Automobilbau 05.08.2005, 18:39 Uhr

Vorstandskarussell bei Daimler-Chrysler in voller Fahrt  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 5. 8. 05 – Zehn Jahre hat Jürgen Schrempp versucht, als Nachfolger von Edzard Reuter aus Daimler einen weltumspannenden Autokon- zern zu schmieden. Es gelang ihm nicht. Die einzelnen Teile seiner Welt AG wird nun Dieter Zetsche ab 1. Januar 2006 verwalten.

Mit der Chrysler-Sanierung empfahl sich Dieter Zetsche 2003 für die Nachfolge von Jürgen Schrempp. Nur ahnte er damals vermutlich nicht, wie schnell es dazu kommen sollte. Denn erst im vergangenen Jahr war das Vorstandsmandat des Architekten der Welt AG Daimler-Chrysler bis 2008 verlängert worden. Auch Dank der Unterstützung von Aufsichtsratschef Hilmar Kopper. Nun aber soll am 31. 12. Schluss sein.

Einen Nachfolger gibt es schon: Dieter Zetsche wird als großer Hoffnungsträger auf der Großbaustelle Daimler-Chrysler gehandelt. Der Noch-Chrysler-Chef hat dafür gesorgt, dass durch die Sanierung der US-Tochter die Qualitätsprobleme beim langjährigen Erfolgsgaranten Mercedes und die mageren Absatzzahlen bei der Kleinwagenmarke Smart nicht so stark ins Gewicht fielen.

Nun aber warten auf ihn die Reste von Schrempps Welt AG. Deren Schöpfer wurde auch schon mal als „Mister Shareholder-Value“ bezeichnet, weil er einst beim Zusammenschluss von Daimler-Benz und Chrysler den Aktionären ein Kursfeuerwerk versprochen hatte. Dazu kam es allerdings nie. Kapitalvernichtung stand vielmehr auf der Tagesordnung.

Der begeisterte Bergsteiger Schrempp hatte nach seinem Amtsantritt 1995 die Vision seines Amtsvorgängers Edzard Reuters vom „integrierten Technologiekonzern“ zerstört, indem er bis auf die EADS-Beteiligung alles verkaufte, was nicht mit dem Auto zu tun hatte. Jürgen Schrempps Strategie war es, eine in Asien, USA und Europa gleichermaßen präsente „Welt AG“ im Automobilbau zu schaffen. Erhebliche Kratzer bekam diese Welt AG allerdings durch den Rückzug aus der Mitsubishi-Beteiligung. Auch die Zusammenarbeit mit dem koreanischen Hyundai-Konzern wurde aufgelöst.

Gut für Zetsche: Chrysler hat er selbst saniert, der Nutzfahrzeugbereich läuft im grünen Bereich, Mercedes schreibt wieder schwarze Zahlen und die Autos bleiben nicht mehr auf der Straße stehen.

Schwierig für Zetsche: das Vorstandskarussell befindet sich in voller Fahrt. Mercedes-Chef Eckhard Cordes will wohl, so verschiedene Hinweise bei Redaktionsschluss, seinen Hut nehmen. In diesem Fall ist der neue Daimler-Lenker selbst als Übergangskandidat für den Top-Posten bei Mercedes im Gespräch. Als Kandidaten für die endgültige Besetzung des prestigeträchtigen Vorstandpostens werden in den Medien Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber, Mercedes-Vertriebschef Klaus Maier und auch Smart-Chef Ulrich Weber gehandelt.

Zetsche wird natürlich wie jeder neue Top-Manager versuchen, Leute seines Vertrauens um sich zu scharen. Da passt es, dass er den Konzern sehr gut kennt. Er arbeitet seit 1976 bei Daimler. Seit 1992 gehört der in Istanbul geborene Zetsche zur Führungselite des Konzerns, als er in den Vorstand von Mercedes-Benz aufrückte. Es folgten Chefposten im Vertrieb von Mercedes und in der Nutzfahrzeugsparte, in der er mit 23 nach einem Studium der Elektrotechnik seine Karriere begonnen hatte.

Sein Meisterstück lieferte er mit der Sanierung des US-Lastwagenherstellers Freightliner 1991 ab. Die nächste öffentlichkeitswirksame Sanierung gelang ihm erneut in den USA: Er brachte Chrysler wieder auf die Überholspur und verschaffte damit seinem damaligen Chef Schrempp eine, wie jetzt deutlich wurde, allerdings nur kurze Verschnaufpause.

Experten gaben Zetsche lange keine Chance auf die Daimler-Chef-Nachfolge, weil er bei der unfreundlichen Trennung von Wolfgang Bernhard Position für den jetzigen VW-Markenvorstand bezogen haben soll, der als Mercedes-Chef vorgesehen war. Zetsche kennt Bernhard aus der Chrysler-Ära. Er war dort sein Vize. GREGOR FRECHEN

Dieter Zetsche arbeitet seit 1976 bei Daimler

Von Gregor Frechen
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