Interview zu Gebäudetechnik 05.10.2012, 19:54 Uhr

„Wir versuchen gezielt, Frauen für die Branche zu begeistern“

Nach Ansicht von Klaus Betz, Geschäftsführer von Imtech Deutschland, einem der großen Unternehmen der Gebäudetechnik, sind Hochschulabsolventen heute besser ausgebildet als früher. Junge Ingenieure hätten ein größeres Bewusstsein für Umweltfragen. Doch seine Branche spürt den Ingenieurmangel.

Gebäudetechnik: Auch diese Branche kämpft derzeit mit Nachwuchsproblemen.

Gebäudetechnik: Auch diese Branche kämpft derzeit mit Nachwuchsproblemen.

VDI nachrichten: Herr Betz, vor rund zwei Jahren sagten Sie, Ihr Unternehmen könne sofort über 100 Ingenieure einstellen. Es gebe sie aber nicht auf dem Markt. Wie ist die Situation heute?

Betz: Die Nachfrage nach Fachkräften ist ungebrochen. Leider ist die Gebäudetechnik für viele Absolventen offensichtlich noch immer nicht attraktiv genug – etwa im Vergleich zur Automobilbranche oder dem Flugzeugbau. Die Branche könnte da mehr in der Außendarstellung tun. Schließlich geht es um eine Zukunftsindustrie. Wir befinden uns in einem Wettbewerb um Talente.

Fehlt es Ihrer Meinung nach an entsprechenden Ausbildungsgängen?

Grundsätzlich sind wir mit den heutigen Absolventen schon sehr zufrieden. Sie sind aus unserer Sicht sogar besser als früher. Die jungen Ingenieure haben heute ein größeres Bewusstsein für Energie- und Umweltthemen. Dies spielte bei Menschen meiner Generation nur eine untergeordnete Rolle. Die junge Generation setzt sich wesentlich intensiver mit Zukunftsthemen auseinander. Doch Fakt ist, dass es zu wenig Absolventen gibt.

Wie steuern Sie bei Imtech gegen?

Wir bieten duale Bildungsgänge an, Kooperationen mit Berufsakademien, Stipendien – und natürlich fördern wir den Nachwuchs auch über unsere eigene Ausbildung und über innerbetriebliche Qualifizierungsprogramme. Und wir versuchen gezielt, Frauen für die Branche zu begeistern.

Wie wollen Sie das anstellen?

Die Gebäudetechnik hat sich aus dem Bau heraus entwickelt. Traditionell arbeiten hier vorwiegend Männer. Doch die Aufgabenfelder haben sich gewandelt. Beratung und Analyse sind immer wichtiger geworden. Es sind neue Berufsbilder entstanden. Hierfür glauben wir, auch Frauen gewinnen zu können. Wir brauchen sie dringend, da sie für viele Probleme aus unserer Sicht oftmals die kreativeren Lösungsansätze finden.

Schon seit Jahren diskutiert die Branche über intelligente Häuser, in denen technische Geräte miteinander vernetzt sind. Oder über Gebäude als Kraftwerk im Smart Grid, dem intelligenten Stromnetz. Welche Trends werden die Gebäudetechnik aus Ihrer Sicht auf lange Zeit prägen?

Neben der Frage der Energieeffizienz wird in der Gebäudetechnik insbesondere ein professionelles Energiemanagement immer wichtiger. Anlagen müssen von erfahrenen Ingenieuren betrieben werden. Das kann in immer weniger Fällen der Hausmeister nebenbei erledigen. Die Aufgaben beginnen schon beim Energie-Einkauf. Für welche Energie-Quelle entscheide ich mich? Über kurz oder lang wird es so sein, dass ein Gebäude nicht mehr Energie verbrauchen wird, als es selbst erzeugt. Energieeffizienz ist dabei ein wichtiger Teil der Lösung.

Wie kann die Gebäudetechnik dabei helfen, Energie zu sparen?

In der Industrie werden zum Teil hocheffiziente Maschinen und Motoren eingesetzt. Doch erst in der Gesamtschau funktioniert das Energie-Konzept. Wie wirken Beleuchtungssysteme, Umwälzpumpen, Kälteversorgungssysteme oder Raumluftanlagen im Verbund? Ein Ansatz ist dabei, eine intelligente Vernetzung zwischen den Anlagen herzustellen. Zum anderen kann Energie natürlich dadurch eingespart werden, dass technische Lösungen optimiert werden. Ein Beispiel ist etwa der industrielle Einsatz von Druckluft. Hier ist es möglich, bis zu 80 % des Stroms einzusparen, wenn die richtige Technik eingesetzt wird.

Die Bundesregierung möchte den Energieverbrauch von Gebäuden deutlich senken. Ein Gesetz zur steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierung ist auf dem Weg. Führt das in die richtige Richtung?

Das ist ein grundsätzliches Thema: Sehr oft führen Subventionen zu Mitnahmeeffekten. Sie führen aber niemals zu wirklichen Innovationen. Es wird sehr viel über Gebäudedämmung diskutiert. Dies ist aber nur einer der möglichen Wege. Wenn man sich allein auf die Dämmung bezieht, amortisiert sich eine Gebäudesanierung erst nach rund 30 Jahren. Aus diesem Grund wird eine Förderung für nötig gehalten. Betrachtet man allerdings die technischen Anlagen, rechnen sich die meisten Energieeffizienz-Maßnahmen von selbst und benötigen keine Förderung.

Also sprechen Sie sich gegen eine Förderung von Energiesparmaßnahmen aus?

Anreizsysteme wie zum Beispiel gezielte KfW-Kredite können sinnvoll sein. Aber keine Maßnahmen, bei denen den Leuten schlicht Geld in die Hand gegeben wird. Damit entsteht auch der Eindruck, dass Energiesparen immer teuer wäre. Was aber bei der Gebäudetechnik sehr oft gar nicht der Fall ist. Bei der Diskussion gerät aus meiner Sicht auch aus dem Blick, dass es eigentlich darum geht, CO2-Ausstöße zu mindern und damit die Umwelt zu schützen. Verbrauchsreduzierung ist also ohnehin eine Investition in die Zukunft.  HENNING ZANDER

Von Henning Zander

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