Verzicht auf neueste Technik 17.09.2013, 12:30 Uhr

VW will den Markt für Billigautos in China erobern

Volkswagen will in China einKompaktautovon der Größe eines Jettafür weniger als 8000 Euro auf den Markt bringen. Noch in diesem Jahr soll dazu im Konzern eine Entscheidung fallen,sagteVW-Manager Hans Demantauf derInternationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Vor allem der Verzicht auf die neueste Technik soll den günstigen Preis ermöglichen.

Volkswagen will für den chinesischen Markt ein Billigauto von der Größe eines Jetta zum Preis von maximal 8000 Euro auf den Markt bringen. Das bestätigte VW-Vorstand Hans Demant auf der Frankfurter IAA.

Volkswagen will für den chinesischen Markt ein Billigauto von der Größe eines Jetta zum Preis von maximal 8000 Euro auf den Markt bringen. Das bestätigte VW-Vorstand Hans Demant auf der Frankfurter IAA.

Foto: Volkswagen

„Budget Car“ heißt das Projekt bei VW, mit dem der Konzern den Einstieg in den Markt für  Billigautos in den Schwellenländern plant. Gegen den Begriff „Billigautos“ verwahren sich die Wolfsburger allerdings. Robust und langlebig sollen sie sein. Das sei wichtig, um auf den Automärkten der Schwellenländer zu bestehen. Schließlich werde der Wagen für viele Kunden das erste Auto sein und müsse häufig auch das letzte bleiben.

Das „Budget Car“ für China soll etwa die Größe eines Jetta haben zu einen Preis von unter 8000 Euro. „Damit es sich rechnet, müssen wir bestehende Technologie nutzen und Komponenten durch Zulieferer vor Ort fertigen lassen“, erklärt Demant. Es gebe genügend ausgereifte Technik, die für das geplante Auto geeignet sei.

Produktion komplett in China

Die Voraussetzungen für die Produktion des Modells in China sind gut. VW hat dort bereits 14 Werke, fünf weitere solllen entstehen. Das neue Auto müsste nicht nur im Ganzen in China gebaut werden, auch die einzelnen Komponenten sollten aus dem Reich der Mitte kommen, damit die Logistikkosten niedrig bleiben.

Der chinesische Volkswagen wird allerdings nicht unter der Marke VW auf den Markt kommen und er soll auch nicht in Europa angeboten werden. „Es geht um eine neue Marke jenseits unseres bisherigen Kerngeschäfts“, kündigt Demant an.

Seit einem Dreivierteljahr beschäftigt sich unter seiner Leitung im Konzern eine Projektgruppe mit den Chancen und Risiken eines Einstiegs in das Segment der Billigautos. Noch in diesem Jahr soll eine Entscheidung über den Einstieg fallen. Dann könnte die neue Konzern-Marke 2016 zum ersten Mal auf chinesischen Straßen zu sehen sein.

Marktanteil der Billigautos steigt

International gewinnt der Markt der Billigautos zunehmend an Bedeutung. Nach VW-Schätzungen wurden 2012 weltweit knapp acht Millionen Billigautos verkauft. Das sind elf Prozent des Gesamtmarktes. „2018 wird der Weltmarkt für Billigautos fast so groß sein wie der gesamte europäische Automarkt“, prognostiziert Demant.

China soll nach den VW-Plänen nicht das einzige Schwellenland mit einem „Budget Car“ bleiben. „Wir würden mit der Produktion in China beginnen. Indien wäre eine Option für später“, so der VW-Manager. China ist aber der attraktivste Markt: 3,5 Millionen Billigautos wurden dort zuletzt verkauft, das sind 19 Prozent des Gesamtabsatzes. 1,5 Millionen Autos waren es in Indien – die Billigautos haben dort einen Marktanteil von 47 Prozent.

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