Pilotprojekt in Schweden 03.12.2013, 13:16 Uhr

Volvo bringt selbstfahrende Autos auf die Straße

Selbstfahrende Autos sind keine Science-Fiction mehr. In einem Pilotprojekt verfolgen Volvo und die schwedische Regierung ein ehrgeiziges Ziel: 2017 sollen 100 autonome Autos auf den Straßen der südschwedischen Stadt Göteborg rollen. 

Im Rahmen eines Modellversuches in Göteborg sollen die Volvo-Fahrzeuge auch selbstständig einparken. Transmitter in der Verkehrsinfrastruktur informieren den Fahrer, ob der Einparkservice verfügbar ist. Wenn dies der Fall ist, kann er das autonome Parken über eine Smartphone-App aktivieren und das Fahrzeug verlassen. Im Anschluss wird mit Hilfe von Sensoren ein freier Parkplatz lokalisiert und das Fahrzeug dorthin gesteuert.         

Im Rahmen eines Modellversuches in Göteborg sollen die Volvo-Fahrzeuge auch selbstständig einparken. Transmitter in der Verkehrsinfrastruktur informieren den Fahrer, ob der Einparkservice verfügbar ist. Wenn dies der Fall ist, kann er das autonome Parken über eine Smartphone-App aktivieren und das Fahrzeug verlassen. Im Anschluss wird mit Hilfe von Sensoren ein freier Parkplatz lokalisiert und das Fahrzeug dorthin gesteuert.         

Foto: Volvo

Rund 28.000 Menschen sind im vergangenen Jahr auf Europas Straßen ums Leben gekommen. Tag für Tag sterben 75 weitere. Das wollen Volvo und die schwedische Regierung nicht länger hinnehmen. Deswegen haben sie eine Gemeinschaftsinitiative namens „Drive me“ auf den Weg gebracht. Das Ziel: Bis 2017 sollen 100 selbstfahrende Volvos auf den Straßen Schwedens rollen. Die Initiative verfügt über ein Budget von rund 56 Millionen Euro und startet nächstes Jahr.

Die Volvo-Pilotfahrzeuge XC 90 sind mit einer 360-Grad-Kamera, GPS sowie zusätzlichen Sensoren und Scannern ausgestattet. Eine Software errechnet ein digitales Abbild der Straße in Echtzeit. Bei kleinsten Veränderungen kann das Auto selbstständig reagieren, etwa wenn sich der Abstand zum Vorderfahrzeug verringert. Über ein GPS-System kann es sich zudem orientieren, indem es registrierte Umweltdaten mit digitalen Straßenkarten abgleicht.

Sobald der Fahrer das Lenkrad bewegt oder auf die Bremse tritt, deaktiviert er das System und übernimmt wieder die Herrschaft über das Geschehen. Damit es in der Testphase nicht zu Unfällen kommt, erhalten die Fahrer, allesamt Laien, ein Sicherheitstraining.

Autonome Autos sollen Zahl der Verkehrstoten reduzieren

„Autonom fahrende Autos sind integraler Bestandteil des gemeinsamen Ziels von Volvo und der schwedischen Regierung, die Zahl der Verkehrstoten auf null zu reduzieren“, erklärt Håkan Samuelsson, Präsident der Volvo Car Group. Das Projekt sei ein wichtiger Schritt nach vorn. „Wir gewinnen Einblicke in die technischen Herausforderungen und erhalten gleichzeitig wertvolles Feedback von echten Kunden, die die Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen testen.“

In Göteborg sollen 2017 die ersten Autos autonom fahren. Während der Fahrt kann der Fahrer dann telefonieren oder durch eine Zeitung blättern, verspricht Volvo.         

In Göteborg sollen 2017 die ersten Autos autonom fahren. Während der Fahrt kann der Fahrer dann telefonieren oder durch eine Zeitung blättern, verspricht Volvo.         

Foto: Volvo

Das Straßennetz des Pilotprojekts ist rund 50 Kilometer lang und umfasst sogar vielbefahrene Pendlerstrecken und Autobahnen im Großraum der südschwedischen Stadt Göteborg. Zunächst bewegen sich die Autos mit einer Geschwindigkeit von 70 km/h, erklärt Volvo. Während der Tests werden die Autos sogar automatisch einparken, ganz ohne Fahrer an Bord. Zwar sei es bislang noch notwendig, dass der Mensch das Verhalten des Autos überwacht. Doch in naher Zukunft könne er sich auch zurücklehnen, einen Film auf einem Tablet-PC angucken oder seine E-Mails checken.

Auto übernimmt Stop-and-go schon ab 2014

Erste Funktionen für autonomes Fahren sollen schon nächstes Jahr auf den Markt kommen, aber die ersten Fahrzeuge sollen erst 2017 autonom auf den Straßen Göteborgs fahren. Im neuen Modell XC 90, das Volvo nächstes Jahr der Öffentlichkeit vorstellt, kommt die neue skalierbare Produktarchitektur (SPA) zum Einsatz. Unter anderem soll sie einen Stauassistenten möglich machen, der selbstständig das Anfahren und Bremsen im Stop-and-go-Verkehr übernimmt. Eine Hand am Lenkrad bleibt aber nach wie vor gesetzlich vorgeschrieben.

Sind alle technologischen Hürden gemeistert, steht eine weitere aus: die Frage nach der juristischen Verantwortung im Straßenverkehr. Liegt sie in Zukunft weiterhin beim Fahrer oder auch beim Fahrzeughersteller? Hier müsse das Gesetz auf den Prüfstand gestellt werden, erklärt die schwedische Infrastrukturministerin Catharina Elmsäter-Svärd. 

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