Orientierung per Laserscanner 30.07.2014, 15:33 Uhr

US-Militär testet selbstfahrenden Jeep auf Hawaii

Autonom fahren kann ein kleiner Jeep, den die US-Marine erstmals in einem Testmanöver auf Hawaii eingesetzt hat. Mit Laserscanner und Kameras orientierte er sich selbstständig im Gelände und folgte Soldaten im Schritttempo. In Zukunft soll er im Ernstfall auch ganz allein Verwundete in Sicherheit bringen können.  

Der autonome Jeep fährt eigenständig hinter den Soldaten her. In Zukunft soll er ganz ohne Begleitung Ziele ansteuern. Er ist so kompakt gebaut, dass ein Helikopter ihn problemlos transportieren kann. 

Der autonome Jeep fährt eigenständig hinter den Soldaten her. In Zukunft soll er ganz ohne Begleitung Ziele ansteuern. Er ist so kompakt gebaut, dass ein Helikopter ihn problemlos transportieren kann. 

Foto: Torc Robotics

Der kleine Jeep namens Ground Unmanned Support Surrogate (GUSS) folgt Soldaten wie von Geisterhand gesteuert. Das Projekt, das bereits seit fünf Jahren läuft, testete die US-Marine jetzt in einem internationalen Militärmanöver auf der hawaiianischen Insel Oahu. Nach Angaben des Militärs und der Herstellerfirma TORC soll der Jeep dort ausgezeichnet funktioniert haben, besonders beim Transport von Verwundeten. Mit 13 km/h zuckelte er ohne Fahrer durchs Gelände.

Entwickelt hat das US-Militär das GUSS-System gemeinsam mit dem Unternehmen TORC Robotics und der Universität Virginia Tech. Der selbstfahrende Jeep basiert auf einem Fahrzeugmodell, das besonders klein und leicht und deshalb für den Transport in einem Helikopter geeignet ist. Zur Ausstattung des Jeeps gehört ein Lidar-Scanner, der Abstand und Geschwindigkeit optisch mit Laserstrahlen ermittelt. Hinzu kommen Kameras und detailliertes, digitales Kartenmaterial.

Fahrerloser Jeep soll verwundete Soldaten aus Gefahrenzonen retten 

Gedacht ist der selbstfahrende Jeep in erster Linie dafür, einer ausrückenden Einheit ins Gelände zu folgen und als Lastenesel zu diesen. Er fährt dabei neben den Soldaten im Schritttempo und kann rund 700 Kilogramm an Ausrüstung tragen. Speziell geführt werden muss das Auto dabei nicht, denn es erkennt Hindernisse automatisch und weicht ihnen aus.

Falls die Jeeps einmal feststecken, kann ein Soldat aus der Ferne die Steuerung per Fernbedienung übernehmen. Außerdem reicht das Umlegen eines Schalters aus, um die Fahrzeuge ganz konventionell zu fahren. 

Falls die Jeeps einmal feststecken, kann ein Soldat aus der Ferne die Steuerung per Fernbedienung übernehmen. Außerdem reicht das Umlegen eines Schalters aus, um die Fahrzeuge ganz konventionell zu fahren. 

Foto: Torc Robotics

Im richtigen Kampfgeschehen soll GUSS später ebenfalls in Aktion treten. Über eine Fernbedienung, die mit einem Monitor verbunden ist, könnte ein Zielort eingegeben werden und der Jeep die Truppeneinheit vor Ort mit Nachschub beliefern. Verwundete könnte er aus der Frontlinie retten und in Sicherheit bringen. Auf seinem Weg soll GUSS sogar von alleine die beste Route finden.

Falls er doch einmal feststecken sollte, kann er mit einem Radiosignal Hilfe rufen. Dann würde ein Soldat, der über den Monitor der Fernbedienung die Kamerabilder des Jeeps ebenfalls sehen kann, das Steuer übernehmen. Im Zweifelsfall könnte aber auch ein Soldat in den Wagen springen, einen Schalter umlegen und das Auto mit normaler Geschwindigkeit manuell steuern.

Soldaten testeten auf Hawaii auch den Roboterhund Alphadog

Während der größte Teil der im GUSS-Projekt verwendeten Technologie bereits in kommerziellen Robotersystemen verwendet wird, liegt jetzt der Fokus darauf, den kleinen Jeep für das Kampfgeschehen noch tauglicher zu machen. Auch müssen die Militärstrategen im Marine Corps das Konzept des selbstfahrenden Autos in Zukunft in ihre Planungen einbeziehen. Bis jetzt, erklärte das GUSS-Team beim Manöver, sei der Jeep noch ein Prototyp und müsse noch ein paar Jahre getestet werden. Seinen Dienst könne er aber wahrscheinlich noch vor dem Ende dieses Jahrzehnts antreten.

Getestet haben die Soldaten auf Hawaii übrigens auch den vierbeinigen Roboter Alphadog, der mit 180 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken durchs Gelände taperte und dabei sogar Steigungen bis 35 Grad meisterte. 

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