Gebäudetechnik 03.05.2002, 17:34 Uhr

Rundum-Service fürs Gebäude

Dienstleistungskultur bei der Betreuung von Immobilien ist in den USA schon lange Standard. Nun hat sich in den letzten Jahren das so genannte Facility-Management (FM) auch in Deutschland etabliert. Der Rundumservice fürs Gebäude ist ohne Ingenieure, die sich beispielsweise um die Klima- oder Versorgungstechnik kümmern, nicht zu leisten.

Dabei steht Facility für Liegenschaften und Gebäudeanlagen, Management für das Planen, Steuern und Kontrollieren von teilweise sehr komplexen Dienstleistungen. „Dazu zählen unter anderem neue Instandhaltungskonzepte, ganzheitliche Analyse von Betriebs- und Bewirtschaftungskosten oder das Hygienemanagement“, erläutert Walter Leibl, Pressereferent bei Siemens Gebäudemanagement und Services (SGM), einer 100-prozentigen Siemens-Tochter und Teil von Siemens Building Technologies, mit Hauptsitz in Erlangen.
SGM gehört seit seiner Gründung 1997 zu den Großen der FM-Branche. Kerngeschäft ist die Bewirtschaftung von Immobilien – für Banken, Versicherungen, Industrie, Verwaltung, Flughäfen oder Hotels. Bundesweit betreuen die SGM-Spezialisten rund 6 Mio. Quadratmeter Gebäudefläche. Zum Angebot gehören etwa Wartung und Instandsetzung, von der Gebäudefassade bis zu speziellen Techniken, etwa für Reinräume von Chip-Produktionen oder Krankenhäuser – bei Bedarf mit 24-Stunden-Bereitschaft.
Daneben organisiert das Unternehmen Reinigungs- und Gärtnerdienste, übernimmt die Pflege der Außenanlagen oder das Umzugsmanagement. Außerdem werden die Kunden bei der Energieeinsparung beraten, beim Modernisieren, Sanieren oder Umbauen von Gebäuden und Flächen. Zudem prüft SGM deren Gesundheits- und Umweltverträglichkeit und erarbeitet Konzepte für den Werterhalt. Auch als Dienstleister für das eigene Unternehmen ist SGM aktiv, und zwar für den Immobilienbereich des Siemens-Konzerns „Siemens Real Estate“. Derzeit arbeiten bei SGM deutschlandweit 1625 Menschen das sind neben Kaufleuten, Betriebs- oder Immobilien-Fachwirten Ingenieure, Techniker oder Monteure. Etwa 10 % der Angestellten sind Ingenieure.
„Gerade das Hygienemanagement gewinnt zunehmend an Bedeutung“, sagt Andreas Queißer von SGM. Der Ingenieur der Energie- und Versorgungstechnik untersucht als Projektleiter und Fachberater die technischen und mikrobiologischen Parameter von technischen Anlagen und Gebäudekomponenten. Dabei spielen Kriterien wie Trinkwasserqualität, Luftfeuchte, Luftbewegung, Temperatur, die Beleuchtungsqualität, Akustik oder die Wirkungen der farblichen Gestaltung auf die Menschen eine große Rolle.
„Wir müssen dabei technische Kenntnisse mit mikrobiologischen Grundlagen kombinieren. Hier sind Ingenieure ideal, weil sie themenübergreifend denken“, meint Queißer. Zu Beginn machen die Experten eine Bestandsaufnahme vor Ort. Anhand von Prüflisten beschreiben sie den momentanen technischen und hygienischen Zustand einer Anlage. Dabei weisen sie auf eventuelle Mängel hin und schlagen entsprechende Gegenmaßnahmen vor. Eine wichtige Rolle spielen hierbei PC und Web: Alle Ergebnisse und Dokumentationen werden auf einem Server hinterlegt. Eine darauf hinterlegte Software erstellt anschießend nicht nur Prüf-, Inspektions-, Wartungs- und Instandhaltungs-Checklisten, sondern auch entsprechende Arbeitspläne für die Fachleute.
Mittlerweile zeichnet sich ein weiteres, zukunftsträchtiges Arbeitsgebiet für Ingenieure ab: Immer mehr Unternehmen setzen beim Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden auf die neuesten Informations- und Kommunikationstechnologien. Damit lassen sich komplexe Planungsabläufe beschleunigen, Ressourcen schonen und Kosten reduzieren. In Zusammenarbeit mit der Firma „digitales bauen“ (Karlsruhe) hat SGM den „FM Connector“ entwickelt, ein Produkt, das bereits erfolgreich im „Microsoft Headquarter“ in Unterschleißheim eingesetzt wurde.
Dabei handelt es sich um ein System, mit dem sich Heizung, Lüftung, Beleuchtung oder Jalousien bequem über Webseiten von einem Arbeitsplatzrechner aus bedienen lassen. „Das Ganze ist im so genannten Internet Aided Facility Management (IAFM) eingebunden“, erläutert Walter Leibl. „Die Grundidee besteht darin, neue Technologien – und hier vor allem das Internet – auch für das Gebäudemanagement zu nutzen und so für den Kunden einen Mehrwert zu schaffen.“
IAFM beinhaltet Hardware, Software-, Service- und Beratungsmodule. Über die Einzelraumregelung hinaus bietet das System weitere Dienste rund um das Gebäude, das reicht von Call-Services für Wartung, Reinigung, über Reservierung, Catering und Energieoptimierung bis zu E-Commerce (etwa für die Abrechnung von Dienstleistungen). Darüber hinaus können mit IAFM auch Überwachungs- und Steuerungsaufgaben übers Internet mit Hilfe eines Standardbrowsers erfüllt werden – ohne Leitwarte. Besonders dafür geeignete Objekte sind Hotels, Krankenhäuser, Gewerbecenter oder Wohnparks.
EVDOXIA TSAKIRIDOU

Von Evdoxia Tsakiridou

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