Gebäudetechnik 03.05.2002, 17:34 Uhr

Strom-Offensive im Wärmemarkt

Hersteller von strombetriebenen Wärmepumpen haben in Frankfurt am Main auf der Light+Building den Startschuss für eine Marketing-Offensive gegeben. Unter dem Leitthema „Wärme plus“ geht es um das Bewerben von Stromanwendungen im häuslichen Wärmemarkt. Für Wärmepumpen und Lüftungssysteme erarten die Anbieter neue Rekordabsätze.

Seit dem 1. Februar 2002 ist die Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft. Sie fasst die bisherigen Regelungsbereiche der Wärmeschutz-Verordnung und der Heizungsanlagen-Verordnung zusammen. Basis für die um 30 % erhöhten Anforderungen ist der Energiebedarf, das heißt der rechnerische Energieverbrauch für Heizung, Lüftung und Warmwasser. Dadurch bietet die Verordnung mehr Wahlfreiheit zwischen bautechnischen und anlagentechnischen Maßnahmen. Berücksichtigt werden auch Verluste bei der Umwandlung von Primär- zu Endenergie, was besonders den Einsatz von Strom zu Heizzwecken mit höheren Bewertungsfaktoren belastet.
„Statt der Primärenergie als Bezugsgröße hätten wir den Faktor Endenergiebedarf – das heißt die vom Nutzer zu bezahlende Energie – vorgezogen,“ so Jörg Zöllner, Geschäftsführer des Fachverbandes für Energie-Marketing und -Anwendung (HEA) auf der Messe Light?+?Building in Frankfurt am Main. Da der Verbraucher den Endenergiebedarf direkt beeinflussen kann, wäre der Bezug hierauf der Energieeinsparung mehr gerecht geworden. Doch auch mit der jetzt beschlossenen Regelung könne man gut leben. Der Wettbewerb mit den Konkurrenzenergien Öl und Gas werde jedenfalls nicht gescheut.
Auch die klassischen Elektro-Speicherheizgeräte (sie haben in den vergangen Jahren im Neubausektor immens an Bedeutung verloren) seien immer noch eine sinnvolle Lösung, betont Zöllner, doch die großen Hoffnungen richteten sich auf fortschrittliche Stromlösungen. Diese würden die Anforderungen der EnEV nicht nur erfüllen, sondern sogar mit 20 % bis 40 % deutlich unterschreiten. Als ein prägnantes Beispiel nannte Zöllner die Wärmepumpenheizung. Sie erlebe derzeit in Deutschland eine Renaissance. In den 90er Jahren stieg die Zahl der neu installierten Anlagen wieder stetig an. Im vergangenen Jahr gab es ein weiteres Plus von über 40 % auf rund 8200 neue Heizungs-Wärmepumpen. Für dieses Jahr rechnet der HEA-Geschäftsführer mit 10?000 Stück.
„Diese Aufwärtsentwicklung zeigt nicht nur die steigende Akzeptanz dieser Technik, die mit 1 kWh Strom 4 kWh und mehr Heizenergie erzeugen kann, sondern sie ist auch ein positives Signal für Umwelt und Ressourcen,“ urteilt Zöllner. „So können mit einer Wärmepumpe gegenüber einer Ölzentralheizung Primärenergieeinsparungen bis zu 45 % erzielt werden.“ Hersteller wie Dimplex, Stiebel Eltron oder Vaillant präsentierten den Besuchern der Light+Building eine Auswahl von Modellen. Beispielsweise pries Dimplex eine neue Sole/Wasser-Wärmepumpe als „Hochleistungszwerg“ für Heizung und Warmwasser. Bei Waschmaschinenbreite und einer Tiefe von 50 cm passe der „Zwerg“ unter die Arbeitsplatte im Hauswirtschaftsraum. Aus 1?kW Strom holt das Gerät bis zu 4,6 kW Heizenergie. Ein integrierter Wärmepumpen-Manager mit Fernbedienstation regelt den Heizkomfort. Und eine neue Luft/Wasser-Wärmepumpe soll selbst bei minus 20 °C Außentemperatur noch 55?°C Wärme für Heizung und Warmwasserbereitung liefern. Wird dieses als „Raumwunder“ gepriesene Gerät (rund 0,5 m² Stellfläche) in einer Außenwandecke einbaut, kann man auf die ansonsten notwendigen Luftkanäle oder Luftschläuche verzichten.
Letztlich bleibt es bei der EnEV freigestellt, mit welchen Maßnahmen die vorgegebenen Zielwerte erreicht werden, ob durch verstärkten Wärmeschutz, anspruchsvollere Anlagentechnik, den Einsatz erneuerbarer Energiequellen oder Wärmerückgewinnung. Dadurch gewinnen Techniken an Bedeutung, mit denen die Funktionen Lüften, Heizen, Warmwasserbereitung und Klimatisierung kombiniert werden können. Mit geeigneten Lüftungskonzepten lassen sich gesundheitliche Risiken und bauphysikalische Nachteile vermeiden, heißt es bei Stiebel Eltron.
Wohnungslüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung sorgen nicht nur für gesundes Wohnklima, sondern helfen auch, Energie zu sparen und allergieauslösende Schadstoffe und Pollen auszusperren. Das haben im vergangenen Jahr schon 15?000 neue Kunden erkannt, die sich solch ein System installieren ließen. Trotz dieses Wachstums um 25 % erwartet Zöllner für dieses Jahr einen weiteren Marktsprung auf rund 20?000 Anlagen. Ein Integralsystem, das Lüftung, Heizung und Warmwasserbereitung in einem Gerät vereinet, zeigte Stiebel Eltron auf der Messe in Frankfurt. Ein Wärmetauscher entzieht der Abluft bis zu 90 % Wärmeenergie. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe nutzt die restliche Wärme und die Außenluft für Heizung und Warmwasserbereitung.
Die Vorteile von „innovativen stromgestützten Techniken“ will die HEA gemeinsam mit Marktpartnern aus Industrie, Fachhandwerk und Energieversorger jetzt aktiv kommunizieren. Dazu wurde auf der Light+Building die Kampagne „Wärme plus“ gestartet. Mit einem Newsletter, Broschüren, Veranstaltungen oder Ausstellungen sollen die Zielgruppen wie Handwerk, Architekten und Planer informiert werden. Die HEA unterstütze dabei den gleichnamigen Initiativkreis „Wärme plus“, der von den Unternehmen AEG, Dimplex, Siemens und Stiebel Eltron gegründet wurde.
ROBERT DONNERBAUER

Von Robert Donnerbauer

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