Gebäudetechnik 05.04.2002, 17:33 Uhr

Gespeicherte Sonnenwärme versorgt Hotel- und Badegäste

Solares Heizen kommt auch für Hotelbauten in Mode. Eine spezielle Variante – ohne Kollektoren auf dem Dach – ist die elektrische Wärmepumpe. In Schweizer Hotels kommt der alternative Wärmeerzeuger bereits seit zwei Jahrzehnten zum Einsatz. Eine deutsche Herberge folgt jetzt dem Beispiel.

Für die Solarheizung bedarf es nicht unbedingt des Einsatzes von Sonnenkollektoren auf dem Dach. Für ein indirektes Verfahren genügt die Installation von Wärmepumpen, die dem Grundwasser oder dem Erdreich die notwendige Energie entziehen und damit Heizwärme und Warmwasser produzieren. Das Verfahren findet in der Schweiz bereits bei Hotels Anwendung. Deutschland zieht jetzt aber nach: In einem Priener Hotel am Chiemsee wurde eine betagte Ölheizung gegen eine Grundwasser-Wärmepumpenanlage ausgetauscht.

Schweizer Hoteliers haben schon sehr lange den Ruf, besonders fortschrittlich zu sein. Das gilt aber nicht nur für den gastronomischen Bereich, sondern – wie im schweizerischen Wallis zu beobachten – auch bei der Wärmeversorgung. So wird das Kurhotel in Saillon samt Thermalbädern und Residenzen völlig abgasfrei von 14 Elektro-Wärmepumpen beheizt, die die Energie aus dem Grundwasser schöpfen. Nach dem Prinzip des „umgekehrten Kühlschranks“ wird die Umweltwärme durch einen Kälteverdichter auf ein nutzbares Temperaturniveau gebracht. Dabei bezahlt der Betreiber nur die Antriebskosten für den Verdichter. Den weitaus größten Teil des Energieertrages liefert ihm die Umwelt umsonst.

Im Jahre 1984 eröffnete im Wallis das Thermalbad „Bains de Saillons“, das ständig erweitert wurde und heute außer den Bädern das Kurhotel, ferner Miet- und Eigentumswohnungen mit 700 Betten zählt. Den Bedarf an Heizwärme und Warmwasser lieferten von vornherein dezentral installierte Grundwasser-Wärmepumpen, die – bis zur Erneuerung Anfang 2002 – an die 19 000 Betriebsstunden „ohne jede Störung liefen“, so Charles Aebischer, Geschäftsführer der Importfirma Saniwell AG, die in der Schweiz Wärmepumpen aus Deutschland vertreibt. Die ursprüngliche Installation habe 15 Wärmepumpen mit rund 1000 kW Gesamtleistung umfasst, die jetzt schrittweise durch 14 Aggregate moderner Bauweise ersetzt würden. „Die alten Geräte sind immer noch voll funktionstüchtig,“ betont Aebischer. Der Austausch sei indes aus wirtschaftlichen Gründen geboten gewesen, da schließlich jede Maschine einmal in die Jahre komme, dem ein erhöhter Serviceaufwand folge. Und natürlich arbeiteten die neuen Geräte mit „höherem Wirkungsgrad.“

Alle Gebäude der weitläufigen Liegenschaft sind fußbodenbeheizt. Nach Auskunft des Generalplaners Michel Mauron aus Sion genüge auch an Frosttagen eine Heizwassertemperatur von maximal 40  °C. Das Kurhotel selbst werde von drei Wärmepumpen mit je 45  kW Leistung versorgt. Den Warmwasservorrat hielten große Speicher auf einem komfortgerechten Leistungsniveau. Zum Bäderbereich gehören ein Hallenbad, zwei Außenbecken, ein halb-olympisches Becken, verschiedene Dampfbäder und Saunen. Die Badewassertemperatur beträgt durchgängig 34  °C.

„Wärmepumpen bilden in der Schweiz seit jeher eine starke Konkurrenz zum Öl- und Gasheizkessel,“ weiß Aebischer. Die Geräte seien heute ausgereift und ließen eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren erwarten. Die jährlichen Betriebskosten sollen bei rund 2 )/m2 beheizter Fläche liegen – unter Einschluss der Warmwasserbereitung und bei Nutzung des Niedrigtarifs in der Schwachlastzeit.

Im „Bayerischen Hof“ in Prien am Chiemsee folgte man jetzt dem eidgenössischen Beispiel. Eine betagte Ölheizung wurde durch zwei Grundwasser-Wärmepumpen ersetzt, ebenfalls für Heizung und Warmwasserbereitung. Gesamtleistung: 148  kW. Die Wärmeverteilung – wiederum mit bis zu 40  °C Vorlauftemperatur – besorgen Heizkörper und Fußbodenheizungen. Die Inbetriebnahme erfolgte Anfang des Jahres. Trotz fortgeschrittener Heizperiode erwartet man schon in dieser Saison mindestens eine Halbierung der Energiekosten.

Generell ist Grundwasser die ergiebigste Quelle für den Wärmepumpenbetrieb. Mit jeder kWh elektrischer Arbeit holt die Wärmepumpe die vier- bis fünffache Energiemenge aus dem Untergrund. Das Wasser hat meist eine konstante Temperatur von 10  °C. Es wird einem Saugbrunnen entnommen und nach der Wärmeentnahme um 4  oC bis 5°C über einen Schluckbrunnen wieder ins Erdreich geleitet. Sollte sich der Baugrund in einem Trinkwasserschutzgebiet befinden, könne es hinsichtlich der Wasserentnahme aber rechtliche Probleme geben, so die BayWa-Haustechnik. Das Traunsteiner Unternehmen, das die Anlage im „Bayerischen Hof“ installierte, empfiehlt als Alternative Erdsonden oder Erdkollektoren, die senkrecht bzw. waagrecht in den Boden eingebracht werden. PEG

Von Peg

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