Mobilfunk 28.03.2003, 19:24 Uhr

Bildbotschaften mit kleinen Handicaps

Kamerahandys und der Multimedia Messaging Service (MMS) scheinen gut anzukommen. Dennoch ist der Spaß an den bunten Bildbotschaften für Konsumenten zuweilen noch getrübt: Umständliche Erstellung, Pixelbrei auf verschiedenen Handys und langsamer Versand kommen immer noch vor.

Fast ein Jahr ist es her, dass Vodafone als erster Netzbetreiber hier zu Lande den Multimedia Messaging Service (MMS) gestartet hat. Seit Februar ist der Service nun bei und zwischen allen Mobilfunkunternehmen möglich.
Doch verkehrte Welt: Zum vierten Mal wurde T-Mobile kürzlich von der Fachzeitschrift für Telekommunikation „Connect“ zum Mobilfunknetz des Jahres 2003 gekürt. Nur das Multimedia Messaging scheint nicht reibungslos zu funktionieren. Die Connect-Tester bemängelten eine Verlustrate von 10 % (1 Stunde nach Versand war immer noch nichts angekommen) beim netzinternen MMS-Versand sowie eine langsame Zustellung. Die T-Mobile Nachrichten brauchen dreieinhalb Mal so lange wie beim Testsieger und MMS-Spätstarter E-Plus.
Bestätigen will René Bresgen, Pressesprecher bei T-Mobile, das „schlechte Ergebnis“ nicht und mutmaßt: „Kapazitätsengpässe in den MMS-Centern können zu Verzögerungen führen.“ Aber das trete nur vereinzelt auf. Immerhin seien seit dem Start im vergangenen Sommer rund 1,8 Mio. MMS im T-Mobile-Netz verschickt worden. Im Vergleich zu den 23,6 Mrd. SMS, die laut Regulierungsbehörde im vergangenen Jahr von den Deutschen abgesetzt wurden, bewegt sich der neue multimediale Dienst jedoch noch im Promillebereich.
Und der MMS-Dienst hatte zum Marktstart einige Kinderkrankheiten, die bisweilen heute noch auftreten. U.?a. spielt die Displaygröße verschiedener Handys eine entscheidende Rolle, ob die komponierte Bildbotschaft als Pixelbrei oder „heile“ ankommt. Je nach Han-
dymodell muss sie jedes Mal neu angepasst werden. Mobiltelefone mit kleineren Displays müssen die Bilder verkleinern, Ausschnitte zeigen können oder die Möglichkeit zum Scrollen bieten.
„Wir haben diese Technologie in den MMS-Centern inzwischen für verschiedene Server und Handymodelle finegetunt“, versichert Tino Poikoleinen, Vice President Marketing Mobile Software von Nokia. „Content-Adaptation“ nennt man das bei O2 in München. „Automatisch wird die Bildgröße an das Empfängerhandy im MMS-Center angepasst“, erklärt Pressesprecher Roland Kuntze.
Auch unterschiedliche Bilddateiformate wie jpeg oder gif sowie Soundformate wie AMR oder Wave können zu verhackstückten oder stummen MMS führen. „Unser Transcoding-Modul im MMS-Center gleicht alle unterschiedlichen Dateiformate sowie Auflösung und Farbtiefe an die verschiedenen Endgeräte an“, versichert Sten Schäfer, Projektleiter MMS bei E-Plus.
Nicht schnell genug sei eben die MMS-Standardisierung abgeschlossen worden mit der Folge, dass jeder Endgerätehersteller eigene Lösungen für seine MMS-fähigen Handys auf den Markt gebracht habe, weiß Schäfer. So gebe es immer noch keine standardisierte Schnittstelle für Drittanbieter, die sich ebenfalls auf dem MMS-Markt tummeln wollen. Weiteres ist laut Schäfer noch offen. „Werden Datenmengen z.?B. durch Video-Botschaften noch größer“, bleibt wohl eine weitere technische Anpassungsleistung im MMS-Center nicht aus.
Doch eine weitere Hürde lauert in puncto reibungslosen MMS-Versands und -Empfangs. Wer Fotos z. B. aus der Schweiz nach Deutschland funken möchte, braucht die richtigen Netzanbieter. Denn gerade bei den kleineren Mobilfunkanbietern stehen noch nicht alle Roaming-Abkommen. „Derzeit haben wir 15 GPRS-Roaming-Abkommen“, erläutert Kuntze von O2. „Sukzessive werden es mehr.“ Zum Vergleich: 200 Roaming-Abkommen stehen im alten GSM-Netz.
NIKOLA WOHLLAIB

MMS-Spaß: Günstige Handys, teurer Versand
Über eine MMS lassen sich nach mehr oder weniger Klicks sowohl Bilder, Sound und Texte in einer Nachricht verschicken. Die Preise für Kamerahandys sind bereits gefallen sind. So soll es laut Online-Beratung von Xonio bereits Fotohandys wie das T300 von SonyEricsson zum Nulltarif geben, andere Modelle sind natürlich mit Vertrag für 50 € bis 80 € zu kriegen. Dagegen halten alle Netzbetreiber an den Preisen für eine MMS fest. Je nach Menge der versendeten Daten kostet sie netzintern zwischen 0,39 € (bis 30 kByte) und 0,99 € (bis 100 kByte). Der Versand in die Netze der Konkurrenz kostet 0,59 € (bis 30 kByte) bis 1,29 € (bis 100 kByte). Im Ausland kommen noch die GPRS-Gebühren dazu. Der Empfang einer MMS ist kostenlos. Um Bilder vom Handy wegen der begrenzten Speicher auslagern zu können, haben Vodafone, T-Mobile und O2 sogenannte MMS-Alben eingerichtet. Das Verschieben in das MMS-Album lassen sich alle Netzbetreiber bezahlen. Wer kein MMS-fähiges Handy hat, kann trotzdem Bildbotschaften empfangen. Per SMS kommt ein Weblink auf das Empfängerhandy. nw

 

Von Nikola Wohllaib

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