Überwachung der Beschäftigen befürchtet 04.04.2014, 10:03 Uhr

IG Metall: Vernetzung in der Industrie könnte weitere Arbeitsplätze kosten

Die Folgen der Industrie 4.0 für die Arbeitnehmer sieht Jörg Hofmann kritisch. Der 2. Vorsitzende der IG Metall warnt vor Sicherheitsproblemen und dem möglichen Wegfall von Arbeitsplätzen. 

Intelligente Industrieroboter sollen in der Fabrik 4.0 miteinander kommunizieren und eigenständig Aufgaben bewältigen. 

Intelligente Industrieroboter sollen in der Fabrik 4.0 miteinander kommunizieren und eigenständig Aufgaben bewältigen. 

Foto: Kuka/Audi

IG Metall-Vize Jörg Hofmann sieht in der wachsenden Vernetzung von Maschinen die Gefahr, dass Arbeitnehmer stärker überwacht werden. „Das Problem der informationellen Selbstbestimmung ist in der 4.0-Debatte noch unterbelichtet“, sagte Hofmann, der im Aufsichtsrat von Bosch und Daimler sitzt, im Gespräch mit den VDI nachrichten. „Der Servicetechniker kann mit hoher Selbstständigkeit und Eigenverantwortung vor Ort tätig sein. Arbeitet er aber per Internet, läuft er Gefahr, in erheblich stärkerem Maße überwacht zu werden.“

Menschen müssen sich immer stärker an Maschinen anpassen

Kritisch sieht Hofmann auch, dass sich die Arbeitswelt der Menschen immer stärker an die Anforderungen der Maschinen anpassen wird. „Ich sehe die Gefahr, dass Industrie 4.0 sich darauf reduzieren könnte, die Beschäftigten zum Arbeiten kommen zu lassen, wenn nachts die Strompreise billig sind. Oder: Wenn ein Roboter in der Montage eingesetzt werden soll, wird die Mannschaft häufig gar nicht gefragt, das wird von oben einfach verfügt.“ So etwas sorge sogar für weniger Flexibilität. „Es ist dann nicht mehr möglich, am Band zwei Meter vorzuarbeiten, weil dort ja jetzt ein Roboter steht. Und wieder muss sich der Mensch der Maschine anpassen.“

Gewerkschaften wollen mitreden

Völlig unklar sei zudem, ob Industrie 4.0 nicht dazu führen wird, dass Arbeitsplätze in der Produktion wegfallen. „Bislang wurde Rationalisierung häufig durch einen Zuwachs beim Marktvolumen aufgewogen. Ob das auch bei Industrie 4.0 der Fall sein wird, ist heute schwer zu entscheiden“, so Hofmann. Er sieht in dieser Frage die Gewerkschaften in der Verantwortung. „Wie die Bilanz ausfällt, entscheidet jedenfalls nicht allein die Technik. Da werden die IG Metall und die Betriebsräte ein Wörtchen mitzureden haben.“

Technische Systeme können Schaden verursachen

Noch nicht absehbar sei auch, wie stark die Vernetzung zu Sicherheitsproblemen führen wird. „Wer garantiert, dass auf dem Weg vom Servicecomputer zur Anlage nicht Infos verloren gehen, Wissen durch Spionage abgegriffen wird?“, fragt Hofmann. „Das ist umso problematischer, weil innerhalb des Internet der Dinge die technischen Systeme selbst agieren und direkt Schaden verursachen können.“

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