Automobil 10.03.2000, 17:24 Uhr

Start in den Auto-Frühling 2000 am Lac Léman

Den ganz großen „Knaller“ wird keiner auf dem Genfer Autosalon finden. Dennoch servieren die Hersteller viele Modellneuheiten und traditionsgemäß jede Menge Concept-Cars und Studien.

Schon am Vorabend der Messe sorgte DaimlerChrysler für die ersten Highlights des Autosalon in Genf (2. bis 12. März). Zusammen mit dem Chrysler Concept-Car ESX3 stellte der Konzern die neue Mercedes-Benz C-Klasse vor – allerdings nur in einem verkleinerten Modell. Die „echte“ Premiere der C-Klasse will Mercedes-Benz am 21. März in Stuttgart folgen lassen.
In der Stadt am Lac Léman bereits in voller Größe präsent – das Zukunfts-Familienauto ESX3 von Chrysler. Sein Hybrid-Antrieb besteht aus einem 1,5-l-Dreizylinder-Dieselmotor aus Aluminium und einem 15 kW leistenden Elektromotor. Zusammen sollen beide Aggregate weniger wiegen als ein konventioneller Antrieb mit nur einem Verbrennungsmotor. Das Batteriepaket des ESX3 liegt zwischen den Rücksitzen und dem 450 l großen Gepäckraum.
Eine der auffälligsten Neuerscheinungen auf der Genfer Messe ist der Audi A2 – das erste in Großserie produzierte Aluminiumauto. Es wird Maßstäbe in Ökonomie und Umweltverträglichkeit setzen und einen Innenraum offerieren, der in einem Fahrzeug mit diesen Abmessungen nie vorher realisiert worden ist, heißt es bei Audi. Außerdem biete es Komfort auf allen Plätzen und überzeuge durch Fahrspaß und Agilität überzeuge. Von dem Viertürer sollen täglich 300 Stück in Neckarsulm produziert und ab Mitte Juni mit 1,4-l-Benzin- und Dieselmotor zu Preisen ab 32 000 DM verkauft werden.
Im Mai bereits beginnt bei Audi die Auslieferung des Allroad Quattro, der eine Zuladung bis zu 630 kg und eine Anhängelast von maximal 2,3 t schafft. Bei dem allradgetriebenen Freizeitauto lässt sich die Bodenfreiheit mittels einer Luftfederung vollautomatisch oder manuell in vier Stufen um 66 mm variieren. Als Motorisierung werden je ein V6-Benzin- und ein V6-Dieselmotor angeboten, der 2,7-l-Biturbo (184 kW/ 250 PS) und der 2,5-l- TDI (132 kW/ 180 PS).
Opel präsentiert für das Autojahr 2000 mehrere neue Modelle, mit denen sie im nächsten Jahr wieder richtig Stückzahlen machen, also verlorene Marktanteile zurückgewinnen wollen. Denn außer dem Astra Coupé, das Opel am 18. März einführen wird, verzögert sich die Markteinführung des Speedster und des hochbauenden Kompaktautos Agila. Beide sollen erst im Herbst folgen.
Ford hat den Nachfolger des Geländewagens Maverick, den Escape, auf den Messestand gerollt. Außerdem wurde der Galaxy so geschickt überarbeitet, dass der Van jetzt optisch ansprechender wirkt als das ebenfalls optisch und technisch modifizierte Schwestermodell von VW, der Sharan.
BMW glänzt mit Neuheiten. Neben dem schicken 3er-Cabrio und den Kraftsportler M3 zeigen die Münchner in Genf mit dem Z8 genauso einen Super-Sportwagen wie Porsche mit dem 911 Turbo. Mit beiden konnten bereits erste Fahreindrücke gewonnen werden, die ihre einsame Klasse unter Beweis stellten.
Mit ihrem Edelkombi 156 Sportwagon präsentiert die Fiat-Tochter Alfa Romeo in Genf die italienische Alternative zu den überwiegend deutschen Anbietern in diesem Segment.
Peugeot führt stolz die große Limousine 607 vor, von der auch eine sportliche Variante namens Féline zu sehen ist. Die Markteinführung des kleinen 206 Cabrio verzögert sich noch bis Oktober. Citroën hat den Prototyp Pluriel weiterentwickelt. Renault rückt die Studie des Freizeitautos Koléos und den Ende des Jahres in Serie gehenden Avantime ins Scheinwerferlicht. Bei den Japanern fallen der Mazda RX7-Nachfolger mit gegenläufigen Türen und Kreiskolbenmotor und der Mitsubishi Pajero-Nachfolger auf. Nissans Star ist die Neuauflage des Maxima QX, der im Frühsommer nach Deutschland kommen soll.
Zu den Überraschungen der Messe in Genf zählen der seriennahe Seat Salsa und die Cabrio-Studie des Toyota Yaris. Das kleine viersitzige Cabrio aus Japan präsentiert sich in sehr gefälliger Form und würde zu einem günstigen Preis gewiss viele Freunde finden. Mit dem neuen Previa und MR2, dem RAV4-Facelift und dem großen Lexus LS 430 hat Toyota weitere Eisen im Feuer.
