Gebäudetechnik 02.02.2001, 17:28 Uhr

„Wir leben von vielen kleineren Gebäuden“

Nur in großen Liegenschaften wird ein komplettes Facility- Management (FM) gefordert. Die Anbieter dieser Dienstleistung leben hingegen vom Service vieler kleiner Gebäude. Oskar K. Ronner, Chef der Siemens Building Technologies sieht die Zukunft von Facility-Management deshalb in Teilbereichen.

Der Markt für Facility-Management (FM) zeigt sich stark fragmentiert. Dabei profitiere Siemens Building Technologies (SBT) mit Sitz in Zürich von seiner Spezialisierung auf die Sicherheits-, Brandschutz- und Klimatisierungstechnik, so der SBT-Vorstandsvorsitzende Oskar K. Ronner. In Zukunft wolle man aber dennoch verstärkt auch Know-how für die Planungsphase und für ein umfassendes FM anbieten.
VDI nachrichten: Herr Ronner, wie hat sich der Markt für FM entwickelt?
Ronner: Der für uns relevante Markt – Sicherheit, Feuerdetektion, Klima und FM-Dienstleistung – ist im vergangenen Jahr um 7 % bis 8 % auf eine Größenordnung von 75 Mrd. Euro weltweit gewachsen. Das Segment FM-Dienstleistung für sich alleine betrachtet liegt bei 5 Mrd. bis 7 Mrd. Euro. Wesentlich für solche Betrachtungen ist die Definition. Die reine Liegenschaftsverwaltung oder infrastrukturelle Dienstleitungen sind nicht darin enthalten.
VDI nachrichten: SBT ist im Umsatz mit 16 % doppelt so schnell gewachsen. Wie war das möglich?
Ronner: Wir sind davon überzeugt, dass wir Marktanteile gewonnen haben. Ohne eine sehr hohe Akzeptanz von der Kundenseite wäre das nicht möglich gewesen. Wir bieten aber auch gute Lösungen an. Und mit unseren 580 Branche-Offices haben wir meines Wissens nach eine unerreicht hohe Marktabdeckung. Größe allein kann aber auch nachteilig sein. Deshalb ist der entscheidende Punkt, dass wir weltweit sehr gute Mitarbeiter haben.
VDI nachrichten: Wie ist die Wettbewerbssituation gekennzeichnet?
Ronner: Der Markt ist grundsätzlich sehr fragmentiert. Es gibt relativ wenig große, global tätige Anbieter. Diese decken jedoch rund 50 % des Marktes ab. Wir haben uns bei der Marktbearbeitung darauf eingestellt. Für Projekte mit mittlerer bis hoher Komplexität offerieren wir als Generalunternehmer ganze Systeme. Weniger komplexe Anlagen übernimmt meist ein lokaler Installateur. Dieser bezieht dann häufig die Systemkomponenten, wie Feuermelder oder Steuerungen für die Klimaanlage, von SBT. Wir unterstützen ihn auch mit System-Know-how. Die lokalen Installateure sind für uns beides: Kunde und Wettbewerber.
VDI nachrichten: Wie würden Sie Ihre Marktposition bezeichnen?
Ronner: In unserer Kernkompetenz, der Sicherheits-Klimatisierungstechnik , sind wir weltweit mit einem Marktanteil von rund 20 % der führende Anbieter. Wir sind in Europa – mit einem Marktanteil von rund 35 % – klar die Nummer eins. In Amerika sind wir unseren Mitbewerbern Honeywell – jetzt zu GE gehörig – und Johnson Control dicht auf den Fersen. Auf der Klimaseite sind dort Honeywell, auf der Feuerseite Simplex unsere schärfsten Wettbewerber. In Fernost zeigt sich die Situation sehr unterschiedlich. Während wir in einigen Ländern kaum vertreten sind, haben wir in ausgewählten Schlüsselländern, wie Korea, Malaysia, Singapur, Indonesien, Thailand oder China, bereits eine sehr gute Position erreicht. In Fernost fällt besonders auf, dass die installierte Basis fehlt. Das heißt: Es gibt wenig Gebäude, die schon 30 oder 40 Jahre alt sind und über eine bereits installierte Technik verfügen.
VDI nachrichten: Womit wird das Geschäft gemacht?
Ronner: Derzeit machen wir volumenmäßig mit Systemen und Dienstleistungen das meiste Geschäft. Darauf waren wir in der Vergangenheit auch stärker fokussiert. In der Zukunft wollen wir verstärkt auch unsere Möglichkeiten im Produkt-Geschäft ausnützen, so dass wir hier eine vergleichbare Position erlangen.
VDI nachrichten: In Deutschland bieten Sie Ihre Angebote um das FM unter verschiedene Markennamen bzw. eigenständigen Geschäftseinheiten an. Zudem gibt es noch Überschneidungen mit anderen Unternehmensbereichen im Siemens-Konzern. Wäre es für Sie nicht wünschenswert, wenn die das Komplettangebot unter einem Logo und einer Verantwortung, etwa SBT, vereint hätten?
Ronner: Man muss die Situation aus der Historie heraus sehen. Cerberus und Landis & Staefa waren beide schon Weltmarktführer, bevor sie zu Siemens kamen. Wir haben uns bei der Eingliederung der Unternehmen dafür entschieden, den Wert dieser eingeführten bekannten Markennamen nicht aufzugeben. Jede Marke tritt daher weiterhin separat auf, aber in Kombination mit dem Namen der neuen Mutter Siemens. Hinzu kommt, dass der überwiegende Teil der Aufträge weder integrierte Lösungen oder Paket-Lösungen sind. Über 90 % aller Aufträge sind entweder eine Brandmelde-, eine Sicherheits- oder eine Klimasteuerungs-/Regelungs-Anlage. In weniger als 10 % aller Fälle will der Kunde das Angebot im Paket haben. In der Regel erwarten die Auftraggeber auch einen kompetenten Ansprechpartner speziell für das Feuer-, Sicherheits- oder Klima-Problem. Das heißt: Wir müssen den Markt ganz gezielt mit Spezialisten angehen. Und das ist unsere Stärke. Sie können dem Markt keine allgemeine „Gebäudetechnologie“ verkaufen. In erster Instanz will der Kunde immer mit einem Spezialisten reden. Wenn der Kunde eine Komplettlösung aus einer Hand haben will, so können wir auch das anbieten.
VDI nachrichten: Wieweit geht der Trend zum FM?
Ronner: Das komplette FM wird nur bei den ganz großen Projekten gefordert. Und auch dort findet man ganz unterschiedlich gelagerte Interessen. Es gibt auch Kunden, nehmen wir beispielsweise Banken, die wollen gar nicht, dass firmenfremde Mitarbeiter sich in ihren Räumen aufhalten. In unseren Prospekten machen wir immer Reklame mit großen, renommierten Projekten. Doch ich will an dieser Stelle einmal eines klarstellen: Wir leben nicht von diesen großen Gebäuden, sondern von den vielen kleinen. Unser durchschnittlicher Auftragswert im Systemgeschäft bewegt sich zwischen 20 000 DM und 30 000 DM. Wir wickeln im Jahr über eine Million solcher Aufträge ab, mit etwa 350 000 aktiven Kunden. Wir müssen gegenüber diesen meist mittelständischen Unternehmen auch wie ein Mittelständler auftreten. ROBERT DONNERBAUER

Von Robert Donnerbauer

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