Automobilbau 08.03.2002, 17:33 Uhr

Souveräner Auftritt der neuen E-Klasse von Mercedes-Benz

Die wachsende Konkurrenz in der automobilen Oberklasse macht es nicht leichter, den Führungsanspruch immer wieder neu zu definieren und mit Inhalten zu füllen. Bei den ab 15. März lieferbaren Modellen der E-Klasse ist den Stuttgartern diese Aufgabe wieder einmal gelungen.

Trendsetzende Innovationen wurden in die neue E-Klasse gepackt, die „weltweit keine andere Automobilmarke zu bieten hat“, heißt es bei Mercedes. „Das Auto kann alles, was wir heute können“, konkretisiert Vertriebs- und Marketingvorstand Joachim Schmidt. Eine Einschränkung gibt es: Die aktive Fahrwerksdynamik-Regelung ABC (Active Body Control) bleibt den Mercedes-Spitzenmodellen wie den Luxuslimousinen der S-Klasse, dem Coupé CL und dem Sportwagen SL vorbehalten. Aber ansonsten findet der Kunde, zumindest gegen Aufpreis, alles, was sein Herz begehrt.

Die E-Klasse präsentiert sich erneut als Trendsetter in Design, Technik und Qualität. Mercedes Pkw-Chef Jürgen Hubbert will mit dem neuen Modell „wieder Maßstäbe setzen“. Schon von der flach ansteigenden Karosserieform und den elliptischen Scheinwerfern her setzt die E-Klasse Zeichen. Der Nachfolger der Nummer eins in diesem Segment soll „den Luxus neu definieren“, meint Mercedes-Vorstandsmitglied Joachim Schmidt. Er will die Stückzahlen nochmals um 10 % steigern im vergangenen Jahr, dem siebten Produktionsjahr, wurden vom Vorgänger weltweit 200 000 Einheiten verkauft. Um „erneut den Maßstab für Fortschritt und Innovation zu setzen“, so Schmidt, wurden 800 Mio. Euro in die Entwicklung und 1,2 Mrd. Euro in die Produktion investiert.

Die neue E-Klasse wächst zwar in vielen Maßen, bleibt aber in der Länge mit 4,82 m unverändert. In der Höhe legt sie um 12 mm zu, in der Breite um 23 mm. Der um 21 mm größere Radstand verbessert das Platzangebot. Mehr Gepäck passt auch in den Kofferraum, der sich jetzt optional durch Umklappen der asymmetrisch geteilten Rücksitzbank erweitern lässt. Trotzdem bleibt die Karosse verwindungssteif – hochfeste Stahllegierungen machen sie sogar um 18 % steifer, ohne das Gesamtgewicht gegenüber dem Vorgängermodell zu erhöhen, wie Produktionsvorstand Helmut Petri betont. Dabei hilft nicht zuletzt der hohe Alu-Anteil (Motorhaube, Kofferraumdeckel, Kotflügel), der insgesamt 10 % des Gesamtgewichtes ausmacht. Auf dem Sicherheitssektor liegen die Stuttgarter traditionell vorn. Die E-Klasse besitzt erstmals in einer Limousine einen Überrollsensor und eine Beifahrer-Gewichtserkennung. Die Front-Airbags zünden adaptiv in zwei Stufen serienmäßig gibt es sechs Airbags. In internen Crashtests erreichte das neue Mercedes-Modell fünf Sterne beim Euro-NCAP.

Das „beliebteste Auto der Business-Class“ wartet mit einer ganzen Reihe von Innovationen auf: Die dreistufige semi-aktive Luftfederung Airmatic gehört genauso dazu wie die gerade erst im neuen SL eingeführte Hochdruckbremse Sensorik Brake Control SBC. Die „erste Bremse, die fühlen kann“, so Entwicklungsvorstand Hans-Joachim Schöpf, markiert einen Durchbruch in der Bremsentechnologie. SBC ist mit den anderen Assistenzsystemen wie ESP und BAS vernetzt, was zu noch höherer Fahrsicherheit führt. Die aus der S-Klasse bekannte Airmatik wurde weiterentwickelt, sie verringert Wank- und Nickbewegungen und erhöht den Fahrkomfort. Ab 140 km/h senkt sie die Karosserie automatisch ab. Die E-Klasse glänzt im Übrigen mit dem äußerst niedrigen cw-Wert von 0,26 – nicht zuletzt deshalb konnte der Verbrauch um bis zu einem Liter auf 100 km reduziert werden.

