Messen 01.04.2005, 18:37 Uhr

Was Hannover nachhaltig beschäftigt, ist das Expo-Defizit  

In Nagoya öffnete an Ostern die Weltausstellung ihre Tore. Die Expo soll nach dem Willen der Veranstalter leuchtendes Beispiel für ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit werden. Genau dies gelobte bereits die Expo 2000 in Hannover. Viel ist von den hehren Zielen nicht übrig geblieben. Was bleibt in Nagoya?

Nagoyas Hightech-Attraktionen sollen nur schmückendes Beiwerk sein. Dem Motto ihrer Expo folgend werden vor allem Beispiele für die friedliche Koexistenz von Mensch und Umwelt präsentiert. Später soll das Gelände als Freizeit- und Grünanlage weiter genutzt werden.

Wer im Frühjahr 2005 das Gelände der Expo 2000 in Hannover besucht, reibt sich angesichts des Nagoya-Konzepts verwundert die Augen. Das Prinzip der Nachhaltigkeit stand schon in Niedersachsen im Mittelpunkt. Das Motto lautete seinerzeit: „Mensch-Natur-Technik. Eine neue Welt entsteht.“ Den Hannoveranern blieb jedoch nur ein trostloses Fleckchen Erde. Von der hehren Idee der nachhaltigen Nutzung ist kaum etwas übrig geblieben.

Statt der erwarteten 40 Millionen kamen nur 18,1 Mio. Menschen zur Expo 2000. Danach brachten die Verantwortlichen in Hannover schnell noch 20 000 Ausstellungsstücke – vom Riesenrad und Fahnenmasten über einen buddhistischen Tempel bis zum Blumentopf – unter den Hammer. Aber auch diese Versteigerung konnte den Schuldenberg von 1,1 Mrd. € nur unmerklich verkleinern.

Im östlichen Zentralgelände ist nur dann ein Hauch von Leben, wenn massentaugliche Veranstaltungen in der TUI-Arena abgehalten werden. Dabei sollte sich die Gegend in der Vorstellung der Expo-Planer längst zum prosperierenden Gewerbegelände entwickelt haben. Doch auch fünf Jahre nach der Expo bröckelt etwa der von Wildwuchs befallene niederländische Pavillon vor sich hin. Auch der einst wegen seiner kühnen Architektur gerühmte, 10 Mio. € teure Bertelsmann-Pavillon rottet vor sich hin. „Hier geht noch immer abends das Licht an und morgens automatisch wieder aus“, sagt Jürgen Eppinger kopfschüttelnd. Der inzwischen pensionierte Beamte war im Baudezernat der Stadt in der Expo-Planungsgruppe tätig.

Zwar wird ein Teil der Gebäude von der Fachhochschule genutzt, doch die 3000 Studenten wirken verloren auf dem 80-ha-Areal. Der spanische, der britische und auch der französische Pavillon stehen leer. Selbst im deutschen Pavillon herrscht gähnende Leere – auf einer Fläche, die eineinhalb Mal so groß wie ein Fußballfeld ist.

Nur vereinzelte Objekte werden genutzt. Der polnische Pavillon wurde in ein überdimensioniertes Asia-Restaurant umgewandelt, in dem die Kellner inzwischen auf den Abschluss des Insolvenzverfahrens warten. Immerhin ist in den ehemaligen belgischen Pavillon der Pop-Produzent Mousse T. eingezogen.

Rechtlich lebt die Expo weiter – zum einen als Expo 2000 Hannover GmbH in Liquidation und als Expo Grund GmbH, die für den Verkauf der Freifläche und der Pavillons zuständig ist. Deren Geschäftsführer Wolfgang Schatz sagt: „Wir wollen keine Fortsetzung der Expo mit anderen Mitteln. Die ist vorbei. Nun ist das ein stinknormales Gewerbegebiet.“

Schatz hegt eine vage Hoffnung: „Wenn es erstmal mit der Informationstechnologie wieder losgeht“, sagt er, „wollen wir ganz vorne mit dabei sein.“ Bereits seit geraumer Zeit setzt er auch auf Ikea: „Die kommen zu 99,9 %.“ Die schwedischen Möbelverkäufer werden dann, so seine Rechnung, das gesamte Gelände aufwerten. Dann glaubt er, wird auch McDonald“s kommen und diverse Baumärkte.

Zumindest wird Hannover die renovierte Infrastruktur bei der Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr zugute kommen. Klaus Timaeus, WM-Beauftragter der Stadt, lobt: „Bei der Expo haben wir geübt, jetzt können wir es.“ LARS LANGENAU/Käm

Spiegel-Online – 25. März 2005, 17:42

www.spiegel.de/reise/aktuell/0,518,348385,00.html

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