Automobil 13.08.1999, 17:22 Uhr

Spielen mit Luft, Wind und Sonne

Ob zwei- oder viersitzig, Open-Air-Pkw sind beliebt. Das ehemals kleine Nischensegment der Cabriolets vergrößern die Hersteller ständig mit neuen Fahrzeugen. Auf Frischluft-Fans wirken zweisitzige Roadster, wie die jetzt vorgestellten Audi TT und Honda S2000, geradezu magisch.

Fast jede Automobilmarke hat heute wenigstens ein Cabrio im Modell-Programm – das Angebot breit gefächert. Angeboten werden viersitzige Cabrios und zweisitzige Roadster. Eine Sonderstellung nehmen die exklusiven Cabriolets ein, zu denen der Mercedes CLK, der Saab 9-3, der Chrysler Stratos und der Volvo C 70 zählen.
Die breite Offerte der „Familien“-Cabrios reicht vom VW Golf über den Renault Mé-gane, den Peugeot 306 und den Toyota Paseo bis hin zu dem vor der Ablösung stehenden Opel Astra. Ford glänzt seit Einstellung des recht beliebten Escort durch Abwesenheit im Cabrio-Segment. Eine preislich interessante Einstiegsvariante bleibt der Fiat Punto, der in zwei Motorisierungen schon ab rund 28 000 DM erhältlich ist.
Zu den preisgünstigen Roadstern zählen der Fiat Barchetta (96 kW/131 PS) ab 38 500 DM, der Rover MGF (88 kW/120 PS) ab 41 500 DM und der Initiator der heutigen Roadster-Welle, der Mazda MX-5, der ab rund 38 000 DM bestellt werden kann. Ein Sondermodell mit gehobener Ausstattung und Sechsganggetriebe zum zehnjährigen Produktionsjubiläum des MX-5 – limitiert auf 1500 Exemplare für Deutschland – fand reißenden Ansatz und war schon Ende Juni „nahezu verteilt“, wie es bei Mazda hieß. Mit dem MX-5 Magic will der japanische Hersteller die Fans des Kult-Roadsters“trösten“. Ab 42 000 DM können sie nun dieses Sondermodell in Piniengrün, Nachtblau oder Brilliantschwarz, motorisiert mit 1,6-l- oder 1,9-l-Benzinmotor (81 kW/119 PS bzw. 103 kW/140 PS) kaufen – und das mit umfangreicher Ausstattung.
Nur noch der Name erinnert an die Zeiten des Klassikers bei Alfa Romeo: Der Alfa Spider steht ab rund 46 000 DM in der Liste. Teurer wird es bei den Roadstern wie dem Mercedes SLK, der mit zusammenfaltbarem Stahldach für 56 260 DM bzw. mit Kompressormotor für 64 032 DM angeboten wird. BMW hat zur Open-air-Saison den Z3 optisch und zum Teil motorisch aufgefrischt. Er kostet je nach Motorisierung zwischen 47 550 DM und 63 800 DM die Sportversion M Roadster liegt bei 100 000 DM. Der Porsche Boxster kann ab rund 80 000 DM geordert werden die Version „S“ mit bulligem 3,2-l-Sechszylinder (185 kW/252 PS) ergänzt ab Herbst die Palette.
Der überaus große Erfolg des Audi TT Coupé ließ die Ingolstädter den TT Roadster etwas später starten als geplant. Audis rassiger Roadster wird nun im September am Markt eingeführt. Ähnlich wie beim TT Coupé, ist mit Lieferzeiten zwischen sechs und neun Monaten zu rechnen, denn mehr als rund 50 000 TT-Exemplare insgesamt gibt die Produktionskapazität nicht her.
Ebenfalls im September trumpft Honda mit dem Roadster S2000 auf. Der bildschöne Zweisitzer heimste schon auf dem Genfer Auto-Salon im Frühjahr den Titel „Cabrio of the year“ ein. Mit ihm will das japanische Unternehmen ein völlig neues Sportwagenkapitel aufschlagen. Der fahrdynamische Zweisitzer soll sich „kompromißlos sportlich und mustergültig sauber zugleich“ präsentieren, so Honda.
