Software 10.09.1999, 17:22 Uhr

Auch nach 2000 zwei Windows

Windows Millennium ist der Codename für den Nachfolger von Windows 98. Es wird also auch in Zukunft zwei Windows-Familien geben.

Beta-Tester für Windows-Millennium gesucht“, so konnte man für kurze Zeit auf der Microsoft-eigenen Portal-Site www.msn.de lesen. Windows Millennium? Bereitet doch Microsoft gerade Unternehmen in aller Welt darauf vor, ab dem Jahreswechsel zum NT-Nachfolger Windows 2000 zu migrieren. Dessen Beta-Test allerdings geht gerade dieser Tage in eine letzte, entscheidende Phase, und allenthalben rechnen Marktbeobachter mit der feierlichen Markteinführung bereits zur US-CeBIT, der Computermesse Comdex Mitte November in Las Vegas.
Ursprünglich sollte mit dem Erscheinen von Windows 2000 Schluß sein mit dem doppelten Windows. Denn seit dem erstmaligen Erscheinen des Netzwerk-Betriebssystems Windows NT fährt Microsoft eine Doppelstrategie: Einmal fensterlt es für den Einzelplatzrechner des spiele- und arbeitswilligen Konsumenten (Windows 95, 98), ein anderes Mal öffnen sich die Bildschirmfenster für den Anwender im Firmennetzwerk (Windows NT).
Doch die Strategie, daß Zusammenwachse, was zusammen gehört, scheint jetzt nicht mehr zu gelten. Erste Anzeichen dafür gab die zweite Ausgabe von Windows 98 – im wesentlichen eine Sammlung von Fehlerkorrekturen mit einigen Erweiterungen. Und jetzt also Millennium. Dazu Thomas Aschenbrenner, Marketing Manager bei Microsoft Deutschland in Unterschleißheim: „Millennium ist der Codename für den Windows-98-Nachfolger, der im Laufe des nächsten Jahres auf den Markt kommen soll. Es basiert wie Windows 98 auf dem 9.x Code und ist ganz auf die Nutzung im privaten Bereich hin konzipiert. Hier geht es vor allem um einfache und inituitive Bedienung des Computers für Anwender, die ihren PC zuhause nutzen. Auch das Internet, Spiele, Video- und Musikelemente sollen leichter zugänglich und bedienbar sein, weshalb Millennium auch mit einer neuen Oberfläche (GUI) aufwarten wird.“
Dagegen zielt Windows 2000 in drei verschiedenen Leistungskategorien eindeutig auf den professionellen Computernutzer in den Unternehmen – vom Großkonzern bis zum Heimbüro. Bill Gates preist das neue Produkt in den höchsten Tönen – zuletzt bei dem einem Kundenkongreß von Dell-Computer im texanischen Austin. Dabei ist er durchaus nicht bescheidener geworden: Seine einstige Vision von den Informationen auf Knopfdruck lautet an der Schwelle zum neuen Jahrtausend: „Menschen durch hervorragende Software stärken – überall, zu jeder Zeit und auf jedem Gerät.“ In dem neuen Betriebssystem sieht er eine Grundlage für diese Vision. Es sei ein System, das in hohem Maße skalierbar sei und das mit neuen Technologien für das Management auch leicht und vor allem kostengünstig administrierbar sei. Gates zeigte sich zuversichtlich, das Produkt noch in diesem Jahr offiziell anzukündigen, möglicherweise zur Comdex in Las Vegas im November.
Für den deutschen Markt sieht der Fahrplan laut Aschenbrenner so aus: „Wir rechnen damit, daß Windows 2000 Anfang nächsten Jahres in Deutschland verfügbar sein wird. Der genaue Termin der Fertigstellung des Produkts in den wichtigsten Ländern kann heute noch nicht bestimmt werden, dieser ist vom Feedback der Beta-Tester abhängig.“ Die Auslieferung der jüngsten Beta-Version hat sich kürzlich in den USA übrigens wieder verzögert.
Wie auch immer, Windows 2000 wird in jedem Fall im Jahr 2000 die IT-Verantwortlichen vor die Entscheidung stellen, ob sie von ihren bisherigen Systemen auf das neue Windows umsteigen werden. Der Heim-Anwender eines Einzelplatz-PC wird diese Entscheidung noch ein wenig hinausschieben können, wenn er nicht vorher Alternativen wie das immer beliebter werdende Linux ausprobieren möchte. Angesichts des Windows-Millennium-Projektes fragt sich allerdings, wann die schon lange beabsichtigte Trennung in zwei Produktlinien bei Windows aufgehoben wird. Dazu Microsoft-Manager Aschenbrenner: „Es war geplant, die Produkte früher technologisch zusammenzuführen, dies geht jedoch auf Kosten der Abwärtskompatibilität und damit der Unterstützung von älteren 16-bit-Applikationen. Deshalb ist die Zeit noch nicht ganz reif für eine Zusammenführung beider Systeme.“
In US-Medien waren bereits erste Berichte über Vorabversionen von Millennium zu lesen. Danach handele es sich um einen Mix aus Windows-98- und Windows-2000-Elementen, oder wie es ein Tester formulierte: „Eine Windows-2000-Haut um einen 98er Kern.“ Branchenbeobachter vermuten in der mehrfach geänderten Strategie für das Consumer-Windows auch eine Reaktion auf den wachsenden Wettbewerb durch Linux einerseits oder Software wie den AOL-Instant-Messaging andererseits.
jdb
Windows 2000 geht in die letzte Runde des Beta-Tests, doch für den Konsumenten wird es auch einen Windows-98-Nachfolger geben.
Microsoft-Chef Bill Gates: „Windows 2000 ist kurz vor seiner endgültigen Fertigstellung.“

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