Gebäudetechnik 10.09.2004, 18:33 Uhr

Kleine Schritte zu vernetztem Haus

VDI nachrichten, Berlin/Hannover, 10. 9. 04 – Nicht jeder möchte gern mit seiner Waschmaschine telefonieren. Wie die Kongressmesse „E-Home“ in Berlin in der vergangenen Woche gezeigt hat, gibt es heute einige sinnvollere Anwendungen im vernetzten Heim.

Ein Blick nach Korea zeigt, dass das Haus der Zukunft dort schon längst Realität ist. „Während in Europa einzelne Showrooms für Hersteller von Technik zu bewundern sind, verkaufen die Asiaten moderne Technik im Haus als Standard für gut betuchte Kunden in Seoul“, so Kevin Morrow, vom Digital Solution Center Samsung. Ein Werbespot zeigt, wie die kaufkräftige Klientel umworben wird: Eine attraktive junge Frau fährt im Auto und zeigt, dass ihr Handy nicht nur ein Gerät zur Kommunikation, sondern ebenfalls eine Fernsteuerung ist. Entspannt fährt sie auf ein Apartmenthaus zu und schaltet dabei das Licht und den CD-Spieler ein. „Bereits in drei Jahren sollen in Korea 10 Mio. Wohnungen als E-Homes ausgestattet sein“, sagt Samsung-Manager Morrow. Dabei halten sich die Kosten für den Komfort in Grenzen: Lediglich 2 % der gesamten Aufwendungen für eine Immobilie entfallen auf die Basisausstattung mit moderner Infrastruktur wie Breitbandanschluss, Inhouse-Verkabelung und Wireless LAN, rechnet Morrow.
Kontrolle über Licht, Heizung und Klimaanlage, Sicherheit vor Einbruch und Diebstahl sowie Bequemlichkeit bei der Bedienung und Wartung aller Geräte und Systeme im Haus sind nach Meinung der Fachleute auf der Kongressmesse E-Home in Berlin bei der Vernetzung im Haus die wichtigsten Qualitäten, die sich der Kunde von der Digitalisierung seiner privaten Umgebung verspricht. Am Verständnis für den Nutzen von elektronischen Steuerungssystemen und Netzwerken muss hier jedoch noch gearbeitet werden, weiß auch Kay Gafert aus der Innovationsabteilung des Fertighausanbieters Viebrockhaus. Gafert sieht es als ein großes Versäumnis, „bei der Planung der Elektrik im Haus die Vernetzung der Hausgeräte nicht zu berücksichtigen.“
Viebrock zeigt mit Siemens in Modellhäusern zu Themen wie „Sicherheit“ oder „Intelligenz“, was Bauherren heute erwarten können. Dabei helfen auch zugkräftige Namen wie der von Jette Joop, die einige Viebrock-Immobilien entworfen hat. Die hier eingebaute Netzwerktechnik auf der Basis des drahtgebundenen oder drahtlosen InstaBus-EIB-Technologiestandards von Siemens muss sich jedoch im Massenmarkt verkaufen, wenn es sich für den Hersteller rechnen soll, so Gafert.
Und das versuchen Unternehmen wie Siemens bereits seit mehr als einem Jahrzehnt ohne Erfolg. Die InstaBus-Technologie wird überwiegend in gewerblich genutzten Immobilien genutzt, für den privaten Kunden war die Vernetzung zu aufwändig.
Alternativ dazu bietet Siemens jetzt die Erweiterung seiner schnurlosen Telefonanlage Gigaset, von denen bereits mehrere Millionen verkauft wurden. „Die schnurlosen Telefone nach dem DECT-Standard haben eine deutlich größere Reichweite als eine Infrarot-Steuerung und brauchen keine zusätzlichen Verkabelungen“, sagt Siemens-Technologiemanager Kurt Aretz. Ausgestattet mit einem vergrößerten Display ist das Gigaset-Gerät Telefon und Fernbedienung für Haushaltsgeräte. Diese müssen jedoch mit einem DECT-Zusatzmodul ausgestattet werden, das an der Basisstation des Telefons angemeldet ist.
Die Erweiterung der Funktionen des Telefons ist für Aretz jedoch nur ein Übergang zu umfassenden Vernetzungen, bei denen jedes Gerät im Haushalt über eine eigene Internetadresse angesprochen werden kann. Dann kann das Mobilfunk-Handy auch als Fernbedienung fürs TV genutzt werden.
Bereits marktreif sind Vernetzungskonzepte auf Powerline-Basis: Sowohl Siemens als auch Miele bieten eine Serie von Hausgeräten mit Sende- und Empfangsmodulen, die das vorhandene Stromnetz im Haus für die Übertragung von Daten zu einer Basisstation nutzen. Den Schritt, die Basistation via Breitband, wie DSL, mit dem Internet zu vernetzen hat Miele aber bisher noch nicht getan. Der Hersteller will erst den Handel überzeugen.
Die freie Auswahl an Infrastrukturen von Powerline, über ADSL oder auch Instabus-EIB-Technologie verspricht eine Lösung der Kölner ProSyst AG, die von der Shell-Holding in den USA für das Projekt Home Genie eingesetzt wird. Die von ProSyst gelieferte Box mit einem Linux-Rechner bietet dem Kunden als Gateway die Möglichkeit über Steckerverbindungen den gewünschten Zugang zum Internet zu schaffen. Die Hausgeräte oder auch Zähler für Wasser und Heizung im Haus sind mit Sendemodulen ausgestattet. Die melden den Status an das Gateway, das z. B. den Verbrauch von Energie oder eine Fehlermeldung via Internet an Dienstleister Shell weitergibt. Wie die Anbieter in Korea hat auch die Tochtergesellschaft des Öl-Konzerns ein Modell realisiert, bei dem der Kunde sich um Haustechnik nicht mehr persönlich kümmern muss. DORO WENDELN

Von Doro Wendeln

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