Audi stellt neue Elektronik auf CES vor 10.01.2014, 07:00 Uhr

Virtuelles Cockpit im neuen TT

Als Familienkutschen sind Sportwagen wie der TT nicht konzipiert. Audi setzt dieses Prinzip jetzt radikal um: Elektronische Bedienung und Navigation sind nur noch auf den Fahrer ausgerichtet.

Mit dem neuen virtuellen Cockpit soll der Innenraum des Audi TT noch mehr an ein Flugzeug erinnern. 

Mit dem neuen virtuellen Cockpit soll der Innenraum des Audi TT noch mehr an ein Flugzeug erinnern. 

Foto: Audi

Den in der Frontmitte angebrachten MMI-Monitor mit Navi und Infotainment-Bedienung wird es im neuen Audi TT nicht mehr geben. In dem Modell, das im Laufe des Jahres auf den Markt kommen soll, ist er in den Bildschirm direkt vor dem Fahrer integriert. Der TT ist das erste Serienmodell von Audi, der diese Technik erhält. Der Fahrer kann dann per Tastendruck zwischen der klassischen Anzeige, in der Tacho und Drehzahlmesser groß erscheinen, und einer reduzierten Darstellung mit vielen anderen Funktionen wählen. In diesem Modus erscheint dann beispielsweise die GPS-Karte deutlich größer.

Audi stellt die Entwicklung derzeit auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vor. Das so genannte virtuelle Cockpit mit seinem 12,3 Zoll großen Monitor ist volldigital und soll dem TT-Fahrer mehr noch als bisher die Anmutung einer Flugzeug-Schaltzentrale vermitteln. Auch die für das Modell typischen runden Luftdüsen werden künftig so angeordnet, dass sie an Triebwerke erinnern.

Pneumatik in den Sitzen

Im ganzen Innenraum will der Hersteller den Sportwagen-Charakter noch verstärken, unter anderem durch neu gestaltete Ledersitze, deren Seitenwangen sich pneumatisch einstellen lassen. Wie weit sich der TT äußerlich verändert, ist noch nicht bekannt. Auch zum Preis macht Audi noch keine Angaben. Das aktuelle, seit 2010 verkaufte Modell wird in der Grundversion für 30.700 Euro angeboten.

Trotz geringer Verkaufszahlen ist der TT seit dem Verkaufsstart im Jahr 1998 ein wichtiges Flaggschiff für Audi, weil er dem Hersteller zu einem frischeren, moderneren Image verhalf. Die Ingolstädter haben jüngst ein Investitionsprogramm von 22 Milliarden Euro bis zum Jahr 2018 angekündigt. Der Löwenanteil dieser Summe soll in die Entwicklung weiterer neuer Modelle fließen. Insgesamt hat Audi im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen rund 1,3 Millionen Autos verkauft.

Tablet-Computer geplant

Nach einem Bericht des Handelsblatts bereitet Audi dem virtuellen Cockpit noch eine zweite Neuheit für die Instrumentierung und Bedienung des TT vor: einen eigenen Tablet-Computer, der mit der Fahrzeugelektronik vernetzt ist. Das sogenannte Smart Display habe ein Format von 10,2 Zoll und diene als Fernbedienung für das Infotainment und als Unterhaltungsgerät für die Passagiere im Fond. Anders als bisher könne das Gerät aber auch außerhalb des Fahrzeugs genutzt werden – als konventioneller Tablet-Computer mit Android-Betriebssystem und als Schnittstelle zum Fahrzeug, die zum Beispiel den Standort speichert oder die Klimasteuerung von außerhalb übernimmt. Die Technik soll noch nicht im nächsten TT, vermutlich aber 2015 im neuen Q7 angeboten werden.

Von Werner Grosch
Von Werner Grosch

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