Automatisches Protokollieren 04.11.2013, 14:15 Uhr

Armband speichert akustische Erinnerungen

Mit dem als Armband oder als Clip zu tragenden Kapture Audio hat das US-Startup Kapture ein Gerät entwickelt, das die jeweils letzten 60 Sekunden jeder Konversation aufzeichnen kann. Das dient dem Lifelogging, könnte aber auch Demenzkranken helfen. 

<strong>Das neuartige Armband Kapture Audio besitzt ein eingebautes Mikrofon, das automatisch immer die letzten 60 Sekunden aufnimmt, die in der Umgebung gesprochen wurden. </strong>

Das neuartige Armband Kapture Audio besitzt ein eingebautes Mikrofon, das automatisch immer die letzten 60 Sekunden aufnimmt, die in der Umgebung gesprochen wurden. 

Foto: Kapture

Die junge amerikanische Firma Kapture aus Cincinnati in Ohio hat ein neuartiges Armband entwickelt, das im Alltag als Erinnerungshilfe für gerade abgeschlossene Vorgänge und Ereignisse dienen soll. Dazu nimmt das wie eine Uhr am Arm oder alternativ als Clip getragene Gerät über ein eingebautes Mikrofon automatisch immer die letzten 60 Sekunden auf, die in der Umgebung gesprochen wurden.

Ohne Aktion des Trägers wird der Akustik-Speicher dann auch sofort wieder gelöscht und die nächsten 60 Sekunden werden auf dem Kapture Audio gespeichert. Tippt der Benutzer das Gerät aber an, wird die letzte aufgezeichnete Minute automatisch über das drahtlose Bluetooth-Protokoll an sein Smartphone gesendet, wo eine dazugehörige  App sie archiviert und der Nutzer sie mit einer Beschreibung versehen kann.

Alternativ werden bis zu 25 Soundclips auch im Gerät selbst abgelegt, um sie zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Smartphone zu synchronisieren. Die fertigen Clips können mit wenigen Klicks auch mit dem Freundeskreis über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter geteilt werden.

Der Aufbau des Kapture Audio aus nahezu unkaputtbarem Kunststoff an einem Silikon-Armband ist extrem robust. Der Akku hält allerdings nur einen Tag, also muss das Gerät täglich über ein MicroUSB-Kabel aufgeladen werden.

Die Philosophie hinter dem Akustik-Logger

Sinn des Akustikspeichers am Handgelenk ist es, interessante Gespräche, die sonst vergänglich wären, für einen längeren Zeitraum zu speichern. Auch zum Einsatz in der Pflege könnte das Gerät nützlich sein – zum Beispiel, damit sich Demenzkranke einen geführten Dialog erneut  anhören können, um wieder einen neuen Einstieg zu finden.

Hauptzielgruppe für das Kapture Audio sind aber sogenannte „Lifelogger“. Das sind Menschen, die versuchen, möglichst viel von ihrem Leben digital zu sammeln. Ein ähnliches Konzept steht zum Beispiel hinter Kameras, die automatisch alle paar Sekunden ein Foto machen.

Der Hauptunterschied zum Kapture Audio ist, dass sich der Nutzer dieses Gerätes explizit für speicherwürdige Momente entscheiden muss. Dass aufgenommen wird, soll die Umgebung anhand einer LED erkennen können. Ob das für den Datenschutz ausreichend ist, bleibt noch fraglich, denn prinzipiell nimmt das aktivierte Gerät seine akustische Umgebung ja immer auf – da dürfte die LED dann ja auch konstant leuchten oder blinken.

Finanzierung über Crowdfunding

Finanziert wird das Kapture Audio über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Hier  kam die Idee von Kapture richtig gut an: Mehr als 1200 Menschen gaben inzwischen über 160 000 Dollar für das Projekt.

Diese Unterstützer sollen ihr Armband, das später im Handel vermutlich unter 150 Dollar kosten dürfte, im März 2014 erhalten. Kapture bietet verschiedene Farben für das Kapture Audio an, das durch einen eingebauten Beschleunigungssensor auch zusätzlich als Fitnesstracker dienen könnte.

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