Allianz der Rivalen 13.06.2013, 14:52 Uhr

Apple bevorzugt Bing von Microsoft statt Google

Apple verkündet den nächsten Schritt bei seiner Trennung auf Raten von Google-Software. Der Sprachassistent „Siri“ wird in der nächsten Version des Betriebssystems iOS statt bei Google nur noch bei Bing suchen. 

Apple und Microsoft nähern sich an: Apple gibt in seiner nächsten iOS-Version bei Siri der Suchmaschine Bing des Rivalen den Vorzug. Google hat das Nachsehen.

Apple und Microsoft nähern sich an: Apple gibt in seiner nächsten iOS-Version bei Siri der Suchmaschine Bing des Rivalen den Vorzug. Google hat das Nachsehen.

Foto: Screenshot ingenieur.de

Zunächst wirkte die Neuerung, die Apple-Chef Tim Cook bei der Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco vorstellte, wie eine Randnotiz. In der kommenden, der siebten Version des Betriebssystems iOS wird der integrierte Sprachassistent „Siri“ nicht nur verbesserte Funktionen und verschiedene Stimmen anbieten. Ergebnisse wird Siri dann nicht mehr bei Google, sondern standardmäßig in Microsofts Suchmaschine Bing finden.

Trennung von Google nicht ohne Pannen

Die beiden Rivalen Apple und Microsoft machen also gemeinsame Sache. Über die Zusammenarbeit zeigte sich Microsoft-Vizechef Derrick Connell im Bing-Blog höchst erfreut. Stellt ein Nutzer im Herbst dieses Jahres, wenn iOS7 installiert ist, eine Frage an Siri, werden die direkte Antworten und auch die Web-Ergebnisse unter Verwendung der Microsoft-Suchmaschine geliefert. Wer Antworten von Google bevorzugt, muss das in seiner Frage an Siri explizit formulieren.

Apples Sprachassistent Siri ist künftig direkt mit Bing verbunden.

Apples Sprachassistent Siri ist künftig direkt mit Bing verbunden.

Foto: Screenshot ingenieur.de

Die Allianz zwischen Apple und Microsoft scheint der nächste Schritt bei der Trennung auf Raten vom bisherigen Partner Google zu sein. Die hat allerdings auch ihre Tücken, wie sich im vergangenen Jahr zeigte, als Apple statt Google-Maps eine eigene Navigations-App lieferte. Das Kartenmaterial von Apple Maps erwies sich als völlig unzureichend, die Nutzer reagierten sauer und rüsteten mit der von Google bereitgestellten Kartenapp nach.

Im letzten Jahr schmiss Apple in der Version iOS6 auch die YouTube-App, die seit 2007 auf jedem Gerät vorinstalliert war, heraus. Die Lizenz, die YouTube-App in iOS einzuschließen, sei abgelaufen, erklärte eine Firmensprecherin damals lapidar.

Mobil-Browser Safari verwendet weiterhin Google

Wie viel Microsoft für die Integration seiner Suchmaschine in iOS7 bezahlt hat, gaben die Verhandlungspartner nicht bekannt. Billig dürfte die Kooperation aber nicht gewesen sein. Zumal Nebenbuhler Google noch nicht vollständig raus ist aus dem Geschäft mit Apple. Im Mobil-Browser Safari verwendet Apple weiterhin Google als Standard-Suchmaschine. Dafür zahlt Google angeblich eine Summe von bis zu einer Milliarde Dollar jährlich.

Noch ist unklar, ob die Anwender künftig bei Bedarf neben Google auch Bing oder andere Suchmaschinen im Browser des mobilen Betriebssystems nutzen können. Vielleicht hofft Apple auch einfach darauf, dass die Spracheingabe über Siri so populär wird, dass die Mehrzahl der Nutzer nicht mehr über den Safari-Browser suchen, sondern ihre Fragen direkt an Siri stellen und damit Google umgehen.

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