Gebäudetechnik 14.11.2008, 19:38 Uhr

Veranstalter entdecken das Thema „Green Meeting“  

VDI nachrichten, Darmstadt, 14. 11. 08, rok – Ökologisch zu bauen liegt derzeit in Deutschland im Trend. Das Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadtium kann als gelungenes Beispiel gelten. Seit Ende 2007 ist es mitten in der Jugendstilstadt in Betrieb und hat im ersten Jahr bewiesen, dass es, wie geplant, mit außerordentlich wenig Energie auskommt.

Ökologisches Bauen ist gefragt.

Ökologisches Bauen ist gefragt.

Foto: LBS/gp/dpp

Nicht zuletzt von dem ausgeklügelten energietechnischen Konzept lassen sich viele Veranstalter überzeugen. „Green Meeting ist in unserer Branche das Schlagwort der Stunde“, betont Darmstadtium-Geschäftsführer Klaus Krumrey. „Sehr viele Kunden fragen ausdrücklich danach, ob wir nicht nur bei Multimedia, sondern auch in puncto Ökologie Hightech bieten können.“

Kürzlich fand im Darmstadtium der Deutsche Luft- und Raumfahrtkongress statt. Zu Gast war unter anderem Professor Johann-Dietrich Wörner, Vorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Stuttgart, lange Jahre Präsident der Technischen Universität Darmstadt (TUD) und starker Befürworter des Kongresszentrums.

Ein Wissenschaftler und Praktiker der Darmstädter Universität zeichnet auch verantwortlich für das energietechnische Konzept: Professor Manfred Hegger. Er hat in der Niedrigenergie-Architektur auch auf internationalem Parkett einen glänzenden Namen. So konnten der Professor und sein Team beim Solardecathlon 2007 in Washington einen Volltreffer landen: Ihr Wettbewerbsbeitrag belegte trotz starker Konkurrenz von 19 Top-Universitäten aus aller Welt als attraktivstes und energieeffizientestes Solar-Haus Platz eins.

Die langjährigen Erfahrungen Heggers flossen auch in das komplexe Energiekonzept des Darmstadtiums ein. Besucher des Wissenschafts- und Kongresszentrums betreten ein außergewöhnlich großes und helles Tageslicht-Foyer. Wände und Decken im Eingangsbereich sind fast vollständig verglast und spenden so viel Helligkeit, dass tagsüber zusätzlich nur dezentes Akzentlicht eingesetzt wird. Die freie Dachfläche – etwa 500 m2 – sind mit einer Solaranlage ausgestattet, der Strom wird, wie üblich, in das Darmstädter Stromnetz eingespeist.

Das zentrale Rückgrat des Gebäude- und Klimakonzeptes nimmt der Besucher aber auf den ersten Blick nicht wahr: Das Glasdach verjüngt sich trichterförmig durch das Hauptfoyer in die Untergeschosse. Es ist so geformt, dass das gesamte Regenwasser durch die Öffnung in eine Zisterne im Untergeschoss fließt. „Unsere Calla“ nennen die Darmstädter diese „Regenrinne“ liebevoll in Anspielung auf die Blume gleichen Namens, die bei der Formgebung Pate stand. 250 m3 groß ist das Auffangbecken. Bislang war es nach Angaben von Ullrich Kordt, dem Technischen Leiter des Darmstadtiums, erst einmal vollständig gefüllt. Die überschüssige Menge floss in die Kanalisation. Die gesammelte Wassermenge wird für die Bewässerung der Außenanlagen, die Toilettenspülung, aber auch die Lüftung genutzt und hat somit große Bedeutung für das Klima im Haus.

„Wir legen großen Wert darauf, anfallende Ressourcen optimal auszunutzen und alle anfallenden Energien wiederzuverwerten“, betont Kordt. „Eine Klimaanlage kam daher für uns nicht infrage – Klimaanlagen sind teuer, verbrauchen viel Energie und haben ein schlechtes Image.“

Das Zauberwort für Wohlfühlen lautet daher „konditionierte Luft“. Kernstück des Lüftungssystems ist ein 240 m langer, bis zu 10 m breiter und im Schnitt 1,60 Meter hoher betonierter Strömungskanal unter dem Gebäude. Die Luft von außen ändert, wie im Keller, dort leicht ihre Temperatur, so dass eine Temperaturanpassung stattfindet. Sind es draußen 30 °C , sinkt die Lufttemperatur auf ihrem Weg durch den Erdkanal auf etwa 25 °C. Bei -5 °C außerhalb des Gebäudes steigt die Gradzahl entsprechend. Nach diesem ersten Schritt wird die Lufttemperatur mittels Heizung oder Kühlung auf die jeweils gewünschte Höhe reguliert. Dabei setzen die Techniker im Sommer auf einen Kondensationsprozess, bei dem Wasser aus dem Auffangbecken die Luft weiter abkühlt.

Neben dieser Primarkühlung steht ein weiterer Kreislauf zur Verfügung. In den Decken der Seminarräume sorgen „Heizrohre“ mit kaltem Wasser – eine sogenannte Kühldecke – dafür, dass die Raumwärme abgeführt wird. Zur Kühlung trägt aber auch die ungewöhnliche Form des Gebäudes bei: Die Glasfassaden in den Seminarräumen sind nach innen geneigt, so dass die Sonne nicht direkt einstrahlen kann. Die innen liegende Verdunklung erlaubt es, ein eventuelles Wärmepolster zwischen Fassade und Rollo abzusaugen.

Abgerundet wird die Haustechnik durch die Holzhackschnitzel-Heizung. Der Holzabfall kommt aus dem Stadtwald der Mainmetropole Frankfurt.

J. Schmidt

Die „Calla“ aus Stahl und Glas sammelt Regenwasser

Von J. Schmidt

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