Studie Future Type 15.09.2017, 07:34 Uhr

Wie ein tragbares Lenkrad den Jaguar vor die Tür bestellt

Endlich daheim. Der Fahrgast klappt seinen Laptop zu, an dem er unterwegs gearbeitet hat, schwenkt den Sitz um 90 Grad, um bequemer aussteigen zu können, schnappt sich sein Lenkrad und geht ins Haus. Das Auto entfernt sich nahezu lautlos, um einen anderen Lenkradbesitzer abzuholen. Willkommen in der Zukunft von Jaguar Land Rover. 

Die Jaguar-Studie Future Type ist kaum mehr als halb so breit wie ein Range Rover Evoque. Der Wagen bietet Platz für drei Passagiere.

Foto: Jaguar

Elektrisch, autonom und total vernetzt: das virtuelle Konzeptauto Jaguar Future Type. 

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Zentrales Element der Studie ist das intelligente mobile Lenkrad. 

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Drei Personen haben im Jaguar Future Type Platz.

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Future Type nennt sich die visualisierte Studie mit Blick auf das Jahr 2040, die der britische Autobauer jetzt unter dem Motto „Technik mit Herz“ vorgestellt hat. Und die sieht so aus: Der spacige Wagen mit silbern getönten Scheiben ist äußerst schmal und kürzer als jeder andere Jaguar.

Er kann bis zu drei Personen in bequemen Schalensitzen befördern. Das Cockpit besteht aus Touchscreens und virtuellen Bedienelementen.

Lenkrad Sayer als digitaler Begleiter

Der Future Type fährt elektrisch und autonom. Kann aber auch zum Beispiel bei einer Spazierfahrt über Land selbst gesteuert werden. Wobei wir beim Herzstück der Studie wären, dem Sayer. In der Vision der britischen Entwickler ist das merkwürdig geformte Lenkrad das einzige Bauteil am Auto, das der Kunde noch besitzt und deshalb auch mit nach Hause nehmen kann.

Voll mit künstlicher Intelligenz und ständig vernetzt, soll es zum digitalen Begleiter des Fahrers werden. Der Sayer ist ein smarter Mitgliedsausweis für den Club der Future Types, über den sich das Jaguar-Carsharing organisieren lässt.

Mit dem Lenkrad kann man aber nicht nur sein autonomes Auto bestellen und Fahrten planen. Es kann Musik abspielen, Termine planen und vernetzt mit dem smarten Zuhause weiß es auch, was noch im Kühlschrank fehlt. Und nur falls man doch mal im Auto selbst die Richtung vorgeben will, kann man damit tatsächlich fahren. Benannt ist das Lenkrad nach dem Designer und Aerodynamiker Malcom Sayer, der für Jaguar unter anderem den berühmten E-Type verantwortete.

Im Windschatten Strom sparen

Effizienter und sicherer ist es laut Studie, dem Future Type das Kommando zu überlassen: Wenn mehrere dieser Zukunftsautos hintereinander fahren, verringern sie die Abstände, sodass die jeweils hinteren Fahrzeuge im Windschatten rollen und Strom sparen.

Damit es keine Auffahrunfälle gibt, kommunizieren die Wagen miteinander. Im gleichen Augenblick, in dem das erste bremst, machen es ihm die anderen nach – eine Technik, die vermutlich in naher Zukunft von Lastwagen genutzt wird. Schon heute wird sie im Personenschutz eingesetzt. Die Begleitfahrzeuge und der Wagen, in dem die zu schützende Person sitzt, kommunizieren miteinander und stimmen Beschleunigung und Abbremsen miteinander ab.

Gemütlicher ist das autonome Fahren allemal: So können die Fahrgäste im Future Type lesen, Videos anschauen, chatten oder die Vordersitze um 180 Grad schwenken, sodass sie wie in einer Lounge sitzen und miteinander plauschen können.

Gesundheitscheck im Auto

„Das Auto wird auch erkennen, wenn es den Fahrgästen nicht gut geht. Es wird uns dann zum Arzt bringen oder, je nach Notwendigkeit, gleich ins Krankenhaus“, so Conor Walsh, Professor an der amerikanischen Harvard University. Dessen Roboter-Abteilung Biodesign Lab ist vor kurzem eine Kooperation mit Jaguar Land Rover eingegangen.

Von Wolfgang Kempkens & Martina Kefer

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