Gebäudetechnik 02.03.2001, 17:28 Uhr

Huckepack-Steuerung über das Stromnetz

Nicht nur Telefon- und Internet-Verkehr können über das vorhandene Stromnetz betrieben werden. Auch Heizung und Rollläden lassen sich per Powerline aus der Ferne steuern. Ein entsprechend entwickeltes System für haustechnische Geräte wurde jetzt in Essen entwickelt.

Das intelligente Haus gehört zu den zukunftsweisesten Entwicklungen in der technischen Gebäudeausrüstung. Die gute Nachricht für Eigenheimbesitzer: Die entsprechenden Übertragungswege können bald ganz einfach über das Stromnetz laufen. Das erste entsprechende „Powerline-System“ für das intelligente Haus soll zwischen dem 27. und 31. März auf der ISH in Frankfurt/M. vorgestellt werden. Zum Steuern gebäudetechnischer Geräte könne – so die Anbieter – mithin auf Funk, separate Steuerleitungen und gar auf Bus-Systeme verzichtet werden.
Eigentlich heißt Powerline nichts anderes als Stromleitung. In Deutschland hat der Begriff eine eigene Bedeutung erlangt, seitdem man weiß, dass sich übers vorhandene Stromnetz auch Telefongespräche und der Internet-Verkehr übertragen lassen – also im Huckepackverfahren mit der Elektrizität. Das macht theoretisch das ganze Telefonnetz und auch Funkübertragungen überflüssig.
Ein gigantischer Markt versprechen sich die Auguren durch dieses Verfahren. Das haben vor allem einige Stromversorger erkannt: Sie bereiteten mit Werbemillionen und prominenten Schauspielern die Markteinführung vor. Technische und rechtliche Probleme verhinderten indesssen, dass Veronika Ferres die Hüllen fallen lässt: Die etwas geheimnisumwitterte E.on-Werbung wurde unlängst gestoppt.
Zwischenzeitlich verstand es ganz still und leise eine aus technischer Sicht verwandte Branche, die Powerline-Idee für sich zu nutzen – die Elektroindustrie. Denn übers 230-V-Netz lassen sich außer Telefonaten auch Steuerbefehle für haustechnische Geräte übertragen. Beispielweise für die Heizung, die Rollläden, das Klimagerät, den Brandmelder, das Garagentor.
Unter dem Namen „Tempera“ will das Essener Unternehmen Tekmar als einer der ersten Anbieter das entsprechendes Powerline-System auf der ISH in Frankfurt/M. vorstellen. Man habe die für das System notwendigen Sensoren und Aktoren zur Marktreife entwickelt, betont Tekmar-Geschäftsführer Hans Latarius. Ebenso verfügbar seien Regler mit den üblichen Programmiermöglichkeiten für Nachtabsenkung, Frostschutz und Ferienschaltung.
Das intelligente Haus sei indes keine absolute Neuheit, räumt Latarius ein. Aber das hierfür bisher übliche kabellose Verfahren habe seine Grenze. Da in zunehmendem Maße haustechnische Geräte über Funksteuerungen bedient würden, seien die Frequenzbänder mittlerweile so überlastet, dass die Systeme vor allem in Ballungsräumen nicht immer zuverlässig funktionierten. Das Niederspannungsnetz im Haus schließe dagegen Übertragungsfehler weitestgehend aus.
Neben dem Komfort für Eigenheimbesitzer beinhaltet der Powerline-Gedanke jedoch noch einen weiteren Aspekt: Mit minimalem Installationsaufwand lässt sich im Haus eine wirkungsvolle Energieoptimierung verwirklichen, was dem Geldbeutel und der Umwelt nutzt. Und auch der Bestand ist dabei: Denn Stromleitungen gibt es zur Genüge auch in Althäusern, so dass auch diese recht schnell intelligent werden können. P. G.

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