Gebäudetechnik 05.03.1999, 17:20 Uhr

Kühlschrank wird auf Knopfdruck durchsichtig

Ein Kühlschrank wird auf Wunsch durchsichtig. Und eine Geschirrspülmaschine weiß von selbst, mit welchem Programm sie effektiv abwaschen kann.

Mit dem Etikett „Technologie der Zukunft“ warben viele Aussteller auf der diesjährigen Domotechnica, die am 25. Februar nach viertägiger Dauer in Köln zu Ende ging. Beim Gang durch die Hallen fiel auf, daß sich die Hersteller von Kühlschränken, Geschirrspülmaschinen, Koch- und Backherden weitgehend um Bedienfreundlichkeit bemüht hatten, und zwar nicht zuletzt mit Mitteln der Hochtechnologie. Einige der High-ligths auf der Messe: ein Kühlschrank, der auf Knopfdruck durchsichtig wird, ein Backofen, der weiß, wie lange ein Apfelkuchen oder der Gänsebraten brauchen und ein lose auf dem Herd liegendes Bedienteil, mit dem sich die Hitze einzelner Kochplatten regeln läßt.
In Sachen Bedienfreundlichkeit haben die Entwickler dazugelernt. Wie auf einzelnen Ständen der Domotechnica erläutert wurde, testen die Hersteller mit Prototypen erst einmal, wie Otto Normalverbraucher mit ihren Kreationen zurechtkommt. Ein kleines Beispiel für solche Lernprozesse bot die AEG. Bei Herden und Backöfen wendet sich dieser Hausgerätehersteller von der Darstellung von kryptischen Symbolen auf den Bedienungstafeln ab und kehrt wieder zur leichter zu verstehenden Klarschrift zurück. Aber natürlich hat die „Leichtbedienelektronik“ noch viel mehr zu bieten. Wer nicht aus dem Kopf weiß, was ein Backofengericht an Einstellungen für Beheizungsart, Temperatur, Garzeit und Einschubhöhe erfordert, bedient sich der integrierten Gartabelle. Dieser elektronische Speicher kennt eine Vielfalt an Gerichten vom Apfelkuchen bis zum Zanderfilet. Aufgerufen wird die Tabelle per Fingerdruck über den „Touchscreen“ an der Bedienblende. Doch was der Chip vorgibt, ist für den Benutzer kein unabänderliches Dogma. Er kann an den vorgeschlagenen Werten durchaus noch Änderungen vornehmen.
Angesichts des zunehmend standardisierten Angebots an Lebensmitteln im Supermarkt sind solche Modifikationen vielleicht bald gar nicht mehr nötig. Daewoo vertraut bei einem neuen Mikrowellenofen schon darauf. Das Gerät hat einen eingebauten Leser für Magnetkarten und erfährt von der Karte die geeigneten Werte von Leistung und Einschaltzeit für ein bestimmtes Gericht. Das Unternehmen liefert einen ganzen Satz von Karten mit. Es hofft aber darauf, daß die Lieferanten von Fertiggerichten oder Tiefkühlkost in Zukunft gleich ein solches Kärtchen an die Verpackung heften. Mit einschlägigen Lebensmittelketten laufen bereits Gespräche.

