Mobilfunk-Superdeal 02.09.2013, 14:48 Uhr

130 Mrd. Dollar: Vodafone und Verizon sind handelseinig geworden

Der sich seit Tagen abzeichnende Mobilfunk-Superdeal ist Wirklichkeit geworden: Vodafone, der größte Mobiltelefon-Konzern der Welt und Verizon sind sich handelseinig geworden. Für 130 Milliarden Dollar verkauft Vodafone seine bisherige 45-Prozent-Beteiligung an der US-Mobilfunk-Gesellschaft Verizone Wireless an deren amerikanischen Großaktionär Verizon. Die Transaktion ist der weltweit bisher drittgrößte Übernahme-Deal seiner Art.

Mobilfunk-Deal: Vodafone trennt sich für 99 Mrd. Euro (130 Mrd. Dollar) von seinen Anteilen am US-Mobilfunkkonzern Verizon Wireles.

Mobilfunk-Deal: Vodafone trennt sich für 99 Mrd. Euro (130 Mrd. Dollar) von seinen Anteilen am US-Mobilfunkkonzern Verizon Wireles.

Foto: dpa

Der britische Vodafone-Konzern trennt sich seit einiger Zeit weltweit von all seinen Beteiligungen, bei denen er nicht das jeweilige Unternehmen ganz  besitzt und auch keine Chancen sieht, in absehbarer Zeit die restlichen Anteile zukaufen zu können. Erst kürzlich hatte Vodafone seine Beteiligung am zweitgrößten französischen Mobilfunkunternehmen SFR abgestoßen.

Verizon machte Kaufabsicht im April öffentlich

Schon seit geraumer Zeit war Verizon daran interessiert, das Gemeinschaftsunternehmen mit Vodafone ganz in die eigene Hand zu bekommen um auf diese Weise schneller und schlagkräftiger auf Veränderungen am amerikanischen Mobilfunkmarkt reagieren zu können. Erstmals war diese Absicht von Verizon den Briten im April dieses Jahres mitgeteilt worden.

Verizon bezahlt die Übernahme des Vodafone-Anteils etwa zur Hälfte mit Aktien und zur anderen Hälfte bar. Der bare Anteil wird zu 60 Milliarden Dollar durch einen Kredit aufgebracht, den Verizon für diese Zwecke von der Bank of America, den gleichfalls amerikanischen Investmentbanken JP Morgan und Morgan Stanley sowie der britischen Barclays Bank erhält. Auf den Aktien-Anteil des Kaufpreises dürfte angerechnet werden, was Verizon für den Verkauf seiner 23-prozentigen Beteiligung an Vodafone Italia von Vodafone erhält.

Geld für Aktionäre

Vodafone wird einen großen Teil des Verkaufserlöses an die eigenen Aktionäre ausschütten. Die genauen Prozentsätze sind allerdings bis Montag Mittag noch nicht genannt worden. Am Markt wird jedoch mit wenigstens 50 Prozent gerechnet. Dadurch werden die Vodafone-Aktionäre gleichzeitig auch direkt zu Verizon-Anteilseignern – und erhalten außerdem noch Bargeld. Desweiteren hat Vodafone kürzlich den britischen Glasfasernetzbetreiber Cable & Wireless für eine Milliarde Pfund erworben. Schließlich will Vodafone Kabel Deutschland für einen Preis kaufen, der in der Größenordnung von elf Milliarden Euro liegen dürfte. Das verbleibende Geld will Vodafone zum Ausbau des Europa-Netzes einsetzen, wo der britische Konzern einem erheblichen Preisdruck durch die Konkurrenten – und hier ganz besonders die Deutsche Telekom – ausgesetzt ist. Dabei dürfte Vodafone vor allem darauf abzielen, den privaten Kunden so genannte Pakete anzubieten. In diesen Paketen sind für eine monatliche Gebühr Festnetz-Nutzung, Mobiltelefon, Broadband und Fernsehen zusammengefasst. Vodafone rechnet damit, etwa fünf Milliarden Dollar für Steuern auf die Transaktion (nicht den Gewinn aus dem Verkauf) aufwenden zu müssen.

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