenzentren Router mit Gateways und der speziellen Rebtel-Software, um Gespräche vom Festnetz in solche über das Internet zu verwandeln, zu halten und wieder zurückzuverwandeln. „Wir haben mehrere Patente auf unserer Software“, so Winbladh. Bei Rebtel fällt wie bei allen anderen Anbietern nur die Einwahl ins Festnetz an. Die ersten zehn internationalen Gespräche pro Monat sind frei, danach bezahlen Kunden zwischen 2 Cent und 10 Cent pro Minute. NIKOLA WOHLLAIB

Ein Beitrag von:

  • Nikola Wohllaib

    Freie Journalistin in Berlin. Scherpunktthemen: Telekommunikation, Medien, Medienpolitik.

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