Datenspeicher 14.09.2012, 11:52 Uhr

„Big Data kommt schneller, als viele denken!“

Big Data war eines der Topthemen auf der diesjährigen Kundenkonferenz des Speicherherstellers EMC in Frankfurt. Nach Meinung führender Manager des Marktführers kann man die transformative Kraft der Technologie gar nicht hoch genug einschätzen.

Big Data: "Daten sind das Erdöl der Zukunft!"

Big Data: "Daten sind das Erdöl der Zukunft!"

Foto: SAP

Wer in Zukunft irgendwelche öffentlich einsehbaren digitalen Spuren hinterlässt, sollte sich das gut überlegen. Denn jeder muss darauf gefasst sein, dass diese Daten in Zukunft auf ganz andere, innovative Art ausgewertet werden als bisher – so, dass Milliardenpotenziale an neuen Umsätzen oder eingesparten Kosten für Unternehmen daraus resultieren.

„Daten sind das Erdöl der Zukunft“, verkündete auf dem Frankfurter EMC-Forum vollmundig Chuck Hollis, Vice President Global Marketing CTO des Herstellers, dem rund 1200-köpfigen Auditorium. Mit dieser Einschätzung steht EMC nicht allein. In einer aktuellen Pressemitteilung des Expertenzirkels Münchner Kreis zitierte dieser den Konzern IBM mit der Aussage, Firmen mit ausgefeilter Datenanalyse könnten sofort 33 % mehr Umsatz erzielen.

Big Data ist transformative Kraft für IT und Geschäftsleben

EMC will tatkräftig dazu beitragen, das Info-Öl zu fördern und dabei mitzuverdienen. Der Hersteller, der seine Veranstaltung unter das Motto „Transform IT and Yourself“ stellte, sieht in Big Data eine der beiden großen transformativen Kräfte, die IT und Geschäftsleben umformen. Doch während der Einfluss von Cloud-Computing sich stärker auf den Binnenbereich der IT-Leistungserbringung beschränke, greife Big Data direkt ins Kerngeschäft ein.

EMC hat es selbst ausprobiert: Unter anderem wurden sämtliche internen Dokumente digitalisiert, anschließend bearbeitet und über EMCs 2011 zugekauftes Big-Data-Cockpit Greenplum an alle möglichen High-Level-Analysetools angebunden und zusammen mit Daten aus den restlichen der rund 4000 Datenquellen, die EMC nutzt, analysiert.

„Wir konnten damit viele Fragen beantworten, von denen wir das nie für möglich gehalten hätten, aber wir waren über die Tiefe der entstehenden Erkenntnisse auch regelrecht erschrocken“, bekennt Hollis. EMC rate jedem seiner Big-Data-Kunden, mit der Implementierung der Produkte auch ein spezielles Gremium einzurichten, das darüber entscheidet, welche Erkenntnisse man mit den neuen Werkzeugen gewinnt und wie diese wiederum verwendet werden sollen. Ob die Kunden diesem Rat freilich folgen, konnte Hollis nicht sagen.

Das Interesse für die Technologie ist groß. „Big Data kommt schneller, als viele denken“, meinte EMC-Geschäftsführerin Sabine Bendiek bei der Präsentation von Ergebnissen einer Umfrage, die parallel zur Registrierung im Vorfeld der Veranstaltung unter 200 Teilnehmern durchgeführt wurde. Von diesen gaben 6 % an, bereits heute Big Data zu nutzen. Weitere 25 % setzen sich derzeit mit dem Thema auseinander oder wollen das in kurzer Zeit tun. 29 % der Befragten waren der Meinung, dass der Einsatz von Big-Data-Tools in den nächsten Jahren für Unternehmen erfolgsentscheidend sein werde.

Mit Big Data lassen sich Kreditrisiken und Versicherungstarife individualisieren

„Man kann zum Beispiel mit Daten aus unkonventionellen, aber leicht ausbeutbaren Datenquellen wie Social Media, Sensordaten oder Daten von Bilderfassungssystemen zusammen mit konventionellen Daten nahezu in Echtzeit das Preis- und Wertgefühl von Kunden und dessen Veränderung möglichst individuell bestimmen“, erklärte Reimund Willig, bei EMC Deutschland Senior Manager ISV Alliances. Einfach gesagt: Big-Data-Könner erfahren z. B., wie viel sie jemandem wahrscheinlich maximal für ein Produkt abverlangen können, ehe diese spezielle Person abwinkt, oder wesentlich genauer als heute einschätzen, wie hoch das Risiko einer Person ist, bestimmte Schäden, Unfälle oder Krankheiten zu erleiden.

So sei es denkbar, dass ein Immobilienkäufer im Handumdrehen ein auf sein spezielles Kreditrisiko zugeschnittenes Angebot erhält. Auch Versicherungstarife könnten, so CTO Hollis, mit Big Data konsequent individualisiert werden. Eine Aussicht, die gerade deutschen Konsumenten und Datenschützern wohl eher Schauer des Schreckens als der Erwartung über den Rücken jagen dürfte.

Doch derzeit gibt es bei Big Data noch viele offene Fragen. EMC investiert deshalb massiv in die Forschung. Beispielsweise darüber, wie riesige, global verteilte Datenbestände an ihren jeweiligen Standorten analysiert und dann die Ergebnisse der Teilanalysen zentral so verdichtet werden können, dass daraus entscheidungsrelevante Informationen werden.

Derzeit fehlen noch Big Data-Spezialisten

Das größte Problem von Big Data besteht aus Sicht von Industrie und Anwendern derzeit darin, dass nicht genügend Spezialisten vorhanden sind, die aus der Datenwüste mit innovativen Analyseverfahren die gewünschten Erkenntnisse herausfiltern können. Dafür seien nämlich, so Hollis, vollkommen andere Fähigkeiten nötig als die betrieblicher Business-Intelligence-Spezialisten. Big Data sei ein Feld für echte Nerds, Statistik-Freaks und Mathematiker mit Sinn für unkonventionelles Denken. Der Fehlbedarf wird weltweit sechsstellig beziffert. Hier will sich EMC durch eigene Lehrpläne und Kurse profilieren, die es für Mitarbeiter, aber auch Kunden gibt und sich regen Interesses erfreuen.

„IBM bietet seinen Kunden nur an, Beratungsleistung bei IBM Global Services einzukaufen, wenn kundenspezifische Lösungen entstehen sollen. Wir wollen, dass die Kunden das Nötige selbst lernen, um ihre Daten zu analysieren“, betonte Hollis. Das klingt großherzig, kann aber auch daran liegen, dass EMC schlicht keine so große Beraterflotte unter dem eigenen Dach hat wie IBM und hier auf Partner baut. EMC-Partner Bull beispielsweise hat für Big-Data-Aufträge aus der Automobilindustrie sogar ein Beratungshaus mit Wissen auf diesem Sektor zugekauft.

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