Absatzplus auch in Deutschland 04.12.2013, 11:40 Uhr

VDA-Bilanz: Autobauer erwarten Aufschwung im nächsten Jahr

Die deutschen Autohersteller profitieren von der starken Nachfrage in den USA und China. Nach einem deutlichen Rückgang in diesem Jahr sollen 2014 aber auch die Verkaufszahlen im Inland und insgesamt in Westeuropa anziehen, so die Erwartung des Branchenverbandes VDA.

Der VW Golf ist nicht nur in Deutschland ein Verkaufsschlager, sondern auch in China und den USA ein Erfolgsmodell.

Der VW Golf ist nicht nur in Deutschland ein Verkaufsschlager, sondern auch in China und den USA ein Erfolgsmodell.

Foto: Volkswagen

Bis November haben die deutschen Autohersteller im eigenen Land 2,74 Millionen Autos verkauft. Das entspricht einem Rückgang um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch scheint die Talsohle durchschritten: Während der Absatzeinbruch im ersten Halbjahr noch bei acht Prozent gelegen hatte, betrug er in den folgenden fünf Monaten nur noch ein Prozent. Und dieser positive Trend soll anhalten, sagt der Verband der Automobilindustrie (VDA) voraus: „Der Pkw-Inlandsmarkt wird 2014 rund drei Millionen Neuzulassungen umfassen und damit leicht über dem Niveau des Jahres 2013 liegen“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Dienstag bei der Vorstellung der Jahresprognose 2014.

Vom Rekord des Jahres 2009 sind die deutschen Autobauer damit noch weit entfernt: 3,8 Millionen Pkw wurden damals zugelassen. Ein Ausreißer, der durch die Abwrackprämie zustande kam. Und weil sich damals viele Besitzer auch jüngerer Autos einen Neuwagen kauften, war die Delle in den Folgejahren absehbar.

Drei von vier in Deutschland produzierten Autos gehen in den Export

Dass Volkswagen, Daimler, BMW und Co. bislang ohne größere Schäden durch dieses Tal gekommen sind, liegt am weiter wachsenden Weltmarkt. Mehr als drei von vier in Deutschland gebauten Neuwagen gehen in den Export, der im laufenden Jahr um rund ein Prozent zunehmen soll. Das verdankt die Branche vor allem den starken Zuwächsen in Nordamerika und Asien: Während der Absatz in den USA dieses Jahr voraussichtlich um sieben Prozent zunimmt, steigt er in China sogar um 21 Prozent: 16 Millionen Neufahrzeuge werden hier dieses Jahr verkauft, damit ist China erstmals der größte Absatzmarkt für Pkw weltweit. In beiden Ländern ist der neue VW Golf ein Erfolgsmodell.

Die deutschen Hersteller haben einen stabilen Anteil von rund einem Fünftel am Weltmarkt und können so ihren Vorjahresumsatz von 269 Milliarden Euro nach Angaben des VDA wahrscheinlich halten. Der Verband geht auch von einer leichten Erholung im krisengeschüttelten europäischen Markt aus.

Die Branche profitiert also vor allem von starker Konjunktur auf anderen Kontinenten. Weil die Bestellungen auf hohem Niveau bleiben, ziehen viele deutsche Hersteller die Produktion an. So werden in einigen Volkswagen-Werken die Weihnachtsferien verkürzt, auch Mercedes und BMW halten die Fertigungsstraßen nicht so lange an wie sonst üblich.

Elektroautos sind immer noch ein Nischenprodukt

Der politisch gewollte Schub durch technische Neuerungen bleibt allerdings bislang aus. Die Automessen in Tokio und Los Angeles haben jüngst gezeigt, dass Elektromobilität immer noch ein Nischenmarkt ist. Zwar legt der Absatz von Elektroautos in Deutschland in diesem Jahr nach Verbandsangaben um rund 80 Prozent zu, aber die Zahl der Neuzulassungen wird mit gut 6000 Pkw gering bleiben.

Der VDA schiebt den Schwarzen Peter der Politik zu. „Die europäische CO2-Regulierung setzt wenig Anreize für Innovationen“, sagte Wissmann. Vor allem die Förderung alternativer Antriebe sei „sehr begrenzt“. Zugleich sieht sich die Branche vor großen Herausforderungen, weil sie in der EU bis 2020 den durchschnittlichen Ausstoß an Kohlendioxid auf 95 Gramm pro 100 Kilometer reduzieren soll. Das entspricht einem Verbrauch von knapp vier Litern Kraftstoff.

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