Gebäudetechnik 20.02.2004, 18:28 Uhr

Viele Standards buhlen um die Heimnetze

Einer aktuellen Studie des US-Marktforschungsinstituts In-Stat/MDR zufolge lag die Zahl dieser Netze in Westeuropa Ende 2003 bei rund 4,5 Mio. und hat damit gegenüber dem Vorjahr um über 60 % zugelegt. Bis zum Jahr 2007 prognostizieren die Analysten ein Wachstum auf rund 15 Mio. Die beiden Hauptstandards für die drahtlose Heimvernetzung sind Wireless LAN (WLAN) und Bluetooth.

Die WLAN-Technologie eignet sich hervorragend, um Computer und Unterhaltungselektronik in einem Netzwerk zu verbinden“, erklärt Rob Hoeben, Produkt Marketing Manager Connectivity bei Philips Semiconductors, die Vorzüge von WLAN im Heimbereich. Bei Wireless LAN dominiert zurzeit der Standard IEEE 802.11b, der bereits 1999 von einem Gremium der 802.11 Working Group verabschiedet worden ist. Der Standard funkt im Bereich 2,4 GHz, dem weltweit frei verfügbaren ISM-Band (Industrial, Scientific, Medical), und bietet eine Übertragungsrate von bis zu 11 Mbit/s, die sich durch Kanalbündelung zumindest theoretisch verdreifachen lässt.
Hier fehlen aber mittlerweile die Produkte, so dass der 802.11b-Standard bei vielen Anwendungen wie etwa der Übertragung von Filmen aus dem Internet auf den Fernseher schnell an seine Grenzen stößt. Zudem beträgt die Reichweite in Gebäuden zwar bis zu 100 m, je nach Mauerdicke kann sich diese Spanne aber drastisch reduzieren. Die Übertragungsrate erhöhen sollte eigentlich der vor allem in den USA verbreitete Standard 802.11a. Der Standard arbeitet im 5-GHz-Band und bietet Übertragungsraten von bis zu 54 Mbit/s, besitzt allerdings eine Reichweite von nur maximal 50 m. Die Freigabe der Frequenzen im 5-GHz-Band erfolgt in Europa durch die Regulierungsbehörden der einzelnen Länder, für die Standardisierung in Europa ist das European Telecommunications Standards Institute (ETSI) verantwortlich. Bislang spielt der Standard allerdings kaum eine Rolle, da er nicht kompatibel zu dem verbreiteten 802.11b ist.
Bisheriger Gewinner im WLAN-Home-Network ist die Spezifikation 802.11g: Sie sendet ebenso wie 802.11b auf dem 2,4-GHz-Band und erlaubt Übertragungsraten von bis zu 54 Mbit/s, die von einigen Herstellern wie etwa D-Link durch Kanalbündelung verdoppelt werden. 802.11g eignet sich deshalb gut für Videostreaming via Internet auf den Fernseher oder andere Anwendungen, die eine hohe Bandbreite erfordern. Auch hier ist die Reichweite innerhalb von Gebäuden auf bis zu 100 m beschränkt. Die Kompatibilität zu 802.11b erlaubt im Heimbereich eine sanfte Migration und beschert dem Standard gute Zukunftsaussichten.
„Über Bluetooth können die unterschiedlichsten Geräte miteinander kommunizieren“, stellt AVM-Sprecher Urban Bastert die Vorteile dieses Standards heraus. Seiner Ansicht nach spricht neben den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten vor allem die einfache Installation im Heimbereich für diese Funktechnologie. Wie die beiden WLAN-Standards 802.11b und g funkt Bluetooth auf dem 2,4-GHz-Band.
Die maximal erreichbare Datenübertragungsrate liegt allerdings zurzeit bei 1 Mbit/s, soll sich allerdings künftig erhöhen. „Die Weiterentwicklung unter den Begriffen ¿Medium Rate“ und ¿High Rate“ zielt in den nächsten zwei Jahren auf eine höhere Bandbreite von netto mehreren Megabit“, so Bastert. Je nach Leistungsklasse liegt die Reichweite von Bluetooth bei mindestens 10 m.
Im Heimbereich kommt Bluetooth vor allem für die schnelle und unkomplizierte Vernetzung von verschiedenen Geräten untereinander zum Einsatz. Mit Bluetooth lassen sich zum Beispiel eine Digitalkamera und ein Drucker schnell miteinander verbinden. „Das WLAN wird sich im Heimnetzwerk etablieren, während Bluetooth vor allem für die Vernetzung unterschiedlicher Endgeräte untereinander zuständig sein wird“, so Ulrich Jäger, Leiter Produktmarketing der Toshiba Europe GmbH. „Darüber hinaus wird Bluetooth im Heimbereich zum Einsatz kommen, um bestimmte Geräte und Anwendungen via Handy zu steuern“, ergänzt Hoeben von Philips Semiconductors.
Noch in der Entwicklung befindet sich die Funktechnologie Ultra Wide Band (UWB). Die Spezifikationen für die UWB-Technik werden von der IEEE-Arbeitsgruppe 802.15 erarbeitet. UWB hat eine sehr hohe Übertragungsrate von bis zu 200 Mbit/s und funkt im Bereich zwischen 3 GHz und 10 GHz. Die Reichweite ist bislang allerdings auf rund 10 m begrenzt, so dass UWB nur kurze Strecken im Heimnetz überbrücken kann.
Neben den Funkstandards spielt mit der Powerline-HomePlug-Technologie auch eine „Hybrid“-Lösung eine wichtige Rolle. „Die Technik nutzt die existierenden Stromkabel und -steckdosen im Haus zur Datenübertragung“, erläutert Heiko Harbers, Vorstand des Aachener Unternehmens Devolo AG. Der Powerline-Standard HomePlug 1.0 unterstützt eine theoretische Bandbreite von bis zu 14 Mbit/s, praktisch werden 5 Mbit/s bis 8 Mbit/s erreicht. Harbers: „Nach meiner Einschätzung werden sich die verschiedenen Technologien – Kabel, Wireless und HomePlug – in Zukunft immer stärker ergänzen und zu einem universellen Heimnetzwerk verschmelzen.“ Diese Einschätzung könnte sich als richtig erweisen, zumal Powerline auch von zahlreichen Hausgeräteherstellern zur Einbindung ihrer Produkte in ein Heimnetz genutzt wird.ELKE REKOWSKI

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