Warnsignal, wenn das Verfallsdatum naht

Auf automatisch lesbare Etiketten setzt auch Liebherr bei seiner „Gefriertechnologie der Zukunft“. Zwar werden die Lebensmittel wie eh und je in einem Gefrierschrank gelagert, doch tragen sie Funketiketten. Diese Plaketten lassen sich beliebig oft wiederverwenden. Ein Lesegerät erkennt, in welchem Schubfach die Ware eingelagert wird. Bei einem Umpacken in ein anderes Fach wird das Lebensmittel ebenfalls erkannt. Alle Daten werden in einem Personal Computer oder in einem Taschengerät (Palm-Pilot von 3Com) gespeichert. Was alles im Tiefkühlschrank eingelagert ist, läßt sich auf dem Bildschirm aufrufen, auf Wunsch mit Gewicht oder Menge. Das System erkennt und meldet rechtzeitig, wenn das Haltbarkeitsdatum einzelner Packungen abläuft. Es lassen sich Mindestbestände festlegen, wonach der Computer individuelle, übersichtliche Einkaufslisten zusammenstellt oder via Internet gleich Bestellungen ausführt. Den Palm-Pilot kann der Benutzer sogar zum Einkauf in den Supermarkt mitnehmen. Für das Übertragen der Daten zum PC ist nicht einmal eine besondere Leitung erforderlich. Das Gerät wird einfach an die Steckdose angeschlossen und soll durch die „plug & play“-Technik sofort dienstbereit sein.
Einen hohen „IQ“ reklamiert auch Bosch für einen Geschirrspüler mit sensorgesteuerter Elektronik. Anders als Geräte, die mit fest vorgegebenen Programmen arbeiten, deren Ablauf die tatsächliche Verschmutzung von Tassen, Tellern und Töpfen unberücksichtigt läßt, soll die Maschine völlig selbständig für jedes Geschirr das richtige Programm mit der dazu passenden Temperatur auswählen. Ihr sogenannter Aqua-Sensor erkennt, wie trüb das Spülwasser ist. Daher weiß die Elektronik, wie oft sie die Spülvorgänge wiederholen muß, bis das Geschirr einwandfrei sauber ist. Das elektronische Auge spricht selbst auf feine Trübungen wie zum Beispiel Teerückstände an. Darüber hinaus füllt der Geschirrspüler die verlorene Wassermenge nach, wenn Töpfe oder Tassen umgefallen und voll Wasser gelaufen sind. Die Information über die Notwendigkeit des Nachfüllens liefert ein Drehzahlsensor, der zudem ein gleichmäßiges, ruhiges Betriebsgeräusch gewährleisten soll. Während seiner Arbeit zeigt das Gerät außerdem auf einem Klartext-Display die Restlaufzeit und die Startvorwahl an.
Weniger durch elaborierte Elektronik als durch ein neues Wirkungsprinzip machte der „Speed Cooking Oven“ von General Electric (GE) von sich reden. Bei ihm sorgt eine Kombination von Lichtstrahlen und Mikrowellen für das Erhitzen und Garen von Speisen. Er soll Speisen in kurzer Zeit bräunen, grillen und braten. Ein ganzes Huhn sei in 20 min gar, gefrorene Hühnerteile in 6 min fertig zum Verzehr, gefrorenes Brot in 2 min knusprig, sagt GE. Die gleichmäßige, schnelle Erhitzung soll den Eigengeschmack der Speisen bewahren. Europäer müssen allerdings bis zum Jahr 2000 auf den schnellen Lichtofen warten.
Auch nur als Prototyp zeigte Daewoo einen Kühlschrank, dessen milchig-weiße Tür auf Knopfdruck den Blick in das Schrankinnere freigibt. Das Geheimnis dieser Verwandlung von undurchsichtig in durchsichtig ist eine große Scheibe mit Flüssigkristall-Füllung. Auf den Markt kommt diese Novität frühestens zum Jahresende. Als Vorteil wird genannt, daß man den Schrankinhalt überprüfen kann, ohne die Tür öffnen zu müssen.
Beeindruckende Beispiele für Innovation lieferten in Köln jedoch nicht nur die Gerätehersteller, sondern eher noch deren Zulieferer. Schott-Glas beispielsweise präsentierte einen Kühlschrank, in dessen Glastür neben einem großzügigen Sichtfenster ein von den Laptops her bekanntes TFT-Display eingelassen ist, das mit einem „Touchscreen“ kombiniert ist. Das Display eignet sich als Bildschirm für TV oder einen PC, aber ebenfalls als Kommandozentrale für ein Homebus-System zum Vernetzen eines ganzen Haushaltes. Weitere Feinheiten des Kühlschranks sind die „kalte“ Innenbeleuchtung über Glasfaserstränge und konkave Glaseinlegeböden, die zur Mitte hin leicht nach unten gewölbt sind. Das Auslaufen von Fleischsaft aus einer undichten Plastiktüte zieht nun keine Komplettreinigung des Schrankinneren mehr nach sich.
Geradezu revolutionär mutet der Vorschlag der E.G.O. Elektro-Gerätebau GmbH für eine Herdmulde mit abnehmbarer Steuereinheit an. Das Bedienteil mit den Drehgriffen für die verschiedenen Kochplatten liegt lose auf der Ceranplatte, braucht aber wegen der induktiven Speisung keine Batterien. Der Datenaustausch mit dem Kochfeld läuft über eine Infrarotstrecke. Wird die Steuereinheit vom Herd genommen, schalten sich alle Siliziumnitrid-Platten sofort aus (als Kindersicherung geeignet). Die Temperatur des Topfbodens wird ständig überwacht, bei leerkochendem Topf schaltet die Automatik aus. Das Bedienteil mit seinen LCD-Displays in den Schalterknöpfen kann beliebige Programme speichern. Dr.-Ing. Franz Bogdanski, Leiter der E.G.O.-Zentralentwicklung, sieht in dieser erweiterbaren Funktionalität ein gutes Stück Zukunftssicherheit.
HEINZ W. DIECKMANN
Blick in das Innere des Kühl- oder Gefrierschrankes: Das Geheimnis der Verwandlung der Kühlschranktür von undurchsichtig in durchsichtig beruht auf einer großen Scheibe mit Flüssigkristall-Füllung. Der bei Bedarf auf Knopfdruck transparent werdende Kühlschrank kommt jedoch frühestens Ende dieses Jahres auf den Markt.

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