Facebook präsentiert Drohne 31.07.2015, 14:00 Uhr

Aquila bringt das Internet für Alle

Facebook hat die erste fliegende Relaisstation vorgestellt, die abgelegene Gebiete mit Internet versorgen soll. Drei Monate bleibt sie in der Luft, ehe sie zur Wartung landen muss. Die Daten werden mit hoher Geschwindigkeit per Laser übertragen.

Passt nicht ganz aufs Bild: Die Internet-Drohne Aquila von Facebook hat eine Spannweite wie eine Boeing 737, wiegt aber nur 500 kg. Auf Italienisch bedeutet Aquila übrigens Adler.

Passt nicht ganz aufs Bild: Die Internet-Drohne Aquila von Facebook hat eine Spannweite wie eine Boeing 737, wiegt aber nur 500 kg. Auf Italienisch bedeutet Aquila übrigens Adler.

Foto: Facebook

Eine Spannweite wie eine Boeing 737 hat der Nurflügler, den das soziale Netzwerk Facebook entwickeln ließ, um ein Zehntel der Weltbevölkerung, das bisher keinen Zugang zum Internet hat, mit einem Netzanschluss zu versorgen. Jetzt hat das Unternehmen den Prototypen präsentiert, der mit vier sehr klein wirkenden Propellern ausgestattet ist. Diese werden von Elektromotoren angetrieben. Den Strom liefern Solarzellen auf der Oberfläche von „Aquila“, so der Name der Internet-Relaisstation. Für den Nachtbetrieb sind Batterien vorgesehen. Trotzdem wiegt der Nurflügler gerade mal 500 kg.

Das Wetter hat keinen Einfluss auf die Übertragungsqualität

Aquila soll mit einem Helium-Ballon auf seine Startposition in einer Höhe von etwa 28.000 m gehievt werden. Dort angekommen wird der Ballon abgetrennt. Drei Monate lang soll das unbemannte Flugobjekt in der Atmosphäre bleiben. Dann landet es wie ein Flugzeug, um für die nächste Mission technisch wieder in Schuss gebracht zu werden.

Nachts kann Aquila auf eine Höhe von 18.000 Metern sinken, wenn der Strom nicht reicht. Damit fliegt sie noch deutlich oberhalb der Luftstraßen, die Verkehrsflugzeuge benutzen. In dieser Höhe ist auch der Einfluss des Wetters gering bis vernachlässigbar, sodass Komplikationen ausgeschlossen sind, so Facebooks Chefingenieur Jay Parikh.

Aquila am Boden: Helium-Startballons sollen die Internet-Relaisstation auf eine Höhe von 28.000 m bringen.

Aquila am Boden: Helium-Startballons sollen die Internet-Relaisstation auf eine Höhe von 28.000 m bringen.

Foto: Facebook

An Bord ist eine laserbasierte Empfangsanlage, die eine Datenübertragungsrate von 10 Gbit/s ermöglicht. Sie kommuniziert mit einer Zentrale, die den Anschluss ans Internet ermöglicht. Die Nutzer am Boden benötigen eine Antenne und einen Receiver, um ins Internet zu gelangen. Möglicherweise lassen sich auch zentrale Empfangsanlagen für ganze Siedlungen realisieren.

Kritiker befürchten einseitige Versorgung

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat das Projekt Internet.org 2013 ins Leben gerufen. Kritiker befürchten, dass er und seine Partner alles andere als einen freien Internetzugang für den Rest der Welt im Sinn haben. Wahrscheinlicher sei es, dass bestimmte Inhalte bevorzugt angeboten würden, um die wirtschaftliche Macht von Facebook auszubauen. Zuckerbergs Netzwerk ist mit 1,5 Milliarden Nutzern bereits jetzt das größte.

Startbereit sei Aquila noch lange nicht, sagte Parikh. Zumindest der Rest des Jahres gehe noch drauf, um die Relaisstation technisch zu optimieren, vor allem die Stromversorgung. Da war Google schneller: Ab März 2016 soll Sri Lanka über ein Internet-Ballonnetz des Konzerns (Project Loon) mit superschnellem Internet versorgt werden.

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