Chillventa 2010 08.10.2010, 19:49 Uhr

Rückenwind für die Gebäudekondition

Trends auf dem Gebiet der Raumlufttechnik im Gebäude stehen im Mittelpunkt der Messe Chillventa, die am 13. Oktober in Nürnberg für drei Tage ihre Tore öffnet. Das Angebot zielt auf Energieeffizienz und Komfort, aber auch auf Hygiene und Sicherheit der Anlagen. Vom Krisenjahr 2009 abgesehen steigert die Branche in Deutschland seit Jahren ihre Produktion.

Das energiesparende Temperieren von Gebäuden entwickelt sich zum Topthema in den Industriestaaten, bei dem in Deutschland der Einsatz raumlufttechnischer Anlagen (RTL-Anlagen) keine unwichtige Rolle spielt. Gleichzeitig fordern Hightechbetriebe und die Pharmaindustrie für ihre Produktion eine immer zuverlässigere Reinraumtechnik, was Hersteller betreffender RTL-Anlagen zusätzlich herausfordert. Vom 13. bis 15. Oktober will sich die 2. Chillventa in Nürnberg diesen relevanten Themen stellen, für die sich rund 900 Aussteller angemeldet haben.

Mit Themenbereichen wie Kälte, Raumluft, Wärmepumpen widmet sich die Fachmesse einem in Deutschland wachsenden Wirtschaftszweig. Kein Wunder, das Einsatzgebiet der hygienisch einwandfreien Gebäudekondition beschränkt sich längst nicht mehr alleine auf den Gewerbebau. Auch im Wohnungsbau sorgen RTL-Anlagen für kostengünstige Behaglichkeit, bei Passivhäusern gar fast ohne Wärmeerzeugung.

So segelt seit 2005 das Geschäft mit der Gebäudekondition in Deutschland mit Rückenwind. Der im VDMA beheimatete Wirtschaftszweig Allgemeine Lufttechnik, zu dem die Segmente Klima- und Lüftungstechnik, Luftreinhaltung, Kälte- und Wärmepumpentechnik (mit Luft- und Gasverflüssigung), Oberflächentechnik sowie Trocknungstechnik gehören, erreichte im Jahr 2008 einen Produktionswert von 12,864 Mrd. €, sagt der Verband in Frankfurt am Main.

Wegen des Finanz- und Wirtschaftseinbruchs ging in 2009 die Produktion um 17 % zurück, so dass der VDMA für das Krisenjahr ein Volumen von nur noch 10,878 Mrd. € vermelden kann. Der Umsatz der Branche liege jedoch deutlich über dem Produktionsvolumen, erläutert der Verband, da die Produktionsstatistik nicht alle Unternehmen berücksichtige und bedeutende Tätigkeitsfelder wie den Anlagenbau und produktbegleitende Dienstleistungen nur teilweise abbilde. „Die Chillventa 2010 legt gegenüber der ersten Veranstaltung vor zwei Jahren in allen Ausstellungssegmenten zu“, freut sich Gabriele Hannwacker, Chillventa-Projektleiterin der Nürnberger Messe, und zwar „bei der Kälte, aber auch moderat bei Klima und Wärmepumpen.“

Solle der Effekt der Energieeinsparung wirkungsvoll zu Buche schlagen, müssten RTL-Anlagen dem neuesten Stand der Technik genügen, betont auch in Bietigheim-Bissingen das Fachinstitut Gebäude-Klima (FGK). Tatsächlich verbrauchen diese Anlagen ebenfalls Energie, und zwar vor allem die Ventilatoren. Laut FGK liege der Aufwand für die Luftförderung häufig in der Größenordnung von 30 % bis 50 % der Energiekosten für die gesamte Anlage. Abhängig sei der Energieverbrauch der Luftfördereinrichtung von der Qualität des Ventilators und seines Antriebes sowie von deren Auswahl und der baulichen Konzeption.

So will die Messe unter anderem zeigen, wie sich durch Einsatz optimierter Ventilatoren und Antriebe der Energieverbrauch reduzieren lasse. Die Höhe der Einsparungen könne von Fall zu Fall recht unterschiedlich sein, so das FGK. Unter anderem werde es schon sinnvoll, betagte RTL-Anlagen zu modernisieren. Das bedeute in erster Linie: Ventilatorenaustausch.

Im Rahmen einer Sonderschau widmet sich die Chillventa 2010 auch dem Thema Reinraumtechnik. Die Vorteile der Fertigung in Reinräumen nutzten bereits viele Branchen, so der Messeveranstalter. Hierzu gehörten Pharmaindustrie, Lifesciences, Chemie, Biowissenschaften, Lebensmittelindustrie, Healthfood, Mikroelektronik sowie Laboratorien und Forschungseinrichtungen.

Doch auch Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Automobilindustrie oder Photovoltaikhersteller fordern immer häufiger von ihren Zulieferern Komponenten aus einer Produktion mit „exakt kontrollierten und rückverfolgbaren Bedingungen“. Die Fertigung mit derlei Ansprüchen ist effektiv nur in Reinräumen möglich.

Auf der Sonderschau wollen die Veranstalter darauf hinweisen, dass im Zusammenhang mit dem Reinraumgebot auch der Arbeitsschutz steht. So müsse man für die Produktion in vielen Bereichen der Nanotechnologie Reinraumkapselungen vorsehen. Das schütze Mitarbeiter vor dem Kontakt mit Kleinstpartikeln. Als weitere Nutzer von Reinräumen hat die Sonderschau Apotheken im Visier. Denn es sei der Trend zu beobachten, dass in Verkaufsstellen für Medikamente die Labore mit kleinen Reinräumen ausgestattet werden.

Unabhängig von der Reinraumtechnik gelten aber auch für übliche RTL-Anlagen Hygieneansprüche. Auf diese machte schon recht früh der VDI aufmerksam. Seit Erscheinen der Richtlinie VDI-6022 – Hygienische Anforderungen an Raumlufttechnische Anlagen – im Juli 1998 für Büro- und Versammlungsräume und im November 2002 für Gewerbe- und Produktionsbetriebe liegen detaillierte Richtlinien für hygienisch notwendige Verfahren bei RTL-Anlagen vor. 2006 wurde die Richtlinie überarbeitet sowie das Messverfahren und Untersuchungen für die Hygienekontrollen und Hygieneinspektionen definiert.

In diesem Zusammenhang weist das FGK darauf hin, dass zur Erfüllung der Anforderungen nach VDI-6022 eine ganzheitliche Betrachtung von der Planung bis zum Betrieb notwendig sei. Dies bedeute z. B., dass der Einbau von hygienischen Produkten und Komponenten nicht automatisch zu einer hygienischen Anlage nach VDI-6022 führe. Planung und Installation müssen ebenfalls gemäß Richtlinie durchgeführt werden. ELMAR WALLERANG

Von Elmar Wallerang

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