Klassisch seine Motoranordnung: Der vorne längs eingebaute 2,0-l-Vierzylinder mit variabler Vierventiltechnik (176 kW/ 240 PS) treibt die Hinterräder an. Das Sechsganggetriebe mit extrem kurzen Schaltwegen, ein Sperrdifferential und die Gewichtsverteilung von 50:50 auf Vorder- und Hinterachse versprechen Agilität und Sportwagen-Feeling. Sportlich und zugleich edel der Charakter der Serienausstattung.
Für den „spitzenmäßigen Einstieg in dieses Marksegment“, so Honda, soll auch die Qualität den höchsten Ansprüchen genügen. Deshalb wird der S2000 in einem aufwendigen Herstellungsprozeß gefertigt und dadurch zwangsläufig auch die Produktionsquote limitiert. Für die Cabrio-Liebhaber in Deutschland bedeutet das, daß sie lediglich mit der Zuteilung von 300 Honda S2000 in diesem Jahr rechnen dürfen, und das zu einem Basispreis von 62 480 DM.
Wer das Exklusive liebt, kann zum Porsche 911 Carrera Cabriolet greifen, der in der „Basisausführung“ über 155 000 DM kostet und für dessen Allradvariante ein Aufpreis von 11 000 DM zu berappen ist. Die gleiche Zielgruppe peilt Jaguar mit dem E-Typ Cabrio ab ca. 140 000 DM (209 kW/284 PS) und dem XKR (257 kW/363 PS) für rund 157 000 DM an.
Für echte Connaisseurs reinrassiger, offener Sportwagen will BMW Wunschträume erfüllen und präsentiert erstmals auf der IAA “99 in Frankfurt/Main (16. – 26. September) den Z8. Der gleich einem Solitär gestylte Zweisitzer – gebaut in exklusiver Kleinserie – erhielt eine lange Motorhaube, üppig dimensionierte Räder und seitliche Karosserieeinlässe und soll bewußt an den legendären BMW 507 aus den 50er Jahren erinnern, eins der schönsten Automobile, von dem insgesamt lediglich 252 Exemplare angefertigt wurden.
Der BMW Z8 verspricht alles, was einen automobilen Traum ausmacht: ein aufregendes, sportliches Design, das Geschmeidigkeit und Kraft ausstrahlt, ohne den schmalen Grat vornehmer Eleganz zu verlassen, Motor- und Fahrzeug-High-Tech vom Feinsten, und ein Interieur, das „die Synthese aus Sportlichkeit und Luxus demonstriert sowie mit Details aufwartet, die selbst in dieser Klasse der Superlative nicht selbstverständlich sind“, versichern die Designer und Ingenieure des Z8, die absolut freie Hand hatten, diesen „emotionalen Zweisitzer“ zu bauen, hieß es.
Ausgerüstet wird der blauweiße Traum u.a. mit dem Hochleistungs-V8- Sportmotor, bekannt aus dem M5, – 5,0 l Hubraum, 294 kW (400 PS), max. Drehmoment 500 Nm, Spitzengeschwindigkeit elektronisch begrenzt auf 250 km/h -, mit Sechsganggetriebe und elektronischem Stabilitätsprogramm (DSC III). Der offene Renner schafft, so motorisiert, den Standard-Sprint auf 100 km/h in 5 s und ist dank seines modernen Bremssystems in 2,5 s aus dem Tempo wieder zum Stillstand zu bringen.
Der Solitär von BMW ist in Aluminium gefaßt. Ob Space-Frame mit Strukturblechen, zu großen Teilen die Außenhaut oder das Fahrwerk – Aluminium ist der beherrschende Werkstoff des Z8. Alles in allem soll ab nächstem Jahr der BMW Z8 mit seinem Konzept in der Liga der weltbekannten Sportwagen spielen, sagen die Münchner. Was sie bisher nicht verraten ist sein Preis. Liegt er nun oberhalb 200 000 DM oder darunter. Was soll“s – er dürfte bei der adressierten Klientel sowieso eine untergeordnete Rolle spielen.
Den zu erwartenden Freiluft-Fahrgenuß gibt“s auch im Familienpack und zu moderaten Preisen. Bei den viersitzigen Cabrios sind auf der Basis der aktuellen Modelle die Neuheiten bereits angekündigt: Die offene Version des Ford Focus kommt eventuell schon zur nächsten, die des Opel Astra wie auch das VW Cabrio werden aller Voraussicht nach rechtzeitig zur übernächsten Freiluftsaison präsentiert. Wie jüngst beim Kombi soll es aus Wolfsburg zwei Varianten geben: das eine Faltdach-Auto basiert auf dem Golf und das andere auf dem Bora mit Stufenheck.
