Auto kann sich in Flieger verwandeln 18.02.2014, 16:30 Uhr

Slowakischer Ingenieur entwickelt Aeromobil – Erfolgreiche Testflüge

James Bond lässt grüßen: Der slowakische Ingenieur Stefan Klein hat ein fliegendes Auto entwickelt. Gerade noch auf der Straße unterwegs, kann sich sein Aeromobil innerhalb von 60 Sekunden in einen Ultraleichtflieger verwandeln und abheben. 

Kann auch fliegen: das Aeromobil des slowakischen Ingenieurs und Industriedesigners Stefan Klein.

Kann auch fliegen: das Aeromobil des slowakischen Ingenieurs und Industriedesigners Stefan Klein.

Foto: Aeromobil.com

Weltweit 20 Versuche ein fliegendes Fahrzeug zu bauen, scheiterten. „Im Ernst, wer hat nicht schon vom Fliegen geträumt, während er im Verkehr feststeckte“, sagt Klein. Das Aeromobil des slowakischen Industriedesigners ist der 21. Versuch – und hat schon diverse Jungfernflüge erfolgreich absolviert. Die Hybridmaschine benötigt noch ihre Zulassung, dann soll die Produktion beginnen.

Das windschnittige Auto baut sich innerhalb einer Minute in ein Flugzeug um. Dafür fährt die sechs Meter lange Carbon-Konstruktion zwei ausklappbare Flügel und einen Propeller am Heck aus. Die Verwandlung ähnelt einem Cabrio, das sein Dach öffnen und schließen kann.

Elegant und sportlich kommt das Aeromobil auf der Straße daher.

Elegant und sportlich kommt das Aeromobil auf der Straße daher.

Quelle: Aeromobil.com

Der offizielle Jungfernflug wurde anlässlich einer kanadischen Fachmesse in Montreal erfolgreich durchgeführt. Jetzt arbeitet Klein an der Zulassung des Fahrzeugs, die aufgrund der strengen Bestimmungen hinsichtlich Nummernschilder, Airbags und Nebelschlussleuchten schwer durchzusetzen ist. Auch müssen potentielle nicht nur einen Führer- sondern auch einen Pilotenschein besitzen.

Projekt fast beendet

Doch davon lässt sich Klein nicht abschrecken. Schliesslich beschäftigt ihn das fliegende Auto schon seit 20 Jahren. Und wer wird kurz vor dem Ziel da schon aufgeben. In wenigen Monaten will Klein, der bereits für BMW, Volkswagen und Audi Konzeptfahrzeuge entwickelt hat, mit seinem Team zudem einen neuen Prototyp fertiggestellt haben. Dann sollen weitere Flugtests vorgenommen werden. „Wenn dort keine riesigen Probleme auftauchen,  können wir mit der Produktion schon 2015 oder 2016 beginnen“, hofft Klein.

Seit den 1990er Jahren tüftelt der slowakische Ingenieur an der Umsetzung seiner Vision vom fliegenden Fahrzeug. Jetzt hat Klein sein blau-weißes „Aeromobil“ erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Mit seinen sechs Metern Länge passt es gerade noch in eine Garage oder in einen Parkplatz. Es bietet Sitzplätze für zwei Personen und fährt mit Normalbenzin, das sich an jeder Tankstelle auffüllen lässt.

Auf der Straße bringt es der Rotax-Motor mit seinen 100 PS auf eine Geschwindigkeit von 130 Kilometer pro Stunde. In der Luft reicht die Tankfüllung für eine Distanz von 700 Kilometern, in der Spitze schafft die Maschine dort 200 Kilometer pro Stunde. Dabei verbraucht das Aeromobil mit 15 Litern pro Flugstunde etwa die gleiche Menge wie ein Sportwagen.

Gleich kann das Aeromobil abheben. Die Flügel sind schon ausgefahren.

Gleich kann das Aeromobil abheben. Die Flügel sind schon ausgefahren.

Quelle: Aeromobil.com

Piloten von Ultraleichtflugzeugen werden dieses Fahrzeug mögen, ist der Präsident des slowakischen Verbandes der Ultraleichtflieger, Milan Ciba, sicher: „Es würde ihr Leben sehr vereinfachen, sie könnten ihr Aeromobil zuhause parken, zum Flughafen fahren, starten, landen und dann zum Ziel fahren, ohne auf ein anderes Fahrzeug umzusteigen.“

Finanzierung gesichert

Die millionenschwere Finanzierung des Aeromobils ist dank des slowakischen Unternehmers Juraj Vaculik gesichert. Er unterstützt Klein schon seit drei Jahren mit Geldeinlagen in unbekannter Höhe. „Wenn wir unser Projekt weiter auf den richtigen Weg bekommen, wird es die Welt an vielen Stellen nachhaltig verändern“, glaubt Vaculi.

Geschafft: Das Aeromobil gleitet durch die Luft.

Geschafft: Das Aeromobil gleitet durch die Luft.

Quelle: Aeromobil.com

Der Ingenieur und Industrie-Designer Klein legt großen Wert auf die Optik des Fahrzeugs. Schon in der Universität kam bei ihm der Wunsch auf, ein futuristisches Fahrzeug zu entwickeln. Inspiriert wurde er von den Geschichten der Autoren Jules Verne und Antoine de Saint Exupéry. Und von der Prophezeiung Henry Fords: „Mark my word: A combination airplane and motorcar is coming. You may smile, but it will come“, wusste dieser schon 1940.

 

Von Petra Funk

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