Gebäudetechnik 07.03.2003, 18:24 Uhr

Neue Reglergeneration überwindet Gewerkegrenzen

Siemens Building Technologies (SBT) positioniert sich neu. Die weltweite Neuorganisation soll jetzt auch in Deutschland greifen. Das Nutzen von Synergien und die Konzentration auf qualitatives Wachstum zahlen sich bereits aus. Eine neue Reglergeneration hilft, Gewerkegrenzen in der Haustechnik zu überwinden.

Der Trend bei Gebäuden, Funktionen aus Architektur und Bautechnik mit Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HLK) sowie mit dem Elektrogewerk und der Informationstechnik zu verknüpfen, hat in den letzten Jahren zu gewerkeübergreifenden Regelungs- und Steuerungskonzepten mit einem relativ hohen Aufwand an Engineering geführt. „Die Etablierung offener Übertragungsprotokolle begünstigt die Entwicklung zu gesamtheitlichen Lösungen“, urteilt SBT-Produktmanager Thomas Hauser. Wegen seiner einfachen Programmierbarkeit komme künftig dem aus dem Europäischen Installations Bus (EIB), dem französischen Batibus und dem European Home System (EHS) weiterentwickelten Konnex-Bus eine tragende Rolle zu. Ein in wenigen Wochen auf der ISH 2003 präsentiertes dreistufiges Reglersortiment soll dieser Entwicklung Rechnung tragen. Voraussetzung hierzu war nicht zuletzt eine neue Organisationsstruktur bei Siemens Building Technologies (SBT).
Die Tage der Landis & Staefa sind gezählt. Schon jetzt existiert die Traditionsmarke unter dem SBT-Dach nur noch als juristische Einheit. Zum 1. Oktober wird sie endgültig in die neue Organisationsstruktur integriert, wie der hiesige Landeschef Joachim Stelzer (gleichzeitig Leiter der nationalen Division Building Automation) berichtet. Zu diesem Zeitpunkt soll dann auch SBT-Deutschland als juristische Gesellschaft starten. Damit findet die komplizierte Rechtsstruktur ein Ende. Bedingt durch die Zusammenführung der Siemens Gebäudetechnik mit dem Industrieteil der früheren Elektrowatt-Gruppe verteilte sich das Geschäft auf eine Vielzahl von Gesellschaften, davon allein rund 30 in Deutschland.
Weltweit tritt SBT im Markt bereits mit den sechs fokussierten Divisionen „Security Systems“, „Fire Safety“, „Fire & Security Products“, „Building Automation“, „HVAC Products“ und „Facility Management“ auf. Der Vorstandsvorsitzende Oskar Ronner will durch die neue Organisation vor allem auch Synergien nutzen. „Die Praxis zeigt, dass die verschiedenen Gewerke in einem neuen Projekt nicht zum gleichen Zeitpunkt und durch die gleichen Leute vergeben werden“, so Ronner. Meist seien die Gebäudeautomatisierer vor den Brandschützern und den Sicherheitsexperten gefragt. Der SBT-Chef setzt auf frühzeitigen Informationsaustausch und gegenseitige Unterstützung. Je nach Kundengruppe könne dieser Prozess über mehrere Siemens-Bereiche hinaus erfolgen.
Die neue strukturelle Ausrichtung hat sich bereits im vergangenen Geschäftsjahr bewährt. Mit weltweit 36?300 Mitarbeitern konnte SBT sowohl Auftragseingang als auch Umsatz leicht (um 1 % bzw. 2 %) auf jeweils mehr als 5,6 Mrd.?) steigern. „Selbst bei diesem vergleichsweise bescheidenen Wachstum konnten wir wiederum leichte Zugewinne von Marktanteilen verzeichnen“, freut sich Ronner. Um so mehr, als der Ertrag (EBIT) gleichzeitig um 48?% auf 195 Mio.?) verbessert wurde. Hier wirkte sich besonders die Strategie aus, sich beispielsweise im Projektgeschäft oder bei den Divisionen Building Automation, Security Systems und Fire Safety auf attraktive Aufträge zu konzentrieren, um so bessere Ergebnisse zu erwirtschaften. „Wir beschränken uns also streng auf ein qualitatives Wachstum, wir richten uns klar auf unsere Profitabilität aus, und nicht auf das Volumen um jeden Preis.“
Ähnlich sei es SBT in Deutschland ergangen, erläutert Stelzer. Trotz der Konzentration auf profitablere Geschäfte konnten die rund 7200 Mitarbeiter den Umsatz mit knapp 1,4 Mrd.?) in vergleichbarer Größenordnung halten und in vielen Geschäftsfeldern weiter Marktanteile gewinnen. Das Produktportfolio werde laufend verbessert. Gleichzeitig finde eine Bereinigung des sich teilweise überlappenden Reglerangebotes statt, das durch die Zusammenführung von Staefa Control System, Landis & Gyr sowie Siemens entstanden ist.
Als ein aktuelles Beispiel präsentierte die SBT-Division HVAC Products im Vorfeld der vom 25. bis 29. März in Frankfurt/M. veranstalteten Internationalen Fachmesse für Gebäude- und Energietechnik (ISH) ein neues dreistufiges Reglersortiment namens Synco. „Damit wird der Gebäude- und Energietechniker erstmals in die Lage versetzt, Regelungs- und Steuerungsfunktionen von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen über einen Konnex-Bus mit nur wenigen Reglereinstellungen zu verknüpfen“, hebt der verantwortliche Produktmanager Thomas Hauser hervor.
Das neue Reglersortiment sei für alle HLK-Anwendungen und Anlagengrößen geeignet: Synco 100 für die Direktmontage, Synco 200 als Stand-alone-Regler und Synco 700 als modulares Regelungs- und Steuerungssystem für komplexe Aufgaben sowie als Bindeglied zum Elektrogewerk. Hauser hebt besonders das Topmodell Synco 700 hervor: Es sei derzeit das einzige gewerkeübergreifende System, das die gesamte Bandbreite der HLK-Anwendungen abdecke. Zur Vereinfachung der Inbetriebnahme und Implementierung seien bereits über 50 erprobte Standardanwendungen hinterlegt, die den spezifischen Bedürfnissen der jeweiligen Anlage leicht angepasst werden könnten. Funktionen ließen sich jederzeit erweitern. Gebäude- und Energietechniker kämen ohne aufwändiges Bus-Engineering zurecht. Über den Konnex-Bus erfolge eine automatische Abstimmung von Wärme-/Kälteanforderung zwischen der Raumtemperatur-/Einzelraumregelung und dem Wärme-/Kälteerzeuger. Hauser: „Es wird nur noch so viel Wärme bzw. Kälte erzeugt wie tatsächlich gebraucht wird.“ ROBERT DONNERBAUER

Von Robert Donnerbauer

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