Den Bora mit Stoffdach wird wie den Golf kein Überrollbügel mehr verunzieren. Auch will VW im Bora den Kofferraum angemessen dimensionieren, d.h. der Platz soll fürs Urlaubsgepäck reichen. Das Verdeck verschwindet unter einem festen Deckel. Im Golf muß man typbedingt mit einem kleineren Gepäckabteil auskommen, doch soll er besser zugänglich gestaltet sein als beim Vorgänger, so die Wolfsburger.
Das Ford-Cabrio nutzt die Plattform des zweitürigen Focus mit Elementen der Stufenheckversion. Auch er verzichtet auf Überrollbügel und Persenning. Das Verdeck faltet sich in einen Stauraum mit einer festen Abdeckung zusammen. Als Motorisierung denken die Kölner an die 1,6-l- und 1,8l-Vierzylinder“Zetec“-Motoren in Vierventiltechnik, die 74 kW/100 PS bzw. 85 kW/115 PS leisten.
Bulliger als sein Vorgänger will Opel das neue Astra Cabrio auftreten lassen. Stufenheckartig gestylt, mit relativ langem Karosserieüberhang, soll es im Fond nicht mehr so eng zugehen und auch im Kofferraum soll mehr Platz geboten werden als bisher. Opel beabsichtigt, zunächst den 1,8-l-Vierzylinder mit 85 kW (115 PS) einzubauen, aber auch den 2,2-l-Vierventil-Aluminiummotor, den der zukünftige Zweisitzer Speedster als Mittelmotor erhält.
Bei den Kompakt-Cabrios wird nicht zuletzt Peugeot mitmischen. Das 206 Coupé Cabrio kommt im nächsten Frühjahr auf den Markt. Das Besondere ist sein faltbares Stahl-Hardtop à la Mercedes SLK, das das Coupé durch den Tanz der Scharniere in 15 s in ein Cabrio verwandelt. Die Preispalette des zweisitzers soll schon bei 30 000 DM für die Motorisierung mit 66 kW (90 PS) beginnen – bei soviel Schick und Faltdachtechnik eine interessante Offerte.
I. REUSS/W. PESTER
Audi liefert seinen TT Roadster im September aus. Die volle Auslastung der Produktion mit TT Coupés führte zur verzögerten Einführung des rassigen Roadsters.
Der leistungsstärkere Bruder des Porsche Boxster kommt im Herbst auf den Markt. Das S-Modell mit 3,2-l-Sechszylinder-Boxermotor hat eine um 35 kW auf 185 kW (252 PS) gesteigerte Leistung und fährt max. 260 km/h.
Mit dem S2000 trumpft Honda ebenfalls im September auf. Von dem Roadster mit 2,0-l-Vierzylinder (176 kW/240 PS) und variabler Steuerung der 16 Ventile kommen 1999 nur 300 Stück aus Japan nach Deutschland.
Das viersitzige Mercedes CLK Cabrio ist neben dem Zweisitzer Mercedes SLK der Renner auf dem Cabrio-Markt.
Seit Juni sind die ersten Volvo C70 Cabriolets zu sehen. Die Viersitzer, Basis das C70 Coupé, fahren zunächst mit 2,4-l-Fünfzylinder (142 kW/193 PS).
BMW Z8 heißt der Traum, mit dem die Münchner Autobauer echten Connaisseurs reinrassiger, offener Sportwagen alle Wünsche erfüllen wollen. Der Z8 wird in exklusiver Kleinserie gebaut und auf der IAA “99 präsentiert werden.
Das Smart Cabrio mit elektrischem, stufenlos öffnendem Stoff-Faltdach und abnehmbarem Dachholm soll ab März 2000 rollen.
Mazda MX-5 Magic heißt das neue Sondermodell des bisher erfolgreichsten Roadsters. Basispreis inkl. umfangreiche Ausstattung: 42 000 DM.
Klein, aber oho – das Peugeot 206 Cabrio mit faltbarem Stahl-Hardtop à la Mercedes SLK. Der Zweisitzer kommt nächstes Frühjahr.

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