Gebäudetechnik 29.02.2008, 19:33 Uhr

Behaglichkeit kostet den Löwenanteil des Energieverbrauchs  

Bauphysik und Gebäudetechnik. So senkt eine dichte Gebäudehülle den Heizbedarf und erlaubt die Drosselung teurer werdender Wärmeerzeugung. Während dieses Wissen im Neubaubereich voll zum Tragen kommt, gibt es bei Altbauten noch viel zu tun. Ansatzpunkte für die energetische Aufwertung gibt es in jedem Haus.

Als Flachdachkonstruktionen werden Dächer bezeichnet, die eine Neigung von 0o bis 10o gegen die Horizontale aufweisen. Eine wärmetechnische Verbesserung sei immer dann sinnvoll, wenn die Abdichtung ohnehin erneuert werden müsse, so die Energieagentur. Im Fall von Änderungen oder Umbau bei Flachdächern muss der Bauherr laut Energieeinsparverordnung einen U-Wert von 0,25 W/m2 K einhalten.

„Besonders viel Brennstoffersparnis bringen effiziente Anlagentechniken,“ betonen Anbieter von sparsamen sowie alternativen Wärmeerzeugern und Wärmeverteilsystemen. Bereits der Einsatz eines Brennwertkessels senke gegenüber Standard- oder Niedertemperaturkesseln den Energieverbrauch um bis zu 30 %, rechnet das Bundesumweltministerium vor. Überdies könnten Brennwertkessel mit Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, etwa mit einer solarthermischen Anlage kombiniert werden.

Es müsse aber nicht immer das ganze Sanierungspaket sein, ergänzt die Energieagentur NRW. „Oft bringen auch schon vergleichsweise einfache Maßnahmen deutliche Energieeinspareffekte.“ Dabei erinnert die Agentur daran, dass etwa 80 % des Energieverbrauchs eines Gebäudes für die Raumwärme benötigt werden. So stellen Energieberater immer wieder fest, dass alte Heizkessel meist überdimensioniert sind und einen schlechten Wirkungsgrad haben. Durch die Erneuerung ließe sich der Nutzungsgrad um mehr als 25 % verbessern, versichert die NRW-Energieagentur.

Eine effiziente Heizungsanlage müsse – so das Bundesumweltministerium – allerdings auch effizient betrieben werden. So gelte es, die einzelnen Heizkörper für eine gleichmäßige Wärmeverteilung im Haus entsprechend ihrer Lage zur Zentralheizung hydraulisch abzugleichen, und zwar mit Hilfe der voreinstellbaren Thermostatventile. Hinweise darauf, dass ein hydraulischer Abgleich notwendig werde, könnten Strömungsgeräusche sein.

Aber auch Duschen, Waschen und Spülen bedeuten häuslichen Energieverbrauch. Für relativ niedrige Betriebskosten könne eine zentrale Warmwasserversorgung sorgen, betonen Energieberater. Neben Komfort und niedrigen Betriebskosten schaffe die zentrale Warmwasserversorgung auch die Option zur Nutzung thermischer Solarenergie, so die Energieagentur NRW.

Ist vor der Modernisierung einer Heizungsanlage bereits ein Heizungssystem mit zentraler Warmwasserbereitung vorhanden, rät die Energieagentur, es nach der Sanierung bei der zentralen Warmwasserbereitung zu belassen.

Die nachträgliche Installation von Warmwasserleitungen zu einem zentralen Speicher könne sehr aufwendig sein und den Einsatz von dezentralen Systemen sinnvoll machen. Bei der dezentralen Warmwasserbereitung sind die Warmwassergeräte direkt an der Zapfstelle installiert. Das Gerät kann dabei ein Durchlauferhitzer, ein Kochendwassergerät oder ein kleines Speichergerät sein. Auch wenn die Energieagentur NRW aus ökonomischen und ökologischen Gründen empfiehlt, bei der Warmwasserbereitung auf Strom als Energieträger zu verzichten, ist dann und wann im Gebäudebestand dennoch der Einsatz von elektrischen Durchlauferhitzern zur Warmwasserbereitung sinnvoll. „In diesen Fällen sollte die Wahl auf elektronisch geregelte Geräte fallen,“ so die Agentur. Sie regeln die Energiezufuhr stufenlos, so dass eine voreingestellte Temperatur exakt eingehalten wird.

Zunehmend entscheiden sich Wohnhausbesitzer auch für den Einsatz von Solarenergie. Zu unterscheiden ist dabei zwischen der Solarthermie, bei der die Strahlung der Sonne zur Warmwasserbereitung genutzt wird, und der Photovoltaik, die das Sonnenlicht in elektrische Energie umwandelt.

Bei der solaren Warmwasserbereitung wird die auf dem Dach im Kollektor gewonnene Wärme über die Rohrleitungen in einen groß dimensionierten Warmwasserspeicher eingebracht. Wenn die Solarwärme allein die erforderliche Temperatur im Speicher nicht erbringt, hebt die bestehende Heizung das Wasser bis auf die gewünschte Temperatur. Solaranlagen im Ein- und Zweifamilienhausbereich werden in der Regel so ausgelegt, dass in den Sommermonaten der Warmwasserbedarf nahezu vollständig ohne Heizungsunterstützung gedeckt werden kann. Bei einem Warmwasserverbrauch für eine vierköpfige Familie von 160 l täglich sei eine Kollektorfläche von rund 5 m2 und ein Speichervolumen von 300 l angemessen, rechnet die Energieagentur vor.

Photovoltaiksysteme sind in der Lage, aus der Strahlung der Sonne elektrische Energie zu schöpfen. Der erzeugte Strom wird in der Regel direkt in das Stromnetz des örtlichen Energieversorgers eingespeist und nach dem Gesetz für erneuerbare Energien (EEG) besonders vergütet. Aufgrund des EEG erhält die Photovoltaikanlage einen separaten Zähler, der dann die volle Energieerzeugung der Anlage misst, unabhängig vom sonstigen Strombezug. Die Photovoltaikanlage könne beliebig groß ausgelegt werden, so die Energieagentur. Grenzen seien hierbei nur durch die vorhandene und geeignete Dachfläche sowie den eigenen Geldbeutel gegeben.

ELMAR WALLERANG

Von Elmar Wallerang

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