Techniktransfer 13.03.2015, 13:38 Uhr

Weber: Die Formel 1 ist unser „schnellstes Testlabor“

Daimler setzt nach Aussage von Entwicklungsvorstand Thomas Weber immer mehr auf Technologietransfer aus dem Motorsport. Die Formel 1 sei für Daimler dank der seit 2014 vorgeschriebenen, kleineren V6-Turbo-Motoren so nah an die Serie herangerückt, dass Entwicklungen aus dem Rennsport zunehmend in Serienmodellen Einzug halten.

Laut Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber zieht Technik aus der Rennserie verstärkt in Serienmodelle ein.<h2></h2>

Laut Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber zieht Technik aus der Rennserie verstärkt in Serienmodelle ein.

Foto: Peter Steffen/dpa

Laut Weber gilt dies ganz besonders für die Plug-in-Hybrid-Modelle. Das sagte der Daimler-Entwicklungsvorstand den VDI nachrichten vor dem Auftaktrennen am Sonntag in Melbourne. „Wir sind jetzt in der glücklichen Lage, dass die Ingenieure in der Formel 1 und in der Serie in die gleiche Richtung arbeiten. Das führt dazu, dass wir die Erkenntnisse, die wir in der Formel 1 in extremer Form gewinnen, dann auch in der Serie einsetzen können“, so Weber.

Ausgaben in Motorsport sind gut investiert

Die Millionenausgaben des Konzerns für den Aufbau und Unterhalt eines Formel-1-Teams seien in seinen Augen gut investiert: „Der Motorsport ist das schnellste Testlabor, bei dem alle Komponenten und das Gesamtsystem der höchsten vorstellbaren Belastung unterzogen werden“, so Weber. „Insofern war es für uns sicher entscheidend, dass wir vom Reglement her jetzt die Chance haben, in der Serie ähnliche Technologien wie in der Formel 1 einzusetzen.“

Die „konstruktive Grundausrichtung“ sei für Formel-1-Autos und Serienmodelle dieselbe: „Hochleistungspowerpacks mit weniger Zylindern, kleineren Hubräumen, Turboaufladung, Direkteinspritzung, um nur einige Beispiele zu nennen. Und dann noch die Hybridisierung! All das sind Technologien, die wir auch im Seriengeschäft massiv nutzen müssen.“

Besonders Plug-in-Hybridvarianten profitieren

So profitierten besonders die Plug-in-Hybridvarianten von C- und S-Klasse direkt von der Rennserie. „Da hilft uns die Formel 1 als «rollendes Testlabor» schon enorm. Da versucht man, absolut an die Grenze dessen zu gehen, was technisch möglich ist.“ 

Formel1-Rennfahrer des Mercedes-Teams: Lewis Hamilton (li.) und Nico Rosberg. 

Formel1-Rennfahrer des Mercedes-Teams: Lewis Hamilton (li.) und Nico Rosberg. 

Foto: Daniel Dal Zennaro/dpa


Für das Auftaktrennen in Australien tippt Weber auf einen Sieger aus dem eigenen Rennstall: „Ob der siegreiche Fahrer dann nun Lewis oder Nico mit Vornamen heißt – mir kann beides recht sein“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

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