IT-Industrie 02.09.2011, 12:08 Uhr

Apple: Die Krise kommt vermutlich erst in zwei Jahren

Der plötzliche Wechsel von Apple-Chef Steve Jobs in den Verwaltungsrat hat viele Spekulationen über die Zukunft des Unternehmens ausgelöst. Im Rampenlicht steht vor allem Jobs‘ Nachfolger Tim Cook, der bislang wenig in der Öffentlichkeit präsent war. Für die nahe Zukunft erwarten die Analysten allerdings keine großen Änderungen bei Apple. Erst in ein, zwei Jahren schlage die Stunde der Wahrheit.

Nach dem Rücktritt von Steve Jobs als Apples CEO stehen dem Unternehmen zwar ungewisse Zeiten bevor, trotzdem gehen die meisten Analysten davon aus, dass sich innerhalb der nächsten Jahre wenig ändern wird.

„Die Roadmap für solche Produkte, wie sie Apple herstellt, hat einen Realisierungszeitraum von zwei bis drei Jahren, innerhalb dieser Zeit wird sich wenig ändern“, meint Prof. David Yoffie von der Harvard Business School. Zu den wichtigsten Produkten, die seiner Ansicht nach bereits in Vorbereitung sind, gehören neue Versionen des iPhones und des iPads – also genau den beiden Produktfamilien, mit denen Apple in den vergangenen Jahren sensationelle Erfolge verzeichnen konnte.

Neuer Apple-CEO Tom Cook will den Weg von Steve Jobs weiter verfolgen

Trotzdem richten sich jetzt alle Augen auf Jobs‘ CEO-Nachfolger Tim Cook, der inzwischen signalisiert hat, dass er nichts ändern will. „Ich möchte Ihnen hiermit versichern, dass sich Apple nicht verändern wird. Ich begrüße und zelebriere Apples einmalige Werte und Richtlinien. Steve (Jobs) hat ein Unternehmen mit einer einmaligen Kultur geschaffen und wir werden alle weiterhin treu dazu stehen – es ist in unserer DNA“, schrieb Cook an seinem ersten Tag als CEO an alle Mitarbeiter.

Dabei sind Cook und Jobs in vielen Punkten sehr unterschiedlich. Cook fehlt vor allem das Kreative und das Charisma, mit dem Jobs den Konzern bislang führte. Cook ist eher der Macher im Hintergrund, der stets dafür sorgt, dass aus großen Ideen profitable Produkte werden. Das Einzige, was die beiden gemeinsam haben, ist die Pingeligkeit und Detailliebe. Bei Jobs fand sich diese im Produktdesign wider, bei Cook in der minutiösen und generalstabsmäßigen Produktplanung und Markteinführung.

Doch das reicht vermutlich nicht für die Zukunft. Selbst wenn Cook keine Änderungen bei Apple herbeiführen will, so ist er trotzdem gefordert, jetzt die Weichen für Apples Zukunft zu stellen. Auch für Business-Fachmann Yoffie ist vor allem der Zeitraum nach 2013 von Interesse. „Cook muss heute initiieren, womit das Unternehmen in drei Jahren erfolgreich sein will. Wir dürfen also gespannt sein, was das so alles sein wird“, orakelte er bereits über Cooks neue Aufgaben.

Steve Jobs wird bei Apple weiter mitreden

Doch Steve Jobs ist ja noch nicht aus dem Unternehmen ausgeschieden, schließlich hat er als Chairman des Boards noch erhebliche Mitspracherechte an dem, was die Firma plant und auf den Markt bringen wird. Im Gegensatz zu vielen anderen Chairmen, die diese Position mehr ehrenhalber als aktiv nutzen, kann man bei Jobs getrost davon ausgehen, dass er weiterhin an vielen Produktdetails herumfummeln wird.

Trotzdem, die Verantwortung für das Unternehmen liegt jetzt bei Cook – und diese ist riesengroß. Schließlich ist Apple heute nicht mehr der Nischenbieter von einst. Das iPhone und vor allem das iPad haben den Konzern zum wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. Mit einer Marktkapitalisierung von 385 Mrd. $ hat Apple vor Kurzem sogar Exxon Mo-
bile auf dieser Position abgelöst. Doch im Gegensatz zu den anderen IT-Großkonzernen, wie HP oder IBM, schaffte Apple diesen Spitzenplatz mit weniger als 50 000 Mitarbeitern. Zum Vergleich: Bei IBM waren es zum Ende des jüngsten Geschäftsjahrs 427 000 und bei HP immerhin noch 325 000 Mitarbeiter.

Dass Apple mit so wenig eigenem Personal auskommt, ist ein besonderer Verdienst von Cook, der praktisch die gesamte Fertigung ausgelagert hat. Apple stützt sich heute nur noch auf externe Lieferanten ab. Cook hat eine Supply-Chain aufgebaut, die selbst die Walmart-Manager neidvoll betrachten. „Tim Cook hat mit seiner ausgefeilten Logistik erreicht, dass beispielsweise das iPad von keinem Konkurrenten preislich unterboten werden kann“, meint anerkennend Eric Bleeker, Analyst bei The Motley Fool.

Apple verfügt über die höchste Bargeld-Reserve der IT-Industrie

Diese Logistik hat neben dem geringen Personalbestand auch zu einem immensen Bargeldbestand von 76 Mrd. $ geführt. Das ist die mit großem Abstand höchste Bargeldreserve in der IT-Industrie. Nach Apple folgen auf den Plätzen zwei und drei weit abgeschlagen Microsoft mit 53 Mrd. $ und Cisco mit 43 Mrd. $.

Doch auch wenn Tim Cook jetzt als Nachfolger von Steve Jobs in aller Munde ist – de facto sind es drei Nachfolger: Neben Tim Cook werden noch Philip Schiller beim Marketing und Jonathan Ive als Designvisionär deutliche Zeichen setzen. Schiller wurde sogar lange Zeit als Jobs-Nachfolger gehandelt, da er eine Reihe von höchst erfolgreichen Marketingkonzepten umsetzte – allen voran die Apple-Stores. Auch bei den Produktvorstellungen war Schiller stets Jobs‘ rechte Hand, der zwischendurch auch weniger spektakuläre Ankündigungen alleine vornehmen durfte. Er wird in Zukunft eine größere Präsenz in der Öffentlichkeit haben und vor allem die berühmten Produktpräsentationen durchführen, für die Cook allgemein als zu introvertiert eingeschätzt wird.

Auch Jonathan Ive ist eng mit dem bisherigen Apple-Erfolg verbunden und er wird auch weiterhin seinen Einfluss beim Design und bei der Entwicklung geltend machen. Ive leitet diese Bereiche seit 1998 und unter seiner Regie entstanden so bedeutende Marktrenner wie der iMac, das iPod und das iPad.

Ganz allgemein gesehen steht es normalerweise nicht gut um ein Unternehmen, wenn deren starke Führungspersönlichkeit von Bord geht. Bill Gates‘ Abgang bei Microsoft wurde zwar von langer Hand geplant, doch unter dem Nachfolger Steve Ballmer fehlt es dem Unternehmen an Kreativität. Dabei hatte auch Ballmer ursprünglich ein starkes Team um sich herum, doch viele seiner Top-Manager verließen schon bald nach Ballmers Übernahme das Unternehmen.

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