Auf die Studie Salsa sind die Spanier im VW-Konzern besonders stolz. Sie wollen sie am liebsten gleich mit 2,8-l-V6-Motor (184 kW/250 PS) nebst Allradantrieb bauen. Der 4,15 m lange Pkw, der Elemente von Van und Coupé vereint, geht in einer ähnlichen Version voraussichtlich schon im nächsten Jahr in Serie, wie bei Seat zu hören war.
Der 70. Genfer Automobilsalon bietet auch dieses Mal wieder einen kompakten Überblick über die in Europa angebotenen Pkw-Modelle sowie die Premieren und Studien – die Highlights jeder Messe. Er hebt sich in wohltuender Weise von der ausufernden Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) ab, die alle zwei Jahr in Frankfurt/Main stattfindet.
Im Prinzip ist der jährlich stattfindende Genfer Autosalon von seiner Größe her eine Provinzmesse. Er hat jedoch die Bedeutung eines ersten europäischen Trendmesser erlangt – auch weil die Schweiz keine eigene Autoindustrie besitzt. Auf den Stimmungsmarkt schwappen in diesem Jahr trübe Wellen, was die jeweiligen nationalen Marktsituationen betrifft. Der deutsche Markt präsentiert sich in schlechter Verfassung. Dort ist der Absatz zu Jahresbeginn um 14 % eingebrochen und auch für Februar meldet die Branche kaum Besserung. Bei den großen Herstellern war in Genf zu hören, dass sie die „unverändert deutliche Kaufzurückhaltung merken“. Das lässt den Neuwagenkunden hoffen. Denn diese Situation führt zu scharfer Kakulation und zu preiswerten speziellen Pkw-Editionen. INGO REUSS/WOP
Das 3-l-Auto von Chrysler heißt ESX3. Das Concept Car mit Hybridantrieb – Dreizylinder-Diesel und E-Motor, der den Strom aus einer Lithium-Ionen-Batte- rie erhält, – soll äquivalent 3,3 l Kraftstoff auf 100 km verbrauchen.
Mit dem Scénic RX4 drängt Renault in den Markt der „Sport Utility Vehicles“ (SUV). Die Kombination aus Van und Limousine mit permanentem Allradantrieb (Steyr-Daimler-Puch) soll im Juni in Deutschland starten.
Der elegante Kraftsportler BMW M3 hat in Genf Weltpremiere. Das Coupé erhielt einen neuentwickelten 3,25-l-Reihensechszylinder (252 kW/343 PS) und als Weltneuheit eine variable Differentialsperre für die Hinterachse.
Chryslers Mittelklasse-Limousine Sebring war bei ihrem Debüt auf dem 70. Genfer Automobilsalon dicht umlagert. Sie soll mit 2,7-l-V6- und 2,0-l-Vierzylinder-Motorisierung gegen Ende des Jahres in Europa auf den Markt kommen.
Im neuen Pullman vereint Mercedes-Benz innovativste Technik mit größtmöglichem Komfort und Luxus. In der 6,16 m langen Repräsentations-Limousine auf Basis der S-Klasse bietet die Vis-à-vis-Sitzanlage Platz en masse
Der Alfa 156 Sportwagon hat in Genf den ersten öffentlichen Auftritt. Alfa Romeo plant, die Kombi-Version der erfolgreichen Sportlimousine 156 im Juni in Deutschland auf den Markt zu bringen.
Der Salsa ist für Seat mehr als eine Design-Studie. Er steht für eine künftige viersitzige Großraumlimousine mit den Merkmalen eines Coupés. Der Salsa in Genf hat u.a. einen 2,8-l-V6-Motor (184 kW/250 PS) und Allradantrieb.
Der Suzuki Wagon R ist optisch vom Opel Agila (s. unten) nur am Markenlogo im Kühlergrill zu unterscheiden. Beide Unternehmen hatten 1998 die gemeinsame Entwicklung eines Microvans beschlossen.
Der Opel Speedster, letztes Frühjahr noch als Studie vorgestellt, kann ab Mai bestellt werden – Basispreis: 59 900 DM. Der zweisitzige Mittelmotor-Sport- wagen mit Aluminium-Chassis und -Motor (2,2 l 108 kW) wiegt 850 kg.
Der Microvan Agila wird im polnischen Opel-Werk Gleiwitz gebaut – sein Bruder von Suzuki im ungarischen Esztergom. Der kleine Opel verfügt jedoch über die stärkeren 1,2-l- und 1,3-l-Motoren, die jeweils 55 kW (75 PS) leisten.
Das Dreirad für 30 000 Dollar gibt“s bei Design Performance aus Kanada. Die 240-km/h-Spitze erzeugt ein Motorradmotor (112 kW/153 PS).

Von Ingo Reuss/Wolfgang Pester
Von Ingo Reuss/Wolfgang Pester

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