Entwicklung des DLR 23.07.2015, 06:12 Uhr

Unfallschutz: Autonomes Auto alarmiert Fahrer über Tablet

Schneesturm, Nebel oder Baustelle: Die ersten autonom fahrenden Autos werden mit solchen Situationen oft überfordert sein, sind Ingenieure des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) überzeugt. Sie entwickeln derzeit ein System, das den Fahrer bei Gefahr über Tablet, Smartphone oder Notebook warnt und auffordert, wieder das Steuer zu übernehmen.

Warnsystem des DLR: Bei Gefahr alarmiert es den Fahrer über das Tablet. Er kann dann nicht weitersurfen und muss sich auf die Übernahme des Steuers vorbereiten.

Warnsystem des DLR: Bei Gefahr alarmiert es den Fahrer über das Tablet. Er kann dann nicht weitersurfen und muss sich auf die Übernahme des Steuers vorbereiten.

Foto: DLR

So stellen sich die Autokonzerne das Fahren in der Zukunft vor: Der Fahrer hat sich seinem Auto anvertraut, das selbstständig durch den Verkehr navigiert. Der Fahrer sitzt zwar auf seinem Platz. Doch statt zu lenken, beantwortet er E-Mails, surft im Internet oder telefoniert mit seinem Smartphone. Das ist zwar noch Zukunftsmusik, doch bereits 2020, schätzen Experten, wird es solche autonom fahrenden Autos geben.

In manchen Situationen wird die elektronische Steuerung allerdings überfordert sein, glauben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig. An Baustellen etwa, bei dichtem Schneefall oder bei Nebel. „Trotz der stetigen Entwicklung der Sensorik müssen wir in absehbarer Zeit davon ausgehen, dass es immer Szenarien geben kann, an denen die Automation an Grenzen stößt“, sagt Professor Karsten Lemmer, Leiter des Instituts für Verkehrssystemtechnik am DLR.

Kommunikation zwischen Tablet und Assistenzsystem des Fahrzeugs

Die Steuerautomatik muss also, wenn sie sich überfordert fühlt, den Fahrer bitten, das Steuer zu übernehmen. Die dazu nötige Technik haben die Braunschweiger Verkehrswissenschaftler schon entwickelt. Sie verbindet Smartphone, Tablet oder Notebook des Fahrers mit dem Assistenzsystem des autonomen Fahrzeugs.

Das Tablet verbindet sich mit dem Assistenzsystem des Autos und warnt den Fahrer vor Baustellen.

Das Tablet verbindet sich mit dem Assistenzsystem des Autos und warnt den Fahrer vor Baustellen.

Foto: DLR

In einer Simulatorstudie haben die Forscher eine Interaktionsstrategie entwickelt, die das mobile Gerät notfalls sperrt und den Fahrer zurück ans Steuer drängt – Surfen passé. „Naht beispielsweise eine enge Baustelle, kann die Ablenkung durch ein Mobilgerät zum Problem werden“, sagt Stephan Lapoehn, Leiter des Projekts Mobilgerätenutzung in hochautomatisierten Fahrzeugen (MobiFAS). Der Fahrer muss dann die Arbeit am Mobilgerät unterbrechen und sich auf die Übernahme des Steuers einstellen.

System sperrt Tablet bei Gefahr

Übernimmt der Fahrer nach den ersten 16 s nicht, wird eine zweite visuelle Meldung auf dem Tablet und dem Head Down Display im Armaturenbereich dargestellt und ein akustisches Signal ausgegeben. Jetzt hat der Fahrer noch 10 s Zeit. Das Tablet wird für Eingaben gesperrt und die Soundausgabe blockiert.

Auch auf dem Head Down Display erscheint bei Gefahr eine Warnmeldung.

Auch auf dem Head Down Display erscheint bei Gefahr eine Warnmeldung.

Foto: DLR

Reagiert der Fahrer immer noch nicht, bremst das Fahrzeug automatisch ab und versetzt sich selbst in einen sicheren Zustand. Lapoehn: „Durch das Warnsignal direkt auf dem Tablet und im Head-Down-Display soll erreicht werden, dass der Fahrer dort gewarnt wird, wo er aktuell hinguckt und genügend Zeit hat, sich auf die Übernahme vorzubereiten.“

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