Gebäudetechnik 01.06.2001, 17:29 Uhr

Vom „diplomierten Hausmeister“ zum Facility-Manager

„Wie viele Gebäude haben Sie? Wie viel Fläche verwalten Sie? Welche spezifischen Kosten verursacht das Gebäude?“ Blieben Hausverwalter diesen Fragen die Antwort schuldig, könne man die wirtschaftliche Effektivität des Gebäudebetriebs in Frage stellen, urteilt eine Facility-Organisation, die für mehr Professionalität wirbt.

Die einst in den USA gegründete International Facility Management Association (IFMA) baut „Kompetenzzentren“ in Deutschland auf. Die hiesige Sektion der amerikanischen „Mutter“ fasste zunächst 1996 in Süddeutschland Fuß und ist nun dabei, sich über Regionalkreise von den Alpen bis zur Nordsee und vom Rhein bis zur Oder für den intensiven Erfahrungsaustausch zu strukturieren. Jüngstes Ergebnis dieser Bewegung ist der Regionalkreis Elbe/Weser mit Sitz bei der M+P-Consulting GmbH in Braunschweig unter der Leitung von Dipl.-Ing.Uwe Rotermund. Ziel der Aktivitäten: eine Professionalisierung des Facility Managements (FM).
Das Einzugsgebiet des Regionalkreises Elbe/Weser reicht von Magdeburg bis Hamburg und bis zur Weserregion. „Wir wollen den Facility Managern des Bezirks eine Anlaufstelle geben, wo sie kommunizieren und ihre Erfahrungen austauschen können“, nennt Dipl.-Ing. Paul Stadlöder, Vorstandsmitglied und Sprecher der IFMA, den Grund der Aktivität. „Denn 75 % unserer Mitglieder sind aktive Facility Manager in Unternehmen, in Versicherungen, in der Kommune, im Krankenhaus.“ Ihnen unterstehen die gebäudespezifischen Dienstleistungen. „Diese Serviceleistung im Sinne von Erfolgs- und Kostenmanagement optimal zu gestalten, bedarf erheblicher Kenntnisse in unterschiedlichen Sparten,“ weiß der IFMA-Sprecher. Und hierbei sei der Erfahrungsaustausch ein wesentliches Element der Qualifikation.
Kenntnisse sind – so Stadlöder – erforderlich im Bereich Technisches Gebäudemanagement, im Bereich klassischer Betriebsführung, Instandhaltung, Energiemanagement und Gebäudeautomation. Es folge der Bereich infrastruktureller Leistungen wie Reinigung, Sicherheit, Pförtnerdienste, Außenanlage, Winterdienst. „Facility Management schließt heute sogar die Dekoration mit ein,“ erläutert der IFMA-Sprecher. Schließlich, und immer wichtiger, das kaufmännische Gebäudemanagement, letztendlich die spezifischen Kosten pro Quadratmeter.
Im Prinzip orientieren sich die IFMA-Mitglieder an der im Jahr 2000 neu erschienenen DIN 32736, die das Begriffsumfeld FM klar definiert. Stadlöder: „Was wir erreichen wollen, ist eine Professionalisierung des FM.“ Betrete man heute ein Gebäude, könne die zuständige Abteilung in der Regel auf folgende drei wichtige Fragen keine Antwort geben: „Wie viele Gebäude haben Sie? Wie viel Fläche verwalten Sie? Welche spezifischen Kosten verursacht das Gebäude?“ Stadlöder: „Lassen sich diese Fragen nicht unmittelbar beantworten, kann man mit ziemlicher Sicherheit den wirtschaftlichen Gebäudebetrieb in Frage stellen.“ Die IFMA wolle deshalb erreichen, dass der Facility Manager im Unternehmen nicht mehr der „diplomierte Hausmeister ist“, sondern seine Dienstleistung dazu beitrage, dass das Kerngeschäft des Unternehmens effizient ablaufen könne, ergänzt Uwe Rotermund, der Leiter des neuen Regionalkreises.
Ein Schwerpunkt der Seminare und Workshops liege deshalb auf dem gesamten Kostenbereich. Ein zweiter Schwerpunkt auf die Weiterqualifizierung der internen Kräfte mit dem Ziel, die einzelne Leistung detailliert und vor allen Dingen verrechenbar darzustellen. Das Programm der IFMA stützt sich auf entsprechende Angebote ab: beispielhafte Objektbeschreibungen, Benchmarking, Kostenermittlung, Controlling. Der regelmäßige Erfahrungsaustausch, gekoppelt mit einer entsprechenden Aus- und Fortbildung könne dann in die Qualifikation Certified Facility Manager (CFM) einmünden, so Rotermund.
Die IFMA hat weltweit 15 000 Mitglieder, in der Bundesrepublik gegenwärtig über 200. Rund 150 Zugehörige sind aktive Facility Manager, die anderen 50 Dienstleister oder fördernde Mitglieder oder Unternehmen aus der Gebäudeautomation, wie etwa die Firma Zacharias Haustechnik GmbH in Hameln, die mit intelligenter Technik einen der Grundsteine für erfolgreiches Energie- und Kostenmanagement legen. P. G.

Ein Beitrag von:

  • P. G.

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