Gebäudetechnik 18.02.2005, 18:37 Uhr

Das Gebäude wird zum Energiesystem

VDI nachrichten, Frankfurt, 18. 2. 05 -Bis Anfang 2006 muss die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in nationales Recht umgesetzt sein. In Deutschland wurde mit der nun seit drei Jahren gültigen Energieeinsparverordnung wichtige Vorarbeit geleistet. Industrie und Handwerk zeigen sich auf der bevorstehenden Branchenmesse ISH in Frankfurt gerüstet.

Seit nunmehr drei Jahren ist die Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft. Sie begrenzt den Primärenergiebedarf in Neubauten. Dabei wird das Gebäude – mit Heizung, Dämmung und Bauweise – als Energiesystem betrachtet. Nun steht eine Überarbeitung an. Denn spätestens bis zum 4. Januar 2006 muss die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden „Energy Performance of Buildings Directive – EPBD“ in nationales Recht umgesetzt sein.
Auch die EU-Richtlinie setzt auf den integralen Ansatz von Gebäudehülle und Anlagentechnik, geht dabei aber weit über das Anforderungsprofil der EnEV hinaus. So werden neben Heizung und Dämmung auch Warmwasserbereitung, Kühlung, Lüftung und Beleuchtung in die Gesamtenergiebilanz eines Gebäudes einbezogen. Mindestanforderungen richten sich zudem nicht nur an Neubauten, sondern auch an bestehende Großgebäude im Falle größerer Renovierungen. Und der Gebäude-Energieausweis (Energiepass) wird nicht nur vorwiegend bei Neubauten, sondern auch bei bestehenden Gebäuden zur Pflicht, falls diese verkauft oder vermietet werden.
Damit wird endlich auch das „enorme Energieeinsparpotenzial“ des Gebäudebestandes erfasst. „In den nächsten 20 Jahren stehen rund 50 % des Gebäudebestandes zur Sanierung an“, kommentierte kürzlich Dr. Manfred Stolpe. Nach Angaben des Bundesministers für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen seien fast die Hälfte der von Privathaushalten verursachten CO2-Emissionen auf Heizung und Warmwasserbereitung zurückzuführen. Stolpe bekräftigte denn auch die Absicht, in 2006 eine neue EnEV in Kraft zu setzen, die Energieausweise für Neu- und Altbauten verbindlich vorschreibe. „Dies führt zu mehr Verbraucherfreundlichkeit und Transparenz. Das Bewusstsein für den Energieverbrauch von Gebäuden wird erhöht. Die Motivation zu Energiesparmaßnahmen wird gestärkt, Innovationsanreize gegeben.“
Bruno Schliefke, Präsident des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), erwartet von den Energiepässen jedenfalls Modernisierungsimpulse. Drei Viertel aller Wohnungen in Deutschland seien vor 1978 erbaut worden. „Hier liegt ein großes Modernisierungspotenzial bei der Gebäude- und Energietechnik.“ Wie Schliefke im Vorfeld der Branchenmesse ISH 2005 (15. bis 19. März in Frankfurt am Main) berichtet, stehen mehr als 2,3 Mio. Heizungsanlagen vor dem Austausch. Die deutsche und europäische Industrie bietet dafür energieeffiziente Lösungen, von der Brennwerttechnik für Öl und Gas, über Wärmepumpen, Solaranlagen oder Holzpelletkessel bis hin zu Klima-/Lüftungsanlagen mit integrierter Wärmerückgewinnung.
Knapp 2300 Aussteller zeigen auf der ISH neue komplexe Systemlösungen und hochwertige Anlagen für den Wohn- wie auch Bürobereich. „Immer wieder stehen die ausführenden Architekten, Planer, Gebäudetechniker oder Vertreter der einzelnen Gewerke vor der Aufgabe Architektur und Technik intelligent miteinander zu verknüpfen. Die ISH ist die weltweit größte System-Messe und sie spiegelt in ihren vier Ausstellungsbereichen das Gebäude als komplexes Energiesystem wieder. Damit bildet sie das Thema Energieeffizienz ganzheitlich ab“, so Dr. Michael Peters, Geschäftsführer der Messe Frankfurt.
Um dem Ansatz der neuen EU-Richtlinie gerecht zu werden, kommt es neben einer modernen Anlagentechnik auch auf ganzheitliche Konzepte mit zielorientierter, integraler Planung und Einsatz abgestimmter Systeme an. Anstelle einzelner Komponenten würden die Hersteller schon verstärkt Systeme anbieten, unterstreicht auch Andreas Lücke, Geschäftsführer des Bundesindustrieverbandes Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH). „Hier haben erhebliche Innovationen und Fortschritte in der Optimierung stattgefunden. Die ISH 2005 wird zeigen, dass die Anbieter über perfekt abgestimmte, energiesparende und umweltschonende Systemtechnik verfügen.“
Eine wichtige Rolle spiele dabei neben der Produktentwicklung auch die Software, so Lücke. „Ziel ist es, ein Optimum an Energieeffizienz, Umweltschutz, Komfort und Sicherheit bei der Gebäudetechnik zu erreichen.“ Der BDH-Chef hofft, dass sich die Kombination moderner Heiztechnik mit regenerativen Energieträgern, wie der Solarthermie, weiter durchsetzt. „Derzeit werden nur 8 % der Heizungsmodernisierungen mit einer Solaranlage kombiniert. Dieser Anteil sollte besser bald bei 80 % oder mehr liegen. Hier wird noch erhebliches Energiespar- und Emissionsminderungs-Potenzial verschenkt.“rus

Von Rudolf Schulze

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