Zur Markteinführung stehen fünf Motorisierungen, drei Benzinmotoren und zwei Dieselaggregate, parat. Bereits der 220 CDI, der derzeitige Basis-Diesel mit Preisen ab ab 35 264 n, hat genug Power, um allen Alltagssituationen gerecht zu werden. Er und der 270 CDI gehören zur zweiten Generation der Common-Rail-Dieselmotoren. Sie sind durch Maßnahmen am Turbolader, an der Hochdruckpumpe und den Injektoren zukünftig leistungsstärker, der vierzylindrige 220 CDI läuft dank Lanchester-Massenausgleich noch leiser und vibrationsärmer.

Die Benziner starten vorerst mit dem Sechszylinder E 240 ab 36 888 n. Weitere Motoren sollen folgen: Ab Dezember liefert Mercedes den komplett neuen Benzin-Vierzylinder mit 1,8 l Hubraum aus; gleichzeitig wird der Sechszylinder-Diesel 320 CDI eingeführt.

Im Januar 2003 folgen als Diesel-Einstiegsversion der 200 CDI und im März 2003 das Diesel-Spitzenmodell 400 CDI. Bei den Ottomotoren übernimmt der 225 kW starke E 500 die Spitze: 6,0 s von 0 auf 100 km/h und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit markieren Bestwerte. Er kostet 56 492 n. Wie beim Vorgänger wird die Baureihe durch eine sportliche AMG-Version gekrönt.

Seit mehr als fünf Jahrzehnten spielt die Mercedes E-Klasse in ihrem Segment die Rolle des Leitsterns. Gleichzeitig ist sie das Herz der Marke. Mit knapp elf Millionen gebauten Einheiten macht die „Mittlere Baureihe“ bis heute gut die Hälfte der Mercedes-Produktion aus. Ihre Modelle hießen im Volksmund „Ponton“, „Heckflosse“ oder „Strich-Acht“. Vom Vorgänger mit dem „Vier-Augen-Gesicht“ konnten die Stuttgarter 2001 – im siebten Produktionsjahr – noch mehr als 200 000 Autos verkaufen, das sind immerhin 20 % des Gesamtabsatzes. In manchen Ländern lag der Marktanteil, bezogen auf das Segment, sogar bei stolzen 40 %. In aller Welt steht die mittlere Mercedes-Reihe exemplarisch für die Werte der Marke – für Qualität, Langlebigkeit, Sicherheit und Komfort. Auch bei der neuen E-Klasse ist der Verkaufserfolg in einem Segment, das nur noch mäßig wächst, praktisch vorprogrammiert.

Die Stuttgarter haben trotz der konjunkturellen Abschwächung in der gesamten Branche ehrgeizige Pläne: Mercedes-Vertriebsvorstand Joachim Schmidt will in der E-Klasse 10 % mehr absetzen und die „Marktführerschaft ausbauen“. In diesem Jahr sollen noch 200 000 Fahrzeuge verkauft werden, im nächsten sind rund 250 000 Einheiten geplant. Der größte Teil (ca. 80 %) wird dank hoher Loyalitätsrate bei den Stammkunden abgesetzt, die bereit seien, den „moderaten“ Preisanstieg bei den Einstiegsmodellen um 4 % – bei allerdings umfangreicherer Ausstattung – zu akzeptieren.

Wer in ein komplett ausgestattetes Modell der E-Klasse einsteigt, erfährt neue Dimensionen. Schon das Fahrwerk mit Airmatic Dual Control macht das neue Modell besonders fahraktiv. Zudem haben die Techniker „den pfiffigsten Sitz der Automobilindustrie entwickelt“, so Mercedes-Manager Schöpf. Der Multikontursitz sorgt für optimalen Seitenhalt in schnellen Kurven. Dazu werden – je nach Fahrzustand – Luftkammern in den Seitenbacken der Lehnen aufgeblasen. Nach dem Willen der Mercedes-Manager erhält der Kunde, so ein Wortspiel, ein EQ- und IQ-Auto, das also Emotion und Intelligenz bietet. INGO REUSS

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